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Martin Walser liest in Bamberg

04.04.2008 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Der bedeutende Schriftsteller Martin Walser liest am 16. April im Rahmen der Reihe "Literatur in der Universität". In seinem neuen Roman "Ein liebender Mann" erzählt Martin Walser nicht zum ersten Mal von einer Liebe, die mit einem enormen Altersunterschied ringt. Jedoch ist es mit Goethe zum ersten Mal eine historische Figur, die über das Altern und das Glücksgefühl eines späten Sich-Verliebens reflektiert und schließlich die Verzweiflung unerfüllter Liebe aushalten muss. Am Mittwoch, 16. April, liest Martin Walser im Rahmen der Reihe "Literatur in der Universität" um 20 Uhr in der AULA der Universität Bamberg aus dem in diesem Jahr erschienenen Roman.

Marienbad, 1823: Der 74-jährige Goethe verbringt zum dritten Mal den Sommer mit der Familie Levetzow, in deren erst 19 Jahre alte Tochter Ulrike er sich leidenschaftlich verliebt. Eine unmögliche Liebe - weiß nicht nur Goethe, sondern zeigen auch die Reaktionen eines um den alternden "Dichterfürsten" besorgten Umfeldes. Dennoch kommt es schließlich zu einem Heiratsantrag, der ebenso höflich wie entschlossen abgelehnt wird. Goethe reist ab - er wird Ulrike nicht wiedersehen. Zurück in Weimar, bleibt ihm nur die Flucht in das Schreiben und damit in die Fiktion, denn: "Solang er schrieb, war sie da. Sobald er nicht schrieb, fehlte sie." In der Folge entsteht die "Marienbader Elegie", jener Text, mit dem Goethe seiner letzten Liebe, dem glücklichen Sommer an der Seite Ulrikes und dem Abschiedsschmerz nach der Trennung ein literarisches Denkmal setzt.

Martin Walser gehört seit Jahren zu den renommiertesten Schriftstellern Deutschlands. 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren, studierte er Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie, arbeitete zunächst beim Rundfunk, um sich mit 30 Jahren für eine freie Schriftstellerexistenz zu entscheiden. Seither sind zahlreiche Romane, Novellen, Theaterstücke und Essays erschienen, die die verdeckten Wunschträume und die Abgründe der bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft ausleuchten. Das Spektrum der Auszeichnungen für sein literarisches Werk reicht vom Hermann-Hesse-Preis (1957) über den Georg-Büchner-Preis (1981) bis zum Friedenspreis des deutschen Buchhandels im Jahr 1998, mit dessen streitbarer Dankesrede Martin Walser eine öffentliche Kontroverse über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit auslöste.

Karten für die Lesung sind für 16 Euro bzw. für Schüler und Studierende und Uni-Angehörige für 9 Euro im Buch & Medienhaus Hübscher und beim bvd Kartenservice bzw. an der Abendkasse erhältlich.

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