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Das gläserne Klinikum, der aufgeklärte Patient, die individuelle Betreuung

24.01.2008 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Das Uniklinikum Greifswald will im Qualitätsmanagement neue Maßstäbe setzen

Das Uniklinikum Greifswald konnte 2007 trotz verschärfter Rahmenbedingungen den Gesamtumsatz um 11,0 Mio. Euro von 126,0 Mio. Euro in 2006 auf 137,0 Mio. Euro erhöhen. Mit dem bundesweit niedrigsten Basisfallwert in Höhe von 2.632,91 Euro an einem Universitätsklinikum gehört das nordöstlichste Hochschulkrankenhaus zu den wirtschaftlichsten Einrichtungen Deutschlands. Die solide Basis steht im Einklang mit der Philosophie des Hauses, das Individuum in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen. "Die Patienten, die Mitarbeiter und die Studenten sind unser wichtigstes Kapital", betonte heute der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. med. Claus Bartels anlässlich des 2. Neujahrsempfanges des Universitätsklinikums Greifswald in der Universitäts- und Hansestadt vor rund 200 Gästen aus der Gesundheitswirtschaft, Politik und Bildung. Ehrengast des feierlichen Jahresauftakts ist der Ministerpräsident des Landes, Dr. Harald Ringstorff. An den 21 Kliniken und 19 Instituten wurden im vergangenen Jahr 119.000 Patienten (2006: 117.000) behandelt, davon 34.910 DRG-Fälle* (2006: 32.951) stationär. Die Auslastung der Bettenkapazität (778) betrug 91 Prozent (2006: 87 %). In den letzten zwei Jahren wurden 102 neue Arbeitsplätze am Klinikumsstandort Greifswald geschaffen. Mit inzwischen 3.419 Mitarbeitern ist das Uniklinikum mit seinen Tochtergesellschaften der größte Arbeitgeber und Ausbilder der Region. Genau 150 Jahre nach der Eröffnung des zur damaligen Zeit fortschrittlichsten Klinikums in der Greifswalder Altstadt im Jahr 1858 steht der Klinikumsneubau am Berthold-Beitz-Platz vor seiner Vollendung. Bis zum Jahr 2010 soll auf dem neuen Campus für 260 Mio. Euro das modernste Kompaktklinikum Europas mit maximaler Integration von Forschung, Lehre und Krankenversorgung fertig gestellt werden.

An den Besten messen, die Patienten einbeziehen
Das "European Foundation for Quality Management" (EFQM) am Uniklinikum Greifswald zählt zu den international hochwertigsten Zertifizierungsverfahren. Durch die Etablierung eines zentralen und einheitlichen Qualitätsmanagementsystems, das sämtliche Bereiche am Klinikum einschließt, werden alle Arbeitsabläufe permanent überprüft und entsprechend angepasst. "Wir wollen uns an den Besten messen und die Qualitätsführerschaft für unsere Patienten", unterstrich der Ärztliche Direktor die klare Zielsetzung. Das umfasst einerseits weitere Investitionen in medizinische Spitzentechnologien und die Stärkung der fachübergreifend arbeitenden Kompetenzzentren wie beispielsweise das Wirbelsäulen-, Lungen- und Gefäßzentrum. Andererseits muss es dabei gelingen, die Patienten noch besser in die Prozesse einzubeziehen. Der Schutz vor Krankenhausinfektionen (MRSA-Screening/Sepsis-Dialog) gehört da ebenso dazu wie eine umfassende Informationspolitik (Patientenorientierter Qualitätsbericht), fachliche Aufklärung und ein durchgängiges Beschwerdemanagement. "Jedes Plus an Qualität, Transparenz und Zuwendung kostet, zahlt sich aber perspektivisch für alle Beteiligten aus." Als positive Entwicklungen im Jahr 2007 nannte der Klinikumschef unter anderem das erneut ausgewogene Betriebsergebnis, die Zurückführung der universitären Psychiatrie nach Greifswald, die Übernahme der Stralsunder Pathologie, die erweiterte Profilierung des Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und die Vorreiterrolle in der Krankenhaushygiene sowie die Umsetzung des "Rauchfreien Krankenhauses" und die Einführung einer neuen Mitarbeiterzeitung (UKG live).

