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Irina Palatnik: Ingenieurin mit interkulturellen Fähigkeiten

12.02.2008 - (idw) Hochschule Bochum

Hochschule Bochum vergibt erstmals die Zusatzqualifikation "Certified Intercultural Engineer" Dass Deutschland Exportweltmeister ist, verdankt es nicht zuletzt seinen Ingenieuren. Sie sind Garanten dafür, dass hochwertige Technologie in allen Teilen der Welt reibungsarm zum Einsatz kommt. Umso wichtiger ist es für die Zukunft des Landes, dass sich diese Ingenieurinnen und Ingenieure auch im Ausland sicher auftreten, vor Ort mit Land und Leuten kommunizieren und arbeiten können. An der Hochschule Bochum können die Studierenden in den Ingenieurfächern das bereits lernen. Jetzt konnte die Hochschule die erste Ingenieurin beglückwünschen, die die Zusatzqualifikation "Certified Intercultural Engineer" erworben hat.

"Unsere Studentinnen und Studenten haben längst erkannt, dass Arbeiten im Ausland mehr verlangt als nur, sich gerade einmal verständlich machen zu können", betont Dr. Hannelore Küpers, Professorin für Soziale/Kommunikative Kompetenzen der Hochschule Bochum. Sie ist auch die Leiterin des mit der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen betrauten IZK (Institut für Zukunftsorientierte Kompetenzentwicklung). Sie hat das internationale Qualifikationsprogramm entwickelt und kooperiert darin mit Prof. Dr. Hans-Jürgen Frieske (Auslandspraktika) und Marion Werthebach (Sprachkurse), beide im Fachbereich Mechatronik und Maschinenbau.

Irina Palatnik, die jetzt als erste Studierende das Zertifikat zum Intercultural Engineer entgegennehmen konnte, hatte sich nicht zuletzt auch wegen des internationalen Angebotes für ein Studium in Bochum entschieden. Als junges Mädchen ist sie mit Ihren Eltern im Alter von 14 Jahren von Moskau nach Deutschland gezogen. So erfolgreich sie es geschafft hat, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, so sehr war es ihr auch während ihres Mechatronik-Studiums an der Hochschule Bochum wichtig, vertieftes und reflektiertes interkulturelles Wissen und interkulturelle Fähigkeiten zu erlangen. Diese Chance bot der bei Würzburg beheimaten Studentin das Bochumer IZK.

Der reflektierte Umgang mit kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten am Arbeitsplatz und in der Freizeit, angefangen vom Umgang mit unbekannten Rahmenbedingungen und unterschiedlichen Mentalitäten bis hin zu Fragen der Toleranz gegenüber anderen und ihre Grenzen gehört zu diesem interkulturellen Training. Die Anforderung an Ingenieure und Ingenieurinnen gehen dabei natürlich weiter und sind ebenfalls Teil des Lehrangebots des IZK: Interkulturelles Projekt- und Personalmanagement hat Irina Palatnik darum intensiv auch mittels Fallstudien und Rollenspiele lernen können.
Insgesamt umfasst das Seminarprogramm auf dem Weg zum "Certified Intercultural Engineer" 120 Stunden.

Zugute gekommen ist Irina Palatnik auch ein Praxisstudiensemester in Pleasanton, Californien beim "TÜV Rheinland of North America", bei dessen Vermittlung sie ihr Professor Dr. Hans-Jürgen Frieske unterstützt hat. Es hat sie ermutigt, noch einen weiteren Schritt ins englischsprachige Ausland zu gehen: Seit Oktober 2007 studiert sie an der britischen Coventry University, um mit den "European Engineering Studies" zu ihrem Diplom auch noch einen Bachelor with Honours in Engineering zu erwerben.

Kontinuierlich hat das IZK in den letzten Jahren seine Bemühungen intensiviert, die interkulturellen Kompetenzen seiner Studierenden zu fördern. "Für den Erwerb des Zertifikats gehören Auslandsstudien zum Programm" betont Professorin Küpers. Zum Abschluss konnte Irina Palatnik in die obligatorischen Hausarbeit ("Difficulties and Obstacles on the Way of Integrating into a New Society") auch ihre persönliche Geschichte einfließen lassen. Sie beschreibt darin, wie ihre in der Migration erworbene Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen, ihr heute auch die Integration in andere Kulturen, in die amerikanische und in die englische Gesellschaft erleichtert hat.

"Als Hochschule sind wir stolz, Menschen wie Sie auf ihrem Weg zu fördern, der Menschen in vielen Ländern dieses Globus verbindet!" freute sich Professorin Küpers bei der Übergabe des Zertifikats. Sie gratulierte zusammen mit Hochschulpräsident Professor Martin Sternberg, Coventry-Betreuerin Marion Werthebach, Maschinenbau-Dekan Professor Jens Feldmann und Professor Hans-Jürgen Frieske.

Weitere Informationen: http://Come In (Intercultural Management Profile for Engineers) - http://www.hochschule-bochum.de/izk/veranstaltungen/come-in-intercultural-management-profile-for-engineers.html
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