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Telemedizin als Treiber von Innovationen medizinischer Dienstleistungen

10.12.2007 - (idw) Handelshochschule Leipzig

Bericht über das vierte Innovationsforum im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Innovative Dienstleistungen auf dem Weg zur Weltspitze" am 7.12.2007 in Berlin Gesundheit ist unser kostbarstes Gut. Die demografische Entwicklung und steigenden Kosten im Gesundheitswesen erfordern neue Lösungsansätze für Dienstleistungen zum gesundheitlichen Wohlbefinden für Menschen. Wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung sind dabei der Schlüssel, um für diese Problematik Lösungsansätze zu entwickeln. Deshalb ist der Bereich der Gesundheitsforschung auch ein Teilbereich der 17 Zukunftsfelder der "Hightech-Strategie für Deutschland" der Bundesregierung. Zwei Institutionen, die Charité - Universitätsmedizin Berlin und die Technische Universität Berlin haben sich mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dieser Aufgabe gestellt. Durch die intelligente Verknüpfung von Technik und Dienstleistung entstanden hier neue Spitzenleistungen für Vorsorge und Versorgung. Diese wurden zusammen mit verschiedenen Praxispartnern bei der Veranstaltung "Sehnsucht nach Gesundheit und Fitness: Telemedizin als Treiber von Innovationen medizinischer Dienstleistungen" präsentiert.

Prof. Dr. Kathrin Möslein von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sagte in ihrer Einführung "Innovationen mit Dienstleistungen - eine Deutschlandreise": "Die während der Veranstaltungsreihe vorgestellten Projekte beweisen alle, dass mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dessen Initiative "Dienstleistungen für das 21. Jahrhundert" sowie dem Förderprogramm "Innovative Dienstleistungen" deutschlandweit schon viele Leuchttürme der Dienstleistleistungsexzellenz entstanden sind. Auch die in Berlin erzielten Forschungsergebnisse im Bereich der Telemedizin sind ein herausragendes Beispiel für die Erfolge von Dienstleistungsforschung und -förderung. Sie zeigen, dass sich in den letzten Jahren beeindruckende Möglichkeiten für die Umsetzung von Dienstleistungsideen ergeben haben."

MinDirig Walter Brosi, Leiter der Unterabteilung Berufliche Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, sagte im Grußwort zur Veranstaltung: "Telemedizin und die damit verbundenen Dienstleistungsinnovationen haben einen bedeutenden Stellenwert bei unseren technologischen, wirtschaftlichen und auch bei forschungs- und bildungspolitischen Überlegungen. Sie bieten Chancen, die wir in der Zukunft nutzen werden. Die "Hightech Strategie" der Bundesregierung hat dabei das Ziel, Deutschland zu einem der forschungs- und innovationsfreudigsten Ländern der Welt zu machen und unterstützt deshalb auch gezielt diesen Bereich."

Prof. Dr. Reinhard Busse, Dekan der Technischen Universität Berlin, Fakultät Wirtschaft und Management und Zentrum für innovative Gesundheitstechnologien, erklärte in seinem Vortrag "Die TU Berlin als Treiber innovativer Dienstleistungen", dass "das vorrangige Ziel der Technischen Universität die Entwicklung, Realisierung und der Transfer technologischer Innovationen ist. Der Bereich Gesundheit und Ernährung spielt dabei eine große Rolle."

Prof. Dr. Hans Georg Gemünden vom Lehrstuhl für Innovations- und Technologiemanagement der Technischen Universität Berlin sagte in seiner Rede "Bedeutung und Barrieren von Innovationen": "Um die Verbreitung der Telemedizin zu fördern sind im Bereich der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems und der technischen Infrastruktur viele Fortschritte gemacht worden. Handlungsbedarf besteht insbesondere in der Etablierung von Innovationsnetzwerken aus Medizin, Technik, Wissenschaft und Anwendern."

Dr. Peter Hufnagl benannte in seiner Rede zum Thema: "Das innovative Krankenhaus: Realität der Telemedizin in der Charité" als wichtigstes Ziel des Telemedizinischen Centrums "die Daten anstelle von Patienten, Ärzten oder Material zu bewegen."