Steigende Betriebskosten bei sinkenden Budgets
Der überplanmäßige Anstieg der Personalkosten von 75,5 Mio. Euro im Jahr 2006 auf 80,1 Mio. Euro in 2007 sowie der Sachkosten von 51,1 Mio. Euro in 2006 auf 57,4 Mio. Euro in 2007 bezeichnete der Kaufmännische Direktor des Universitätsklinikums, Gunter Gotal, als größte finanzielle Herausforderung für das Universitätsklinikum im abgelaufenen Betriebsjahr. "Erfreulicherweise wurden die Gesamterlöse in einer Größenordnung von ca. 11,0 Mio. Euro gesteigert", so Gotal, "die damit deutlich höher als vorgesehen ausgefallen sind und die Mehrausgaben größtenteils kompensieren konnten." Nicht nur die Kostenexplosion bei der Energieversorgung und beim Medizinbedarf oder auch die Tarif- und Mehrwertsteuererhöhungen gefährdeten ernsthaft ein positives Betriebsergebnis. In den kommenden Jahren gerät das Universitätsklinikum durch sinkende Budgets, verschärfte Wettbewerbsbedingungen durch Leistungsausschreibungen der Krankenkassen sowie verringerte Zuschüsse für den Hochschulbau und Investitionen an seine Grenzen, die auch die hoheitlichen Aufgaben in der Forschung und Lehre in Frage stellen. "Insofern erwarten wir vom politischen Dialog neue strukturelle Ansätze, die das Hochschulkrankenhaus in die Lage versetzen, auch künftig aus eigener Kraft erfolgreich am Markt zu bestehen."

Zukunftsprojekt "Individualisierte Medizin" eröffnet neue Möglichkeiten
Im Rahmen des Kooperationsvorhabens der "Individualisierten Medizin" mit der Siemens AG wurden an der Universität Greifswald neue Möglichkeiten eröffnet, sich in Lehre und Forschung weiter zu profilieren. Anfang des Jahres geht eine der größten Gesundheitsstudien zur Erforschung von Volkskrankheiten (SHIP* - Study of Health in Pomerania) in die dritte Runde. Dazu werden die bisherigen und künftigen Proben komplett auf mögliche genetisch bedingte Erkrankungen und Stoffwechselstörungen untersucht. Die neue Phase der repräsentativen Bevölkerungsstudie umfasst darüber hinaus erstmalig eine Ganzkörperuntersuchung durch einen Magnetresonanztomographen (MRT). Das an Deutschlands einzigem Institut für Community Medicine entwickelte ganzheitliche Konzept wird einen einmaligen Datensatz hervorbringen, der als Schlüssel zur Lösung vieler globaler Gesundheitsprobleme dienen kann. "Mit der Forschungskonzentration können wir sowohl Nachwuchskräften als auch hochkarätigen Wissenschaftlern attraktive Bedingungen bieten.
Neben dem Sonderforschungsbereich (SFB) zur Herzmuskelschwäche und dem interfakultären SFB in der Genomwissenschaft zu Strategien gegen resistente Bakterien konnte auch die Spitzenforschung im letzten Jahr ausgebaut werden. Im vergangenen Jahr wurden durch die Mediziner trotz Auslaufen der Sonderförderung im Programm Neue Bundesländer (NBL3) Drittmittel im Umfang von 12,1 Mio. ¤ (2006: 12,4 Mio. ¤) eingeworben. Die Landeszuschüsse für Forschung und Lehre betrugen 39,7 Mio. Euro (2006: 36,0 Mio. Euro).

Nach wie vor konnte Greifswald darüber hinaus seinen Ruf als außerordentlich beliebter Medizinstudienort behaupten. Allein 2.700 Bewerber hatten bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) für das Wintersemester Greifswald als Erst-Wunsch für ein Medizinstudium angekreuzt. Damit kamen im Schnitt 15 Anwärter mit der Ortspräferenz 1 auf einen der 179 zu vergebenen Medizinstudienplätze. Zur Zeit studieren in der Universitäts- und Hansestadt knapp 1.300 Studenten Human- und Zahnmedizin.


*DRG-Fälle - Diagnosis Related Groups/Diagnosebezogene Fallgruppen (Abrechnungsbasis)

Anlage auf Anforderung
Pressemappe 2008

Universitätsklinikum Greifswald
Vorstandsvorsitzender/Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. med. Claus Bartels
Fleischmannstraße 8, 17475 Greifswald
T + 49 3834 86-50 12
F + 49 3834 86-50 10
E aerztliches.direktorat@uni-greifswald.de
www.klinikum.uni-greifswald.de

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