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UDE: Hilfe für jugendliche Arbeitslose

13.12.2007 - (idw) Universität Duisburg-Essen

Beratungsprojekt gewinnt Platz drei bei Gesundheitspreis

Mit dem dritten Platz beim diesjährigen "Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen" zeichnet Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am morgigen Freitag (14.12.) die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Duisburg-Essen aus. Sie erhält die mit 1.500 Euro dotierte Anerkennung für ihr deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt "Support 25". In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Essen sowie dem Essener Gesundheitsamt unterstützt es jugendliche Langzeitarbeitslose mit psychischen Problemen bei der beruflichen Wiedereingliederung. Mit dem dritten Platz beim diesjährigen "Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen" zeichnet Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am morgigen Freitag (14.12.) die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Duisburg-Essen aus. Sie erhält die mit 1.500 Euro dotierte Anerkennung für ihr deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt "Support 25". In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Essen sowie dem Essener Gesundheitsamt unterstützt es jugendliche Langzeitarbeitslose mit psychischen Problemen bei der beruflichen Wiedereingliederung.

Es ist ein Projekt der kurzen Wege. Denn die Mitarbeiter von "Support 25" sitzen an dem Ort, an dem sich die jungen Arbeitslosen regelmäßig einfinden müssen: dem JobCenter. Hat ein Fallmanager einen auffälligen oder belasteten Jugendlichen vor sich - typisch sind fehlende Schulabschlüsse, familiäre Probleme, Schwierigkeiten bei der Einhaltung einer Tagesstruktur, mangelndes Selbstwertgefühl - schickt er ihn ein paar Schritte weiter in die psychologische Sprechstunde. Seit März bieten ein Psychiater sowie eine Diplom-Psychologin im Essener Job-Center täglich ihre Unterstützung an. Stellen sie bei der umfassenden Untersuchung eine psychische Erkrankung fest, helfen sie dem Jugendlichen bei der Suche nach einem ambulanten oder stationären Therapieplatz.

Zwei große Vorteile bietet das Projekt: die sehr schnelle Erstbetreuung, die dem jungen Menschen (zunächst) den abschreckenden Weg zu einem externen Fachmann erspart. Und - im Fall einer Behandlung die deutlich verkürzte Wartezeit bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, die sonst bis zu mehreren Monaten dauern kann.

Angestoßen hat das Modellprojekt Professor Dr. Johannes Hebebrand, Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters am Uniklinikum. "US-amerikanische Studien haben gezeigt, dass die Vermittlungsquote von Langzeitarbeitslosen durch eine Verknüpfung von Fallmanagement und psychiatrischer Behandlung verdoppelt werden konnte", so Hebebrand.

Auch erfüllt "Support 25" eines der Kernelemente der Hartz IV-Gesetze, nämlich das "Fördern und Fordern", insbesondere bei jungen Arbeitslosen. Statt Sanktionen bei vermeintlich leistungswidrigem Verhalten bekommen Jugendliche therapeutische Hilfe (Förderung) angeboten. Kriegen sie hierdurch ihre persönlichen Probleme in den Griff, steigen ihre Vermittlungschancen. Eine Arbeitstelle wiederum hat häufig eine psychisch stabilisierende Wirkung.

Die Zahlen sprechen für sich: Seit dem Start von Support 25 im März dieses Jahres haben sich rund 110 Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren im Projekt vorgestellt. "Psychiatrisch unauffällig waren davon gerade einmal sechs", erklärt Hebebrand. Vertreten seien vielfältige psychische Erkrankungen wie depressive Verstimmungen, Ängste und Phobien aber auch unbehandelte Schizophrenien und Süchte. Ein Teil der Jugendlichen konnte bereits in ambulante Behandlung vermittelt werden.


Weitere Informationen: Prof. J. Hebebrand Tel. 0201/722-7466 (Klinikleitung und Projektleitung),
Psychiater Dr. Volker Reissner 0201/83461-443, Dipl.-Psychologin Meike Rosien 0201/83461-444

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