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Chemie-Nobelpreisträger Gerhard Ertl: Was Kohlenmonoxid und Taufliegen gemeinsam haben

27.02.2008 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Als Dirigent eines Orchesters aus Mitarbeitern - so hat sich anlässlich der Nobelpreisverleihung im Dezember 2007 Gerhard Ertl selbst beschrieben. In einem Interview mit den "Nachrichten aus der Chemie" zieht er einen weiteren Vergleich: "Eine Arbeitsgruppe anzuleiten, zu motivieren, mit Ideen zu versehen, das ist genau das, was ein Regisseur im Theater macht". Im Gespräch erzählt Ertl von den Anfängen seiner Forschung, wie er über Exzellenzinitiativen denkt und warum er Deutschland den USA immer vorgezogen hat. Gerhard Ertl erhielt im letzten Jahr den Nobelpreis für Chemie, weil er geklärt hat, wie Gasmoleküle an Festkörperoberflächen chemisch reagieren. Sehr intensiv beschäftigte er sich dabei mit der Oxidation von Kohlenmonoxid zu Kohlendioxid an Platin. Warum gerade diese Reaktion? Für Ertl ist "die CO-Oxidation ein Modellsystem" so wie die Taufliege Drosophila, die Biologen als Modellorganismus in der Genetik dient: "Es geht nicht um die Oxidation von CO an Platin selbst, es geht um ein Modell für grundlegende Naturphänomene."

Geforscht hat Ertl zunächst an Universitäten in München und Hannover, später wurde er Direktor der Abteilung für Physikalische Chemie des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Seiner Meinung nach haben sowohl Universitäten als auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ihre guten Seiten: An der Hochschule schätzt er den "unmittelbaren Kontakt zu den Studenten", am Max-Planck-Institut "hat man einfach mehr Flexibilität".

Das vollständige Interview mit dem Nobelpreiträger ist in der Februarausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" erschienen. Stefan Jorda berichtet dort zudem von der Nobelpreisverleihung in Stockholm. Eine PDF-Datei der Beiträge gibt es kostenlos bei der Redaktion unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.
Weitere Informationen: http://www.gdch.de/nachrichten "Nachrichten aus der Chemie" http://www.gdch.de/taetigkeiten/nch/jg2008/h02_08.htm Das Februarheft der "Nachrichten aus der Chemie"
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