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Markanter Exeget des Philosophischen Studiums verstorben

07.03.2008 - (idw) Universität Erfurt

Die Universität Erfurt und ihre Katholisch-Theologische Fakultät trauern um Professor Dr. Hans Lubsczyk, der am 29. Februar 2008 verstarb. Er wirkte zwischen 1971 und 1976 als Dozent und Professor für Exegese des Alten Testaments am Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt, der heutigen Katholisch-Theologischen Fakultät. Prof. Dr. Hans Lubsczyk, am 30. Mai 1911 in Leipzig-Gohlis geboren, empfing am 26. Mai 1938 die Priesterweihe. Danach wirkte er von 1938-1941 als Kaplan in der Dresdner Propstei-Gemeinde. Nach seinem Dienst als Sanitäter während des Zweiten Weltkrieges trat er 1946 in das Oratorium des heiligen Philipp Neri in Leipzig ein. Er leitete den Bau der Kirche in Böhlitz-Ehrenberg, wirkte als Jugendseelsorger im Raum Leipzig - Zwickau - Gera und arbeitete an einem Handbuch für die kirchliche Jugendseelsorge mit.
Schon in diesen Jahren galt sein besonderes Interesse der Heiligen Schrift, was auch in seinem ersten Buch "Der Bund mit Gott" zum Ausdruck kommt. Es wurde mehrmals aufgelegt und in andere Sprachen übersetzt. Auch aufgrund dieser Arbeit wurde Hans Lubsczyk von 1956-1961 ein Studienaufenthalt in Münster gewährt, um sich bei Hermann Eising im Fach Altes Testament zu qualifizieren. 1961 wurde Lubsczyk mit der Dissertation "Der Auszug Israels aus Ägypten" mit summa cum laude promoviert und im gleichen Jahr als Dozent zum Verwalter des alttestamentlichen Lehrstuhls in Erfurt berufen. Er nahm 1965 an der vierten Sitzungsperiode des II. Vatikanischen Konzils und in den Jahren 1968 und 1969 an der Diözesansynode des Bistums Meißen teil. 1971 wurde er zum Professor ernannt. 1973/74 amtierte er als Rektor des Philosophisch-Theologischen Studiums.
Durch die Art seiner Lehrtätigkeit konnte Lubsczyk in vielen Theologiestudenten die Liebe zur Heiligen Schrift wecken. Diesem Anliegen war er auch als Mitherausgeber der "Geistlichen Schriftlesung" (Altes Testament) verpflichtet. Nach seiner Emeritierung im Jahre 1976 widmete er sich ganz seinen Aufgaben innerhalb der Fokolar-Bewegung, der er 1971 beigetreten war. Er lehrte in Augsburg und in Montet (Schweiz) und bemühte sich in vielfältigen Veröffentlichungen, Theologie und Spiritualität zu verbinden. Im Jahr 2000 kehrte er nach Erfurt zurück und verfolgte mit wachem Interesse die Eingliederung der Theologischen Fakultät in die neu erstandene Universität Erfurt. Seit 2006 verbrachte er seinen Lebensabend im Begegnungszentrum der Fokolar-Bewegung in Zwochau bei Leipzig.
Als seine exegetischen Aufsätze anlässlich seines 75. Geburtstages 1989 herausgegeben werden sollten, wählte Lubsczyk selbst den Titel "Die Einheit der Schrift". In einem einführenden Beitrag spricht er die Besorgnis aus, dass "die Bibel zum Objekt der Experten" und für die Gläubigen "zu einem verschlossenen Buch wird". Bis in die letzte Zeit seines Lebens versuchte er deshalb, den Menschen, denen er begegnete, die Bibel als Lebensbuch zu erschließen.

"Mit Hans Lubsczyk haben die Universität Erfurt und ihre Katholisch-Theologische Fakultät eine markante Persönlichkeit verloren. Universität und Fakultät nehmen in Dankbarkeit Abschied und gedenken des Verstorbenen", so Dekan Professor Benedikt Kranemann und Präsident Professor Jörg Rüpke in einem gemeinsamen Nachruf.

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