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Drittmittel-Einwerbung als Jobmaschine - Universität stärkt damit Lehre und Forschung

21.04.2008 - (idw) Universität des Saarlandes

Die Universität des Saarlandes (UdS) hat im Jahr 2007 für ihren Haushalt rund 142 Millionen aus Landesmitteln erhalten; zusätzlich hat sie vielfältige Anstrengungen unternommen, Drittmittel einzuwerben. Das sind diejenigen Mittel, welche die Universität von dritter Seite für bestimmte Projekte bekommt, und die in der Regel nur über strenge Auswahlverfahren eingeworben werden können. Drittmittel sind also ein Indikator für das Leistungsvermögen einer Uni. Die Universität des Saarlandes hat im vergangenen Jahr über 46 Millionen Euro an Drittmitteln erhalten. Die Uni-Professoren der Forschungseinrichtungen (An-Institute ohne Max-Planck-Institute) warben noch einmal knapp 36 Millionen Euro ein. Insgesamt wurden also 82 Millionen Euro an Drittmitteln von Universitätsmitgliedern eingeworben. Professor Dr. Manfred Lücke, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer der UdS, zieht damit eine positive Bilanz für die Forschung: "Um die Bedeutung der Drittmittel richtig einschätzen zu können muss man sich vor Augen halten, dass im Jahr 2007 den Fakultäten für die Durchführung von Lehre und Forschung ungefähr 116 Millionen Euro an Landesmitteln zur Verfügung standen. Ordnet man sie zu gleichen Teilen diesen beiden Aufgabenbereichen zu (also je 58 Millionen), so ergibt sich durch die zusätzliche Einwerbung der rund 82 Millionen Drittmittel eine Gesamtförderungssumme von 140 Millionen Euro für die Forschung und ein Aufwuchs von 141 Prozent auf den Landeseinsatz - wahrlich keine schlechte Rate." Fast 13 Millionen Euro der direkten Drittmitteleinnahmen der UdS stammten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Von Bund, Ländern und Stiftungen flossen fast 16 Millionen Euro an die Uni. Die restlichen Drittmittel erhielt die Universität des Saarlandes von der EU (fast fünf Millionen Euro), aus Stipendien (über zwei Millionen Euro) und von der Industrie (über 10 Millionen Euro). Im Umfeld der UdS warben Wissenschaftler der Uni für das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) fast 14 Millionen Euro an Drittmitteln ein, dicht gefolgt von Universitätsmitarbeitern des Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) mit 12,5 Millionen Euro.

Das Land profitiert von Drittmitteln in mehrfacher Hinsicht. Zunächst werden damit für besonders leistungsfähige Forscher verbesserte Arbeitsbedingungen geschaffen. Dadurch wird der Innovationsmotor Forschung gestärkt und das Renommee des Wissenschaftsstandortes Saarland weiter gesteigert. Ferner werden über Drittmittel in beträchtlichem Umfang zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen - sowohl für wissenschaftliches wie auch für nicht-wissenschaftliches Personal. Anfang 2008 wurden allein an der UdS mehr als 700 Personen aus Drittmitteln (mit)finanziert - das sind fast ein Fünftel der etwa 4.000 Beschäftigten der Uni. Hinzu kommen dann noch die entsprechenden Drittmittel-finanzierten Arbeitsplätze an den An-Instituten. Und schließlich bedeuten die für Forschungsprojekte eingeworbenen Mittel auch eine immense 'Rendite-Steigerung' für die Lehre, da die Drittmittel-finanzierten wissenschaftlichen Mitarbeiter sich sehr häufig auch an der Betreuung von Studenten bei Seminaren, Übungen, Vorlesungen, Praktika und Abschlussarbeiten beteiligen.

Professor Manfred Lücke: "Die direkt an der UdS eingeworbenen Drittmittel sind im Vergleich zum Vorjahr um etwa 6,3 Prozent gestiegen. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Rolle von Drittmitteln für die UdS weiter zunehmen wird." Insbesondere die DFG hat in den letzten Jahren eine Reihe von zusätzlichen Förderprogrammen intensiviert, an denen auch die Wissenschaftler der UdS zur Zeit schon sehr erfolgreich partizipieren: Dazu zählen die Forschungsverbünde der Exzellenzinitiative, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs, Forschergruppen und Schwerpunktprogramme. Daneben wird auch eine Vielzahl von Einzelprojekten der Wissenschaftler der UdS von der DFG finanziert. Auch im Rahmen von verschiedenen Nachwuchsprogrammen, mit denen junge Wissenschaftler eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen können, war die UdS erfolgreich.

Zum Drittmittelerfolg tragen übrigens alle Fakultäten bei, so Professor Lücke. Beispielsweise gehen auf das Konto der Mitglieder der Philosophischen Fakultät II für Sprach- und Literatur- und Kulturwissenschaften 7 Millionen Euro eingeworbener Drittmittel.

Professor Manfred Lücke: "In Anbetracht der großen Hebel- und Multiplikationswirkung der Drittmittel für Lehre, Forschung, Innovation und Wissenstransfer ist es nicht nur wünschenswert, sondern auch höchst sinnvoll, das Anreizsystem für deren Einwerbung auszubauen. Der Nutzen, den Universität und Land aus den so eingesetzten Mitteln erzielen können, ist enorm."


Kontakt:
Prof. Dr. Manfred Lücke
Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer
Tel.: 0681/ 302-3402
E-Mail: vp-forschung@uni-saarland.de

Hinweis: Die aktuellen Zahlen zum Drittmittel-Aufkommen der Universität des Saarlandes und ihrer An-Institute im Überblick finden sich unter http://www.uni-saarland.de/mediadb/presse/Drittmitteleinnahmen2007.pdf

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