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Blumenstadt Erfurt als Gastgeber der 1. Internationalen Konferenz zur Biologischen Vielfalt in Städten

13.03.2008 - (idw) Fachhochschule Erfurt

Internationaler Kongress des Kompetenznetzwerkes Stadtökologie vom 21.-24. Mai 2008 im Erfurter Kaisersaal: "Biologische Vielfalt und nachhaltige Stadtgestaltung": - "Urban Biodiversity and Design - Implementing the Convention on Biological Diversi-ty in towns and cities" Erstmals beschäftigen sich rund 400 Wissenschaftler aus der ganzen Welt während einer Tagung in Erfurt damit, wie dem Verlust der Biologischen Vielfalt durch eine nachhaltige Gestaltung in Städten begegnet werden kann. URBIO 2008 will die Teilnehmer der 9. UN-Naturschutzkonferenz im Mai 2008 in Bonn auf das Thema "Biologische Vielfalt in Städten und Nachhaltige Stadtgestaltung" aufmerksam machen und anregen, es in Zukunft auf das Arbeitsprogramm der sog. Biodiversitätskonvention zu setzen. Der Kongress wird im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Fachhochschule Erfurt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Stadt und Fachhochschule in Erfurt arbeiten seit Jahren im Rahmen eines Kooperationsvertrages an diesem wichtigen Thema. Seit 2004 wird im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte beispielhaft in Erfurt untersucht, wie die Biodiversitätskonvention in Städten umgesetzt werden kann. "Nachhaltige Stadtentwicklung ist ein zentraler Forschungsschwerpunkt unserer Hochschule, mit dem wir die Stadt Erfurt durch unsere Arbeiten unterstützen können und andererseits aus den Erfahrungen der Praxis für unsere Ausbildung profitieren" so FH- Rektor Prof. Dr.-Ing. Heinrich H. Kill.

So suchten 70 Erfurter Landschaftsarchitekturstudenten im Sommer 2007 den artenreichsten und schönsten Vorgarten im Erfurter Gründerzeitring - aus dieser Untersuchung soll eine Vorgartenfibel für die Erfurter entwickelt werden. Im Sommer 2004 wurde unter dem Motto "Freie Räume statt Maschendrahtzäune" die artenreichsten Brachflächen in Erfurt ausfindig gemacht und Konzepte entwickelt, wie diese vorübergehend ungenutzten Flächen als temporäre Grün- und Freiflächen aufgewertet werden können. Dies führte 2006 zur Gründung des Vereines LAGUNE - Lokale Aktionsgemeinschaft Urbanes Natur Erleben), der zusammen mit Bewohnern der Stadt nahe gelegene Brachflächen für Freizeit und Erholung nutzt.
Der bundesweite Wettbewerb ENTENTE FLORALE 2008 schließlich ruft ganz Erfurt auf, sich auf die Tradition der Blumenstadt Erfurt zu besinnen und öffentliche und private Grünflächen zum Blühen zu bringen.

"Die enorm hohe Nachfrage im Vorfeld des Kongresses macht deutlich, das diese Thema bereits lange in Wissenschaft und Politik über-fällig war" - so der Hauptorganisator des Kongresses, der Stadtökologe Prof. Dr. Norbert Müller vom Bereich Landschaftsarchitektur der FH Erfurt. "Der Kongress wird wesentliche Impulse für eine neue Ausrichtung bei der Gestaltung und Planung in Städten unter dem Vorzeichen der globalen Herausforderungen Klimawandel und Verlust der Biologischen Vielfalt geben".
Im Rahmen des Kongresses werden die Teilnehmer im Rahmen einer Exkursion neueste Grünplanungen in Erfurt wie "Klein Venedig" und Zitadelle Petersberg begutachten. "Wir sind stolz, unsere Bemühungen um eine lebenswerte vielfältige grüne Stadt diesem internationalen Publikum vorstellen können" so der Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, Andreas Bausewein, der anlässlich des Kongresses im Rathausfestsaal einen Empfang für die Teilnehmer ausrichten wird.

Bereits seit dem 8. Jahrhundert ist Erfurt ein international bedeutsames Zentrum des Gartenbaus und des Blumenhandels (Blumenstadt Erfurt). Anknüpfend an diese lange Tradition im Bereich der pflanzlichen Vielfalt findet im Mai dieses Jahres weltweit zum ersten Mal in Erfurt ein internationaler Kongress zur Biologischen Vielfalt in Städten statt. Städte haben für die Biologische Vielfalt eine herausragende Stellung: sie nehmen zwar nur 2 % der Erdoberfläche ein, nutzen aber über 75 % der globalen Ressourcen und sind damit Hauptverursacher für den Verlust biologischer Vielfalt. Bislang wurden die Risiken die von Städten ausgehen in der internationalen Umweltpolitik wie der UN-Klimakonvention und UN-Biodiversitätskonvention (CBD) häufig diskutiert. Die Chancen und Herausforderungen die sich daraus für eine nachhaltige Stadtgestaltung ergeben, wurden aber bislang kaum thematisiert.


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