Dr. Carsten Schultz, Arbeitsgruppenleiter beim Lehrstuhl für Innovations- und Technologiemanagement an der Technischen Universität Berlin, betonte bei seinem Vortrag "Innovationsmanagement im Gesundheitswesen": "Innovationsprozesse in der Telemedizin sind hochkomplex und bedürfen der Unterstützung des Innovationsmanagements z. B. hinsichtlich der Erhöhung der innovativen Fähigkeiten von Krankenhäusern, des Abgleichs von medizinischem Bedarf und technologischen Möglichkeiten sowie der Sicherstellung der Interoperabilität verschiedener Telemedizinischer Systeme. "

Dr. Thomas M. Helms, Vorstand der deutschen Stiftung für chronisch Kranke, beschrieb in seinem Referat "Schaffung eines Innovationsmilieus für Telemedizin" die daraus entstehenden Vorteile: "Hiermit werden unter anderem die Sicherheit, Mobilität, Lebensqualität und der individuelle Gesundheitszustand der betreuten Personen optimiert und stabilisiert und die Effektivität der medizinischen Versorgung über eine Verbesserung der Diagnostik und über die Koordination von Behandlungsstrategien verbessert. Außerdem werden die Kosten im Gesundheitswesen über eine Verminderung von Notarzteinsätzen, Arztkontakten und stationären Krankenhausaufenthalten reduziert."

Kai Saeger, Geschäftsführer der VMscope GmbH, behandelte das Thema: "Virtuelle Mikroskopie: Neue Möglichkeiten in der Gewebediagnostik." Die VMscope GmbH entstand nach dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt "Meducase" und entwickelt virtuelle Mikroskopie-Lösungen für Kliniken, Forschungslabore und Weiterbildungseinrichtungen. Sie arbeiten dabei mit einem patentierten virtuellen Mikroskop. Mit diesem haben alle Akteure Zugriff auf ein digitales Schnittarchiv. Das spart Zeit, Befunde können zum Beispiel in kürzester Zeit von zwei Ärzten begutachtet werden, und somit natürlich auch Kosten.

Prof. Dr. Prof. h.c. Dr. h.c. Ralf Reichwald, Projektleitleiter der Veranstaltungsreihe, von der TU München sagte in seiner Präsentation "Dienstleistungsexzellenz in Deutschland auf dem Weg zur Weltspitze": "Der frühzeitigen Kompetenz gerade bei technischen Dienstleistungen wie der Telemedizin kommt eine tragende Rolle in der Weiterentwicklung unserer durch Dienstleistungen geprägten Gesellschaft zu. Hierzu ist der Aufbau eines Dienstleistungskompetenzzentrums für den Standort Deutschland im weltweiten Wettbewerb entscheidend, damit Deutschland die Standards im Telemedizinischen Bereich setzen kann. Die Forschungsergebnisse im Bereich der Telemedizin sind ein herausragendes Beispiel für die exzellenten Erfolge von Dienstleistungsforschung und -förderung. Sie zeigen, dass sich in den letzten Jahren beeindruckende Möglichkeiten für die Umsetzung von Dienstleistungsideen ergeben haben. Das BMBF hat dabei mit der 1995 gestarteten Initiative "Dienstleistungen für das 21. Jahrhundert" und dem Förderprogramm "Innovative Dienstleistungen" das öffentliche Bewusstsein über die strategische Bedeutung von Dienstleistungen für die Zukunftssicherung des Standortes erheblich verändert."

Alles in allem wurde auch beim vierten Innovationsforum deutlich, dass sich in Deutschland mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Dienstleistungsexzellenz in Wissenschaft und Wirtschaft etabliert hat. Weitere Stationen der von der Handelshochschule Leipzig und dem CLIC - Center for Leading Innovation & Cooperation organisierten Veranstaltungsreihe sind noch Herzogenaurach, Karlsruhe, Hamburg und Leipzig.


Kontakt: Antje Sauerland, Public Relations, Tel.: 0341/98 51 664, E-Mail: antje.sauerland@hhl.de
Weitere Informationen: http://innofor.clicresearch.de/
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