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Islam und moderner Nationalstaat: RUB veranstaltet internationale Konferenz in Berlin

25.02.2008 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Islam und moderner Nationalstaat
RUB veranstaltet internationale Konferenz in Berlin
Trends und Tendenzen in der islamischen Welt

Islamismus, extreme Randgruppen, gewaltbereite Akteure - die wissenschaftlichen Antworten auf diese aktuellen Schlagworte sind eher zögerlich und vielfach auf die Politikwissenschaften begrenzt. Mit einer großen internationalen Konferenz in Berlin verlässt das Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität (IDG) diesen gängigen Pfad und öffnet den Blick für den konkreten Einzelfall: Es gibt keinen grundsätzlichen Konflikt zwischen "dem Westen" und "dem Islam", ebenso wenig ist die fortschreitende Säkularisierung pauschal ein Konfliktherd in mehrheitlich islamisch geprägten Ländern. Dass jeder Fall anders ist, erläutern Experten auf der Tagung "Islam und moderner Nationalstaat" am 12. und 13. März 2008 in der Vertretung des Landes NRW in der Hauptstadt (Hiroshimastr. 12-16, 10785 Berlin). Mitveranstalter ist die international tätige Düsseldorfer Gerda Henkel Stiftung, die zu den größten privaten Stiftungen zur Förderung geisteswissenschaftlicher Forschung in Deutschland gehört. Die Schirmherrschaft hat NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers übernommen. Anmeldungen sind bis zum 5. März möglich. Programm im Internet

Das ausführliche Programm der Tagung steht im Internet unter
http://www.ruhr-uni-bochum.de/idg/

"Der Fall Iran" und Afghanistan nach den Taliban

Ziel der Konferenz ist, fachübergreifend zu diskutieren, welche Auswirkungen Prozesse der Modernisierung und Individualisierung in unterschiedlichen islamischen Regionen haben. Die Referenten definieren Problemfelder, die über die tagespolitischen Belange hinausgehen und grundlegende Defizite des bisherigen (Islam-)Forschung aufzeigen. Auf dem umfangreichen Programm stehen daher unter anderem Themen wie "Religiöse Traditionen und Staatsbildung in Marokko", "Säkularisierung als Problem" in Ägypten, "Afghanistan nach den Taliban", der "politische Islam" im Sudan sowie "Der Fall Iran" (Weltgesellschaft, Islam und westliche Moderne). Darüber hinaus geht es um länderübergreifende Tendenzen, zum Beispiel "Islamismus und arabischer Nationalismus", "Staat und liberales Denken" aus islamistischer Sicht sowie Zukunftsperspektiven für die Region Mittlerer Osten. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch mit Simultanübersetzung.

Anstoß aus der RUB

"Dass der Anstoß zu dieser Tagung aus Nordrhein-Westfalen kommt, ist kein Zufall", schreibt Ministerpräsident Rüttgers in seinem Grußwort zur Konferenz. "Das 1994 gegründete Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum ist das in Deutschland einzige Institut für die vergleichende Erforschung von Strukturen kollektiver Gewalt in der Moderne." Es leiste damit einen Beitrag, besondere Sensibilitäten und Instrumente für aktuell sich abzeichnende Gewaltprozesse zu entwickeln. Aus der fachübergreifenden Arbeit des Instituts ließen sich Strategien einer Früherkennung kollektiver Gewalt ableiten sowie "nicht zuletzt Möglichkeiten von Konfliktprävention und Modelle friedensbildender Maßnahmen", so Rüttgers. Mit Blick auf das Engagement der Gerda Henkel Stiftung in "einem unsere Gegenwart so bestimmenden Themenfeld" würdigt Jürgen Rüttgers "die große Verantwortung und die enge Zusammenarbeit von Forschungsförderung und wissenschaftlichen Institutionen in Nordrhein-Westfalen."

Beiträge aus der RUB

Die international und hochkarätig besetzte Tagung wird am 12.3. von gleich vier Beiträgen aus Bochum eröffnet, eingebettet in Konferenzbeiträge u. a. aus Berlin, Bern, Hamburg, Khartoum und London. Nach einem in die Fragestellung der Tagung einführenden Vortrag von Prof. Mihran Dabag, Leiter des Bochumer IDG, geben drei Experten aus der RUB einen Überblick über das Thema und ordnen die aktuelle Situation im Islam ein: Prof. Lucian Hölscher (Geschichtswissenschaft) spricht über "Säkularität zwischen Religion und Gesellschaft", Prof. Volkhard Krech (Religionswissenschaft) beleuchtet "Religion und Politik im Zeitalter der Globalisierung" und Prof. Stefan Reichmuth (Orientalistik und Islamwissenschaft) geht auf "Proto-nationale Tendenzen in der arabischen Geschichte der Neuzeit" ein. Religion und globaler Wandel ist ein moderner fakultätsübergreifender Forschungsschwerpunkt der RUB in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Mihran Dabag, Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-29702, E-Mail: idg@ruhr-uni-bochum.de
Internet: http://www.rub.de/idg

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