Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 21. Dezember 2014 

Doppelter Erfolg für die Forschung

03.03.2008 - (idw) Hochschule Albstadt-Sigmaringen

Gleich mit zwei Forschungsprojekten war die Hochschule Albstadt-Sigmaringen im Programm "Innovative Projekte / Kooperationsprojekte 2007" des Landes Baden-Württemberg erfolgreich. Mit insgesamt rund 225.000 Euro werden zwei verschiedene Forschungsvorhaben der Professoren Dr. Jörg Bergemann und Dr. Silvije Jovalekic gefördert. In dem ersten Projekt geht es um die Reparaturmechanismen von Zell-Schäden und entsprechende Wirkstoffe. Das zweite Projekt aus dem Bereich Kommunikations- und Softwaretechnik befasst sich mit der Entwicklung von Tests für eingebettete verteilte Systeme. Bergemann ist Leiter des Masterstudiengangs Biomedical Engineering und beschäftigt sich auch mit der Herstellung künstlichen Gewebes, oder in der Fachsprache: Tissue Engineering. Dabei geht es darum, körpereigene Haut-, Knochen-, oder Knorpelzellen im Labor zu vermehren, so dass sie dem Patienten hinterher wieder implantiert werden können. Auf diese Weise können Schäden etwa durch Alterserscheinungen, Verbrennungen und Sportverletzungen behoben werden.

Interessanterweise lassen sich bei den außerhalb des Körpers vermehrten Zellen Verjüngungserscheinungen, wie eine gesteigerte Reparatur von Zell-Schäden beobachten. Eine nähere Un-tersuchung der hier zugrunde liegenden Mechanismen soll dazu dienen, Wirkstoffe zu entwickeln, die Alterungsprozesse abmildern können. Für einen ersten Wirkstoff, nämlich Folsäure, wurde im Studiengang Biomedical Engineering bereits eine deutliche Stimulierung der körpereigenen Reparatur nachgewiesen. Diese aktuellen Forschungsergebnisse werden 2008 in der internationalen Fachzeitschrift BioFactors veröffentlicht.

Auf einem ganz anderen Gebiet forscht sein Kollege Jovalekic aus dem Studiengang Kommunikations- und Softwaretechnik. Er entwickelt Testverfahren und Methoden für eingebettete verteilte Systeme mit Echtzeiteigenschaften. Solche Systeme werden etwa in der Gebäudeautomation, in Autos, in Kraftwerken und an vielen anderen Stellen eingesetzt. Sie bestehen aus verschiedenen miteinander vernetzten Komponenten wie Sensoren, Aktoren und Computern oder Prozessoren.

Diese Systeme zeichnen sich durch ein hohes Maß an Komplexität aus, und es ist daher wichtig, sie vor dem Einsatz, zum Beispiel im Auto, ausgiebig zu testen, um Fehler von vornherein auszu-schließen. Denn Fehler, etwa beim Anti-Blockier-System des Autos oder beim Feuermelder im Gebäude, können tödlich sein.

Im geplanten Forschungsprojekt geht es um Testverfahren für die vernetzte Elektronik zur Überwachung von Gebäuden. Jovalekic hat auf diesem Gebiet bereits in einem Vorläuferprojekt gearbeitet, aus dem eine Erfindungsmeldung und mehrere wissenschaft-liche Veröffentlichungen hervorgegangen sind. Für Diplom-, Bachelor- und Masterstudenten besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen der Abschlussarbeiten an dem Projekt zu beteiligen. Somit wird wissenschaftliche und zugleich praxisnahe Ausbildung der Studierenden gefördert, die von den Firmen geschätzt wird.

Beiden Forschungsprojekten gemeinsam ist, dass Sie in Kooperation mit Firmen durchgeführt werden. So arbeitet Bergemann mit dem Fraunhofer Institut für Bioverfahrenstechnik in Stuttgart und der Medizintechnik-Firma Tetec aus Reutlingen zusammen. Jovalekic' Projekt wird unterstützt durch die Firmen Honeywell in Albstadt und Hengstler in Deißlingen.


Die Förderung von gleich zwei wettbewerblichen Drittmittelprojekten ist ein wichtiger Erfolg für die Forschung an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Die beiden Projektleiter weisen zudem darauf hin, dass durch derartige Forschungsprojekte auch die Lehre an der Hochschule stark profitiert.
Weitere Informationen: http://www.hs-albsig.de - Internetseiten der Hochschule
uniprotokolle > Nachrichten > Doppelter Erfolg für die Forschung
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/152391/">Doppelter Erfolg für die Forschung </a>