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Schwangerschaft und Lebenserwartung: Welchen Einfluss hat die Versorgung des Kindes im Mutterleib auf dessen Lebensalter

25.02.2008 - (idw) Universitätsklinikum Tübingen

Tübinger Medizinische Universitätsklinik Teil des EU-Forschungsprojekts

130 Wissenschaftler in zehn Ländern haben alle dasselbe Ziel: das Geheimnis der Lebensdauer zu entschlüsseln. "LifeSpan: Integrating Research into Development and Ageing" ist ein neues, gesamteuropäisches Großprojekt, das von der Europäischen Union zunächst für fünf Jahre mit 12 Millionen Euro finanziert wird und sich mit dem Einfluss früher Ereignisse im Leben von Europäern auf deren späteres Altwerden beschäftigt.
In 18 Forschungszentren sollen Forschungsarbeiten zur frühen Entwicklung und die Erforschung des menschlichen Alterns zusammengebracht werden. Prof. Graham Pawelec von der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen ist verantwortlich für eine der internationalen Arbeitsgruppen des Projekts, die die Rolle der Immunität im Kontext von Entwicklungs- und Alterungsprozessen erforschen soll. Der Vorgang des Alterns kann nur dann verstanden werden, wenn man die ganze Lebensgeschichte eines Menschen kennt. Unsere Lebensdauer wird durch Vererbung, Umwelt und zufällige Ereignisse bestimmt. Es gibt mehr und mehr Belege dafür, dass Besonderheiten zu Beginn des Lebens eines Menschen dessen körperliche Verfassung und Gesundheit gegen Ende dieses Lebens entscheidend beeinflussen können. So gibt es Hinweise darauf, dass eine mangelhafte Versorgung des ungeborenen Kindes im Mutterleib mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krankheiten im Alter (wie etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen) einhergeht. In dem breit angelegten Forschungsprojekt wird eine Brücke zwischen zwei Disziplinen geschlagen, zwischen denen traditionellerweise kein enger Kontakt besteht, eine Brücke zwischen der Forschung zur Entwicklung des Menschen und der Alterungsforschung.

Die Wissenschaftler wollen anhand von Tiermodellen und anhand von Beobachtungen am Menschen herausfinden, ob bestimmte Variablen, die die Entwicklung einer Art mitbestimmen, eventuell die Langlebigkeit anderer Spezies beeinflussen können. Es überrascht vielleicht, dass hier auch wirbellose Tiere wie Würmer, Fliegen oder Bienen von Interesse sind. Wenn es jedoch gelingt, herauszufinden, warum bei den Bienen Königinnen und Arbeiterinnen so unterschiedlich lang leben, erkennt man vielleicht auch einen Faktor, der die Dauer des Lebens von Säugetieren und Menschen beeinflussen könnte.

Ein Teil des Gesamtprojekts wird von Tübingen aus koordiniert: Prof. Graham Pawelec von der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen ist verantwortlich für eine internationale Arbeitsgruppe, die die Rolle der Immunität im Kontext von Entwicklungs- und Alterungsprozessen erforschen soll. Prof. Pawelec beschäftigt sich seit langem neben der Krebsforschung mit der Erforschung der Veränderung des menschlichen Immunsystems im Alter. Über die Jahre hat er schon mehrere große, von der EU finanzierte internationale Projekte geleitet.

Mehr Informationen unter: http://www.lifespannetwork.nl.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Prof. Dr. Graham Pawelec
Medizinische Klinik, Abt. II, Sektion Transplantationsimmunologie
Tübingen Ageing and Tumour Immunology Group (TATI)
Waldhörnlestr. 22? 72072 Tübingen
Tel. 07071/29-8-28 05, Fax 07071/29-46 77
E-Mail graham.pawelec@uni-tuebingen.de

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