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"Der Test auf Hepatitis ist für mich sehr wichtig"

27.03.2008 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Deutsche Leberstiftung und Deutscher Olympische Sportbund schützen vor Hepatitis-Virusinfektionen - Hochspringer Eike Onnen ging in der MHH mit gutem Beispiel voran Anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Peking werden neben der Deutschen Olympiamannschaft auch viele sportbegeisterte Deutsche in diesem Jahr nach China reisen. Was vielen nicht bekannt ist: In China ist die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus eine der häufigsten Erkrankungen. Etwa 60 Prozent der Bevölkerung haben eine Vorgeschichte mit einer Hepatitis B-Virusinfektion, 10 Prozent der Menschen sind chronisch mit dem Hepatitis B-Virus infiziert.

Dementsprechend stellt der Leberkrebs eine der häufigsten Todesursachen in China dar. Eine akute Hepatitis B-Virusinfektionen kann bei Erwachsenen zu schweren Leberentzündungen führen und in einzelnen Fällen einen so genannten fulminanten Verlauf nehmen, der entweder eine Lebertransplantation notwendig macht oder zum Tode führen kann. Heilt eine akute Hepatitis B nicht spontan aus, so entwickelt sich eine chronische Entzündung der Leber, die im Langzeitverlauf zu einer Leberzirrhose und zur Ausbildung von Leberzellkrebs führen kann. In Deutschland sind etwa 500.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis B-Virus infiziert.

Auch die Hepatitis A-Virusinfektion tritt in China deutlich häufiger auf als in Deutschland. Dieser hochinfektiöse Virus kann ebenfalls tödlich sein. Ansteckungsgefahr besteht durch verunreinigtes Trinkwasser, rohe Meeresfrüchte oder ungenügend erwärmte Nahrung. Hier bewährt sich der Spruch "Cook it, peel it of forget it". Immer lässt sich eine solche Regel aber nicht einhalten - und sie bietet auch nicht absoluten Schutz. Mit einer erfolgreichen Impfung kann man Hepatitis A- und B-Virusinfektionen verhindern und sich damit vor einer lebensbedrohlichen Krankheit schützen. Aus diesem Grund ist für alle Teilnehmer und Besucher der Olympischen Spiele eine Impfung gegen Hepatitis A und B sinnvoll.

Durch eine einfache Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob eine Person durch eine zurückliegende Infektion oder Impfung bereits einen Schutz gegen Hepatitis A- und B-Virusinfektionen hat. Wenn nicht, kann eine entsprechende Impfung erfolgen. Die Deutsche Leberstiftung hat dem Deutschen Olympischen Sportbund angeboten, kostenfrei bei allen deutschen Teilnehmern der Olympischen Spiele den Impfstatus festzustellen und eine Impfempfehlung abzugeben.

Die ersten Proben sind bereits von den Mannschaftsärzten eingereicht und im Labor getestet worden. Als einer der ersten hat sich der 25jährige Eike Onnen, amtierender und mehrfacher Deutscher Hallenmeister im Hochsprung, testen lassen. Der Hannoveraner gewann 2007 unter Freiluftbedingungen den Europacup in München und belegte bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka einen viel beachteten siebten Platz. Seine persönliche Bestleistung liegt bei 2,34 Meter. Für Eike Onnen kam das Angebot der Deutschen Leberstiftung gerade recht. "Der Test auf Hepatitis und entsprechenden Impfstatus ist für mich sehr wichtig, nicht nur anlässlich der Olympischen Spiele in Peking. Natürlich müssen Sportler ganz besonders auf ihre Gesundheit achten. Aber eigentlich sollten das alle Menschen tun. Schließlich ist die Gesundheit eine Basis des Lebens", sagte Onnen.

Für die Deutsche Leberstiftung nahm ihm Prof. Dr. Michael P. Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, Blut ab. "Wir freuen uns, dass die Olympioniken mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Impfstatus testen lassen. So können wir feststellen, wer geimpft werden muss, um sich vor Hepatitis A und B zu schützen" sagte Prof. Michael Manns, Vorsitzender der Deutschen Leberstiftung. In der Folge bietet die Deutsche Leberstiftung der gesamten Olympiamannschaft auch die Möglichkeit, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen. Professor Manns weist auf die oft unterschätzte Krankheit Hepatitis und die Möglichkeit einer Schutzimpfung ganz besonders hin: "Eine Hepatitisvirusinfektion kann tödlich sein und wird oft nicht entdeckt. Weltweit gesehen ist der Hepatitisvirus induzierte Leberkrebs der dritthäufigste Tumor beim Mann überhaupt. Er ist auf jeden Fall der weltweit am stärksten zunehmende Tumor. Mit den Schutzimpfungen können wir effektiv das Entstehen dieses Hepatitisvirus induzierten Leberkarzinoms verhindern. Wir hoffen, dass die Besucher der Olympiade dem guten Beispiel folgen und sich ebenfalls testen und impfen lassen, um geschützt nach Peking zu reisen".

Die Deutsche Leberstiftung wurde Ende 2006 gegründet. Das mit Unterstützung des BMBF geschaffene "Kompetenznetz Hepatitis", ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Ärzten, Apotheken, Kliniken und Patienten, soll nach Auslaufen der staatlichen Unterstützung durch ein privates Engagement fortgesetzt werden. Mit Hilfe der Deutschen Leberstiftung kann die erfolgreiche Arbeit des Forschungsverbundes nachhaltig finanziert und damit gesichert werden. Die Deutsche Leberstiftung will die Heilungschancen für Lebererkrankungen und die Lebensqualität von Erkrankten verbessern. Dabei hat sich die Deutsche Leberstiftung folgende Ziele gesetzt: Verbesserung der Patientenversorgung, die Steigerung der öffentlichen Wahrnehmung für Lebererkrankungen, die Förderung der horizontalen und vertikalen Forschungsvernetzung, die schnelle Generierung und der rasche Transfer von Wissen.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen Bianka Wiebner, Kaufmännische Geschäftsführerin der Deutschen Leberstiftung, gern zur Verfügung. Gern senden wir Ihnen Bilder in druckfähiger Auflösung.


Kontakt:

Deutsche Leberstiftung
Bianka Wiebner
Kaufmännische Geschäftsführerin
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel.: 0511. 532 6815
Fax 0511. 532 6820
Wiebner.Bianka@mh-hannover.de
www.deutsche-leberstiftung.de

Medizinische Hochschule Hannover
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Zorn, Leiter
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel.: 0511. 532 6772
Fax 0511. 532 3852
pressestelle@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de

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