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IGLU-Studie: Keine Entwarnung für die Bildung!

08.04.2003 - (idw) Bertelsmann Stiftung

Bertelsmann Stiftung fordert individuelles Lernen von Anfang an

Gütersloh, 8. April 2003. Die Ergebnisse der jüngsten internationalen Grundschul-Lese-Un­tersuchung "IGLU" bedeuten nach Ansicht der Bertelsmann Stiftung keine Entwarnung für das deutsche Bildungssystem - im Gegenteil. Zwar rangieren die deutschen Viertklässler im internationalen Vergleich auf Platz 11 und schneiden damit deutlich besser ab als es die PISA-Studie für die 15-jährigen Schüler belegt hat. Die Bertelsmann Stiftung sieht trotzdem Handlungsbedarf: "Schweden erzielt in den verschiedenen internationalen Vergleichen re­gelmäßig sehr gute Ergebnisse, und auch die Niederlande liegen bei "IGLU" weit vorn. Bei allen Unterschieden zwischen den Schulsystemen bleibt eins festzuhalten: Dort beginnen die Schüler mit dem systematisch geförderten Lernen früher als in Deutschland und lernen länger gemeinsam", so der Vorsitzende des Präsidiums der Bertelsmann Stiftung, Prof. Heribert Meffert.

Die Grundschulen leisteten gute Arbeit und erwiesen sich einmal mehr als reformorientierte Schulen. "IGLU zeigt, dass die Viertklässler noch mit relativ guten Leistungen an den Toren der weiterführenden Schulen abgeliefert werden. Die Lernprobleme entstehen oft erst später. Vieles spricht dafür, dass die frühe Zuordnung der Schüler auf verschiedene Schulformen nach der Grundschule nicht leistungsförderlich ist", sagt Meffert: "Den Weg aus der PISA-Misere werden wir letztlich aber nur finden, wenn sich der Unterricht verändert."

Die weiterführenden Schulen sollten deshalb von der Lernkultur der Grundschulen lernen. "Dazu gehören das individuelle Fördern und Fordern der Kinder und offene Unterrichtssitua­tionen. Die Stärken der Kinder und Jugendlichen müssen früh gezielt erkannt und gefördert werden", fordert Meffert. Die Bertelsmann Stiftung sehe sich durch "IGLU" in ihrer Position bestätigt, dass neben einer verstärkten vorschulischen Bildung die Verbesserung des Unter­richts im Zentrum jeder Schul- und Bildungsreform stehen muss. "Es geht nicht um kurzfris­tige Korrekturen von Einzelsymptomen. Es geht um Qualitätssteigerung im Unterricht. Wir brauchen im Ergebnis eine andere Schule, bei der eine gezielte Strategie des Förderns im Vordergrund steht."


Über die Bertelsmann Stiftung:

Die Bertelsmann Stiftung versteht sich als Förderin des Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Sie will Reformen in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit, Demokratie und Bürgergesellschaft sowie Internationale Verständigung voranbringen. Die 1977 von Reinhard Mohn gegründete, gemeinnützige Einrichtung hält die Mehrheit der Kapitalanteile der Bertelsmann AG. In ihrer Projektarbeit ist die Stiftung un­abhängig vom Unternehmen und parteipolitisch neutral.


Rückfragen an: Silke Jansen, Telefon: 0 52 41 / 81-81 371
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