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Göttinger Wissenschaftlerin besucht Shii-take Produktion in Hoyerswerda und hält Vortrag an der FH Lausitz

14.12.2007 - (idw) Fachhochschule Lausitz

Wird neuer Pilz in der Lausitz heimisch? So fragte die Lausitzer Rundschau am 2. Dezember 2003. Inzwischen ist die Produktion des Shii-take bei der INTEGRA Lausitz GmbH (http://www.integra-lausitz.de) in Hoyerswerda im vierten Jahr erfolgreich, hat sich in den Tonnenmaßstab gesteigert, und, das ist am wichtigsten, liefert Fruchtkörper von höchster Qualität, sogar europaweit. Am Montag, dem 17. Dezember 2007, wird die Produktionsanlage von Prof. Dr. Ursula Kües, Inhaberin des Lehrstuhls für Molekulare Holzbiotechnologie an der Universität Göttingen (http://wwwuser.gwdg.de/~uffb/mhb/welcome.htm), besichtigt. Die Wissenschaftlerin ist Expertin auf dem Gebiet der Fruchtkörperentwicklung bei Basidiomyceten, dazu gehören die Pilze, die Hut und Stiel bilden. Frau Kües hat, bevor sie in Göttingen Professorin wurde, viele Jahre in England und zuletzt an der ETH in Zürich, der renommiertesten Schweizer Hochschule, geforscht.

Jetzt ist sie auf die Shii-take Produktion in Hoyerswerda gespannt, denn sie war es, die im Oktober 2003 dem Eigentümer des Gewerbeparks Kühnicht und Vertretern der Scheibesee-Gesellschaft die Besichtigung einer erfolgreichen Pilzproduktion im hessischen Ottrau-Immichenhain bei Alsdorf ermöglicht hatte. Zuvor hatte Dr. K.-Peter Stahmann, Professor für Technische Mikrobiologie an der FH Lausitz, das dafür nötige Interesse geweckt. Kües und Stahmann sind seit Jahren gemeinsam als Sprecher der Fachgruppe "Fungal Biology and Biotechnology / Experimentelle Mykologie", einer deutschlandweit aktiven Sektion der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie e.V. (http://www.vaam.de) tätig. Ab dem Jahr 2008 hoffen beide, zusammen mit INTEGRA und drei weiteren Partnern, auf die Förderung eines gemeinsamen Forschungsprojekts, das sich unter anderem mit der Entwicklung einer zuverlässigen Messmethode für Lentinan aus Shii-take befassen soll. Lentinan ist ein interessanter Inhaltsstoff des Shii-take, der durch Bindung an spezifische Rezeptoren von Zellen des Immunsystems, zu dessen Stimmulation führen kann.

Nach ihrem Besuch bei der INTEGRA Lausitz GmbH in Hoyerswerda wird Prof. Kües am 17. Dezember das neue Laborgebäude Biotechnologie der Fachhochschule Lausitz in Senftenberg besichtigen. Um 14:30 Uhr wird sie dann im Gebäude 14C, Hörsaal 105, einen Vortrag halten zum Thema: "Fruchtkörperentwicklung bei dem Basidiomyceten Coprinopsis cinerea - Welche Rolle spielen Enzyme, z.B. Laccasen, dabei?". Coprinopsis cinerea ist der als Tintling bekannte Hutpilz. Er ist im Labor relativ gut handhabbar und dient deshalb als Modellsystem.
Die Göttinger Wissenschaftlerin arbeitet überwiegend molekularbiologisch, d.h. schaut sich die Gene der Pilze an. Aber auch Enzyme, d.h. Biokatalysatoren, die für den Stoffwechsel der Pilze eine Bedeutung haben, findet sie interessant. Laccasen sind eine besondere Klasse von Biokatalysatoren, die beim Abbau der als Nährstoff eingesetzten Holzabfälle wichtig sind.

Gäste sind zum Vortrag willkommen. Der Eintritt ist frei.

Bei der Finanzierung der Veranstaltung wird die Fachhochschule Lausitz unterstützt durch die Vereine Lausitzer Biotech - Initiative zur Förderung der regionalen Biotechnologie e.V. (http://www2.fh-lausitz.de/fhl/cv/biotech/) und Netzwerk Angewandte Bioproduktion Lausitz e.V.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. K.-Peter Stahmann
Fachhochschule Lausitz
Fachbereich Bio-, Chemie- und Verfahrenstechnik
Tel.: 03573 85-867, E-Mail: stahmann@fh-lausitz.de

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