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Gastwissenschaftler der Universität Bonn entdeckt Michelangelos letzte Zeichnung

07.12.2007 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Ein Gastwissenschaftler der Universität Bonn hat in den Bauarchiven des Petersdoms in Rom eine bisher unbekannte Zeichnung des italienischen Bildhauers und Baumeisters Michelangelo (1475-1564) entdeckt. Die Skizze zeigt ein Detail der Kuppel des Petersdoms sowie einen Sichtvermerk der Dombauverwaltung. Michelangelo hatte 1547 die Bauleitung des Petersdoms übernommen. Der Fund wird am kommenden Montag den Verantwortlichen der Dombauhütte offiziell vorgestellt werden. Dr. Vitale Zanchettin vom Istituto Universitario di Architettura di Venezia (IUVA) ist im Moment als Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung am Institut für Kunstgeschichte und Archäologie der Universität Bonn tätig. Der italienische Wissenschaftler hält sich derzeit zu Recherchen im Vatikan auf. Sein Bonner Gastgeber ist Professor Dr. Georg Satzinger.

Dr. Zanchettin vermutet, dass die Zeichnung im Frühjahr oder Sommer des Jahres 1563, also ein Jahr vor Michelangelos Tod entstanden ist. Sie ist damit eine der letzten bekannten Zeichnungen des Künstlers - eine bedeutende Entdeckung, da aus dieser Zeit nur wenige Originaldokumente erhalten geblieben sind. "Das Dokument ist eine mit Ziffern versehene technische Zeichnung von der Hand des Meisters, in der es um die Lieferung von Steinen ging", sagt Dr. Zanchettin. Außerdem enthält das Dokument einen lateinischen Sichtvermerk eines Finanzbeamten der Dombauverwaltung. Die Skizze belegt, dass Michelangelo noch im hohen Alter aktiv seinen Aufgaben nachging.

Bei seiner wissenschaftlichen Arbeit wird Dr. Zanchettin vom Archiv der Bauhütte von Sankt Peter unterstützt. Deren Leiter wird er kommenden Montag über die Entdeckung und ihre Bedeutung informieren. Ob und wann der Vatikan das verschollene Dokument der Öffentlichkeit vorstellen wird, steht noch nicht fest.

Unter den Bonner Kunsthistorikern herrscht große Freude über den Fund ihres Gastwissenschaftlers: "Eine solche Entdeckung hat es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben - ein wichtiger Impuls für die Michelangelo-Forschung", sagt Professor Satzinger.

Kontakt:
Prof. Dr. Georg Satzinger
Institut für Kunstgeschichte und Archäologie der Universität Bonn
Abteilung für Kunstgeschichte
E-Mail: g.satzinger@uni-bonn.de

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