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Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2007: Stärkerer Anstieg als im Vorjahr

08.01.2008 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

644 ¤ brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2007 durchschnittlich in Westdeutschland. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich im Durchschnitt um 2,4 % und damit stärker als 2006 mit 1,0 % (siehe Schaubild 1). In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2007 um 2,8 % auf durchschnittlich 551 ¤ im Monat - was ebenfalls eine stärkere Zunahme als im Jahr zuvor bedeutet (1,3 %). Dabei hat sich der Abstand zum westlichen Tarifniveau leicht vermindert: 2007 wurden im Osten 86 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht, während es in den Jahren davor - seit 2001 - jeweils 85 % waren. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2007 bei 628 ¤ pro Monat und damit um 2,5 % über dem Vorjahreswert (613 ¤). Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in seiner Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen 2007.

Schaubild 1: http://www.bibb.de/de/31361.htm Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 185 Berufe in West- und 151 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 88 % der Auszubildenden in West und Ost ausgebildet. Dabei wurden die in etwa 5 % der Tarifverträge vereinbarten erhöhten Beträge für Auszubildende ab 18 Jahren mit berücksichtigt.

Schaubild 2: http://www.bibb.de/de/31361.htm

Zwischen den Ausbildungsberufen gab es erhebliche Unterschiede in der Vergütungshöhe (siehe Schaubild 2). Die mit Abstand höchsten Ausbildungsvergütungen wurden in West und Ost im Beruf Binnenschiffer/ Binnenschifferin mit jeweils 925 ¤ pro Monat erzielt. Sehr hohe Vergütungen sind seit langem auch in den Berufen des Bauhauptgewerbes (zum Beispiel Maurer/Maurerin) tariflich vereinbart. Sie betrugen 2007 im Westen durchschnittlich 859 ¤ und im Osten 679 ¤ pro Monat. Ebenfalls hoch waren die Vergütungen in West- und Ostdeutschland mit durchschnittlich jeweils 817 ¤ im Beruf Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen.

Eher niedrige Ausbildungsvergütungen wurden zum Beispiel in den Berufen Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (West: 399 ¤, Ost: 373 ¤), Friseur/Friseurin (West: 419 ¤, Ost: 266 ¤), Florist/Floristin (West: 424 ¤, Ost: 312 ¤) und Bäcker/Bäckerin (West: 457 ¤, Ost: 351 ¤) gezahlt.

Bei den ermittelten berufsspezifischen Durchschnittswerten ist zu beachten, dass häufig auch im gleichen Beruf die tariflichen Ausbildungsvergütungen je nach Region und Wirtschaftszweig erheblich voneinander abweichen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die tariflichen Ausbildungsvergütungen nur in der betrieblichen Ausbildung gelten. In der aus öffentlichen Mitteln finanzierten außerbetrieblichen Ausbildung erhalten die Auszubildenden in der Regel erheblich niedrigere Vergütungen, die hier nicht einbezogen sind.

Insgesamt verteilten sich die Ausbildungsvergütungen in den untersuchten Berufen im Jahr 2007 wie folgt: In Westdeutschland bewegten sich die Vergütungen für 62 % der Auszubildenden zwischen 500 ¤ und 749 ¤. Weniger als 500 ¤ erhielten 10 % der Auszubildenden, wobei Vergütungen unter 400 ¤ selten waren. 750 ¤ und mehr gingen an 28 % der Auszubildenden. In Ostdeutschland waren für 42 % der Auszubildenden Vergütungen von 500 ¤ bis 749 ¤ zu verzeichnen. Unter 500 ¤ lagen die Vergütungen für 46 % der Auszubildenden, für 13 % sogar unter 400 ¤. 12 % der Auszubildenden erreichten 750 ¤ und mehr.

Das BIBB errechnete auch die Vergütungsdurchschnitte für die weiblichen und männlichen Auszubildenden: Danach kamen im Westen männliche Auszubildende auf durchschnittlich 659 ¤, weibliche auf 620 ¤. Im Osten betrug der Durchschnitt für männliche Auszubildende 564 ¤ und für weibliche 527 ¤. Diese abweichenden Vergütungsdurchschnitte resultieren aus der unterschiedlichen Verteilung von männlichen und weiblichen Auszubildenden auf die Berufe, d.h. junge Frauen sind häufiger in Berufen mit einer niedrigeren Ausbildungsvergütung anzutreffen als junge Männer.

Schaubild 3: http://www.bibb.de/de/31361.htm

Zwischen den Ausbildungsbereichen bestanden 2007 in West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede (siehe Schaubild 3): Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 714 ¤, Ost: 616 ¤) und im Öffentlichen Dienst (West: 671 ¤, Ost: 649 ¤) erreicht.

Unter dem jeweiligen Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk, bei den Freien Berufen und in der Landwirtschaft. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass insbesondere in den Bereichen Industrie und Handel sowie Handwerk die Vergütungen der einzelnen Berufe sehr stark differieren.

Bei allen genannten Beträgen handelt es sich jeweils um die durchschnittlichen Vergütungen während der gesamten Ausbildungszeit.


Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergaben sich 2007 folgende Werte:

o In Westdeutschland betrugen die Vergütungen im 1. Lehrjahr durchschnittlich 573 ¤, im 2. Jahr 638 ¤ und im 3. Jahr 713 ¤ pro Monat.
o In Ostdeutschland beliefen sie sich im 1. Ausbildungsjahr auf durchschnittlich 489 ¤, im 2. Jahr auf 554 ¤ und im 3. Jahr auf 609 ¤ pro Monat.

Weitere Informationen im Internetangebot des BIBB unter http://www.bibb.de/de/783.htm

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