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Hannovers Implantat-Forscher gründen CrossBIT

18.01.2008 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

MHH, Leibniz-Uni und TiHo wollen mit dem Verbund, der Teil des zukünftigen
Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik ist, den Wissentransfer fördern Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Leibniz Universität Hannover und die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover haben mit CrossBIT einen Verbund für Biokompatibilität und Implantatimmunologie in der Medizintechnik gegründet. "Es stellt ein wesentliches Verbindungsglied zwischen der Implantatherstellung und der Funktionalisierung auf der einen und der präklinischen Testung auf der anderen Seite dar", betont Professor Dr. Henning Windhagen, einer der beiden Leiter von CrossBIT und Direktor der Klinik für Orthopädie der MHH. CrossBIT hat eine Scharnierfunktion zwischen Forschungszentrum und Medizinprodukteprüfung. "Unser besondere Stärke ist, dass wir die Grenzen von einzelnen Abteilungen oder Kliniken und sogar ganzer Universitäten auflösen und die Forscher dank CrossBIT über alle Grenzen hinweg Erfahrungen und Technologien austauschen", ergänzt Professor Dr. Axel Haverich, ebenfalls Leiter von CrossBIT und Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. "Das Ziel des neuen Verbundes ist es, den Wissenstransfer zu fördern, um aus den Aktivitäten der Forscher der Hochschulen mehr Kooperationen mit der Wirtschaft und Zulassungsanträge für die Anwendung am Patienten entstehen zu lassen", fasst Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident der MHH, zusammen. CrossBIT ist ein Teil des zukünftigen Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik. Das Zentrum ist eine in Gründung befindliche Initiative als gemeinsame Einrichtung der drei hannoverschen Hochschulen. Es wird vom Land Niedersachsen unterstützt.

Ob Gelenkprothesen, Herzklappen, Innenohrelektroden, künstlicher Knorpel oder Messsensoren: Sämtliche Fremdmaterialien, die in einen Körper eingesetzt werden, müssen auf ihre Eignung und Ungefährlichkeit hin überprüft werden. Sie dürfen weder toxisch sein noch zu Gewebereaktionen führen, sie dürfen keine Allergien auslösen und auch keine genetischen Veränderungen hervorrufen. CrossBIT bündelt Experten mit technisch-medizinisch-wissenschaftlicher Kompetenz aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Aus der MHH sind beteiligt die Klinik für Orthopädie, die Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, die Klinik für Unfallchirurgie,die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, die Klinik für Zahnärztliche Prothetik, die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, die Klinik für Neurochirurgie, die Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie sowie das Kompetenzzentrum Medimplant. Von der Leibniz Universität Hannover arbeitet bisher das Institut für Technische Chemie im Verbundzentrum mit, ebenso wie das Laserzentrum Hannover.

CrossBIT will in verschiedenen Schwerpunkten den Weg aus dem Labor bis hin zur Anwendung ebnen. Im Verbund werden die Grundlagen zur Biokompatibilität und zur Implantatimmunologie entwickelt. Dabei arbeiten die Gruppen aus den Hochschulen oder Kliniken fachübergreifend in Querschnittsbereichen zusammen. Die Organisation eines solchen Bereichs übernimmt jeweils ein Institut federführend. Forschungsschwerpunkte sind dabei kardiovaskuläre Implantate, orthopädische Endoprothesen, angiogene Knochenregeneration, Knochenschrauben und Platten, segmenteller Knochenersatz, Innenohrimplantate, Zahnersatz, neuroelektrische Schnittstellen, Herzklappenersatz, Biophotonik, Trägermaterial für die Gewebezüchtung, Biofilme oder Hautbanking.

In den Transferbereichen werden die marktrelevanten Entwicklungen dann hinsichtlich ihrer Biokompatibilität geprüft, also wie sich sich im Lörper verhalten. Im Kompetenzzentrum Medimplant etwa werden Implantatmaterialien nach DIN ISO 10993 untersucht. Das Kompetenzzentrum GMP-Labor wiederum setzt sich zum Ziel, ein richtungsweisendes Konzept für die Herstellung von Tissue-Engineering-Produkten für den Klinikbereich zu erstellen, und das Kompetenzzentrum GLP-Labor soll zertifizierte Untersuchungen bei Implantat-, Oberflächen- und Matieralveränderungen durchführen. Unter dem Dach von CrossBIT sollen weitere Kompetenzentren mit standardisierten Abläufen entwickelt werden.

Der Verbund finanziert sich aus einer Landesförderung und Beiträgen der beteiligten Kliniken und Institute und steht weiteren Kooperationspartnern offen. Er ist in Sichtweite der MHH in der Feodor-Lynen-Straße 31 untergebracht.

Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei CrossBIT, Tanja Hesse, Telefon 0511 532-8962, crossbit@mh-hannover.de. Sie vermittelt Ihnen auch Interviewpartner.

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