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Wissenschaftsstadt Jena ist Gründungsstätte einer neuen internationalen Fachzeitschrift

26.03.2008 - (idw) Institut für Photonische Technologien

Der Direktor des Institutes für Photonische Technologien (IPHT), Prof. Dr. Jürgen Popp, ist Gründer und Chefredakteur des "Journal of Biophotonics", dessen erste Ausgabe dieser Tage bei Wiley erscheint. Es ist das erste internationale Wissenschaftsjournal, das Hintergrund- und Originalartikel auf dem Gebiet der Biophotonik anbietet. Die Biophotonik hat ihren Namen von den griechischen Worten "bios" für Leben und "phos" für Licht erhalten und umfasst die Anwendung lichtbasierter Technologien auf Fragestellungen in Medizin und Lebenswissenschaften. Zu diesen Technologien gehören moderne Mikroskopie- und Spektroskopieverfahren aber auch der Einsatz von Licht in Form von Lasern als Werkzeug, sei es in der Zellbiologie oder in der Chirurgie.
"So interdisziplinär wie die Forschungsrichtung Biophotonik ist auch unser neues Journal angelegt", erläutert Popp, der auch Sprecher des vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsschwerpunktes Biophotonik ist. Neben der wissenschaftlichen Arbeit in einzelnen Verbundprojekten ist es ein wichtiges Anliegen dieses Forschungsschwerpunktes, die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Fachdisziplinen wie Chemie, Physik und Ingenieurwissenschaften auf der einen und Medizin, Biologie und Biotechnologie auf der anderen Seite zu fördern, "denn nur, wo die Entwickler einer Technologie von Anfang an eng mit deren potentiellen Anwendern zusammenarbeiten, entstehen Verfahren, die sich in der Praxis bewähren können", betont Popp.
Das Ziel, die beiden Gruppen zusammenzubringen, verfolgt auch der international renommierte Wiley Verlag. "Wiley hat eine starke Position im Chemie-, Physik- und Life-Science-Bereich. Mit dem Journal of Biophotonics wollen wir versuchen, den so verschiedenen Wissenschaftlern erstmals eine gemeinsame Plattform zu bieten.", sagt Dr. Andreas Thoss, der als Managing Editor die neue Zeitschrift betreut. Es hat zusammen mit dem Physikochemiker Popp bereits 2006 die Idee zu dem Journal entwickelt und seitdem konsequent verfolgt. "Wir freuen uns, dass wir für unser Herausgebergremium Fachleute aus der ganzen Welt gewinnen konnten", fährt Thoss fort. Als zweiter Chefredakteur ist mit Gert von Bally von der Universität Münster ein weiterer Wissenschaftler des Forschungsschwerpunktes Biophotonik an Bord. Die Gründung der neuen Zeitschrift steht auch in der guten Tradition der jährliche Symposien des Forschungsschwerpunktes, die ebenfalls dem Ziel dienen, Wissenschaftler der verschiedenen Disziplinen und Wirtschaftsvertreter zusammenzubringen. Zweimal in Jena fanden diese Tagungen bereits in Jena statt.
Jürgen Popp, der an der Universität Jena den Lehrstuhl für Physikalische Chemie innehat und das gleichnamige Institut leitet, arbeitet seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Schwingungsspektroskopie und ihrer Anwendung auf biologische und medizinische Fragestellungen. So ist er zum Beispiel an dem Verbundprojekt "Exprimage" beteiligt, in dem über 80.000 Proben von Krebspatienten mit innovativen optischen und biomolekularen Technologien untersucht und die Ergebnisse zu einem neuartigen Gesamtbild zusammengefügt. Ein derartiges Bild eines Krebsherdes kann künftig den Ärzten eine deutlich genauere Beschreibung des Tumors bereitstellen als dies heute technologisch möglich ist. Dies wird in Zukunft weitere Erfolge bei der Entwicklung von individualisierten Krebstherapien und eine verbesserte Abschätzung des Verlaufs von Krebserkrankungen erlauben.
Der Wahl-Thüringer Popp sieht Jena längst als Keimzelle der weltweiten Biophotonik-Forschung. "Am Standort Jena hat die Zusammenarbeit von Physik und Biologie ebenso Tradition wie der gute Kontakt zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Außerdem ist unsere Stadt als Optik-Standort weltweit ein Begriff." Nachdem es ihm Anfang des Jahres gelungen war, die Koordinatorenrolle des europäischen Exzellenz-Netzwerkes "Photonics4Life" nach Jena ans IPHT zu holen, festigt es in Popps Augen die internationale Rolle Jenas nun um so mehr, dass nun auch das erste internationale Wissenschaftsjournal in Sachen Biophotonik von hier aus herausgegeben wird.

Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr.
Jürgen Popp
Wissenschaftlicher Direktor des IPHT
Telefon +49 (0) 3641/ 206-300
Telefax +49 (0) 3641/ 206-399
juergen.popp@ipht-jena.de

Ebenfalls von Prof. Popp bei Wiley erschienen:
Susanne Liedtke / Jürgen Popp:
Laser, Licht und Leben - Techniken in der Medizin
2006. XIII, 204 Seiten, ca. 125 Abb. Gebunden. ¤ 24,90

ISBN 3-527-40636-0

Jürgen Popp / Marion Strehle (eds.):
Biophotonics - Visions for Better Health Care
2006. XXVI, 596 Seiten. 305 Abb. Gebunden. ¤ 129.- ISBN 3-527-40622-0
Weitere Informationen: http://www.wiley-vch.de - Homepage des Wiley VCH Verlages http://www.ipht-jena.de - Homepage des Institutes für Photonische Technologien http://www.biophotonik.org - Homepage des Forschungsschwerpunktes Biophotonik
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