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Was sagt der GMAT über den Erfolg im MBA-Studium?

11.12.2007 - (idw) GISMA Business School

Korreliert das Ergebnis im GMAT (Graduate Management Admissions Test) mit der späteren Leistung im MBA-Studium? Dieser Frage ist die GISMA Business School in Hannover auf den Grund gegangen. Sie hat das Verhältnis der GMAT-Scores und der GPAs (grade point averages) der MBA-Studenten ihrer Jahrgänge 2003 bis 2006 untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass die Abhängigkeit der Durchschnittsnote vom Ergebnis im GMAT so geringfügig ist, dass sie vernachlässigbar ist. MBA-Studenten mit einem mittelmäßigen GMAT-Ergebnis von 600 Punkten (von 800 möglichen) können im Studium ebenso gute Leistungen vollbringen wie ihre Kommilitonen, die das GMAT-Ergebnis von sehr guten 740 Punkten erreichten und umgekehrt. Die Grafik zeigt die Unabhängigkeit der Studienleistungen vom GMAT-Score. Dennoch gibt der Test sowohl dem Getesteten als auch der Business School wertvolle Hinweise.

Warum legen Business Schools so großen Wert auf den GMAT-Score ihrer Bewerber?

Weltweit verlangen führende Business Schools einen GMAT-Score von ihren Bewerbern. Sie erhoffen sich davon eine Aussage über das Potenzial, das ein Kandidat mitbringt. Denn eine Business School ist an den Bewerbern interessiert, die voraussichtlich sowohl im Studium als auch in der späteren Karriere Erfolg haben werden.

Dr. Annegret Zurawski, Academic Director an der GISMA erklärt: "Das Ergebnis unserer Untersuchung, also dass GMAT und GPA wenig korrelieren, ist zwar richtig, der GMAT-Score lässt aber Rückschlüsse darauf zu, wie ein Student in den analytischen oder quantitativen Fächern eines MBA-Programms abschneiden wird. Der GMAT prüft in erster Linie die Fähigkeiten ab, die ein MBA-Student insbesondere für Fächer wie Quantitative Methoden, Accounting und Finanzmanagement braucht. Diese Fächer bilden die theoretische Grundlage eines MBA-Studiums. Besteht ein Student in diesen Fächern nicht, muss er das Studium abbrechen."

Für das Gesamtergebnis im Studium spielen aber auch die Leistungen in Fächern wie Leadership, Strategie und Marketing sowie kommunikative Fähigkeiten, Kreativität und Überzeugungskraft eine wichtige Rolle. Diese Fähigkeiten berücksichtigt der GMAT jedoch nicht.

"So erklärt sich auch, warum viele Studenten, die in den sehr analytischen und quantitativen Fächern zu Beginn des Studiums schlechter abschneiden, im späteren Verlauf des Studiums noch alle Möglichkeiten haben, aufzuholen", meint Zurawski. Da sich Unternehmen einig sind, dass es gerade die weicheren Faktoren - die so genannten "Soft Skills" - sind, die einen guten Manager ausmachen, dürfen die darauf bezogenen Leistungen im Studium nicht außer Acht gelassen werden.

Der GMAT als Indikator für das Admissions Office

Bei der Auswahl ihrer Bewerber haben Business Schools nur eingeschränkt Zugang zu objektiven Kriterien, die etwas über die Eignung und das Potenzial eines möglichen Studenten aussagen. Zu einer Bewerbung gehören ein Lebenslauf, das Abschlusszeugnis des Erststudiums, Empfehlungsschreiben, Aufsätze und ein Englischtest. Wie aber vergleicht ein Admissions Officer beispielsweise die Studienleistungen eines Maschinenbauers in Deutschland mit denen eines Medizin-Studenten in El Salvador oder eines Mathe-Absolventen in China? Wie bewertet man die Empfehlungsschreiben von Mentoren mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Sprachkenntnissen?

Bei all diesen Unsicherheiten hilft der GMAT als vergleichbares und relativ objektives Messverfahren. Bewerber mit GMAT-Scores unter 500 laufen Gefahr, in quantitativen Fächern das Lernziel nicht zu erreichen. Sie werden in der Regel nicht zum MBA-Studium zugelassen, denn man will Ihnen ersparen, ihr Arbeitsverhältnis zu kündigen, Gehaltseinbußen in Kauf zu nehmen und Studiengebühren zu zahlen, wenn die Gefahr besteht, dass das Studium nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Ein weiterer Indikator: Von den "GISMA Scholars", das sind die besten fünf Prozent jedes Vollzeit-Jahrganges der GISMA, hat ein großer Teil einen GMAT-Score von über 700. Und nach diesen analytisch brillanten Menschen, die zusätzlich noch über sehr gute kommunikative Fähigkeiten verfügen, überzeugen können und begeisternd präsentieren, suchen die Business Schools. Sie sind es, die der Business School einen guten Namen verleihen, wenn sie als Vorstandsvorsitzende von Großkonzernen oder als Gründer von neuen Start-ups und Shooting Stars der Börsen von sich Reden machen.

Vorbereitung hilft

Zurawski: "Wir wissen aus Erfahrung, dass ein Bewerber, der über ausreichende analytische Fähigkeiten verfügt und sich gut auf den Test vorbereitet, in der Regel einen GMAT-Score von mindestens 600 erreichen kann. Unsere Erfahrung zeigt aber auch, dass ein Test-Ergebnis von über 700 nicht allein durch Fleiß erreicht werden kann - hier muss das Talent mit zur Seite stehen."
Sicherlich haben Muttersprachler und Bewerber aus Kulturen, die häufig mit Multiple-Choice-Tests arbeiten, Vorteile. Andererseits wird der Test auf der ganzen Welt auf die gleiche Art und Weise durchgeführt, überall werden die gleichen Fragen gestellt, und es handelt sich bei den gestellten Aufgaben nicht um Wissensfragen.


Zurawski: "So lange es nichts Vergleichbares gibt, wird der GMAT seine Stellung bei der Auswahl von MBA-Bewerbern behalten. Für Bewerber hat die Test-Methode den Vorteil, dass man sich sehr gut darauf vorbereiten kann. Daher raten wir jedem Bewerber, sich vor der Teilnahme ausgiebig mit dem Testverfahren zu beschäftigen. Entsprechende Lektüre gibt es im Buchhandel, Business Schools bieten Vorbereitungs-Kurse an." Das nächste GMAT-Training der GISMA findet im April 2008 statt.
Weitere Informationen: http://www.gisma.com
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