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Fachhochschulen diskutieren Standort in der Bildungslandschaft

29.04.2008 - (idw) Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)

Vom 1. bis zum 4. Mai findet die 38. Jahrestagung des Wiesseer Kreises*) in Bad Wiessee am Tegernsee unter der Leitung des Rektors der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) und Vizepräsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Andreas Geiger, statt. In diesem Jahr geht es um eine Standortbestimmung der Fachhochschulen in der deutschen akademischen Bildungslandschaft. An der 2008er Tagung nehmen über 130 Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Die Jahrestagung fällt in eine Zeit der hochschulpolitischen Neuorientierung der Fachhochschulen. Stichworte wie Bologna-Prozess, erhöhte Abbrecherquoten in Bachelor-Studiengängen, Exzellenzinitiative, Professorenbesoldung oder auch die Frage des Promotionsrechts sind Themen, die den derzeitigen Diskurs bestimmen. Fachhochschulen werden so in eine Profilierungsdebatte gezwungen.

Die Fachhochschulen in Deutschland stehen heute nicht nur für wissenschaftliche Standards in Studium und Lehre, sondern leisten auch im Bereich von Forschung und Entwicklung wesentliche wissenschaftliche Beiträge. Allerdings bleibt das Verhältnis zwischen Fachhochschulen und Universitäten weiterhin ungeklärt. Der Bologna-Prozess eröffnete die Möglichkeit, die bisher nur formal bestehende Gleichwertigkeit endlich Realität werden zu lassen: Bachelor- und Master-Studiengänge an Fachhochschulen sind denen an Universitäten gleichgestellt.

Die Fachhochschulen sehen sich dennoch benachteiligt. Die Exzellenzinitiative hat zwar die Universitäten in ihrer Orientierung auf Grundlagenforschung gestärkt. Trotzdem bieten Universitäten aufgrund des erhöhten Bedarfs zunehmend anwendungs- bzw. praxisorientierte bis hin zu dualen Studiengängen an. Der Fachhochschulbereich wurde in Deutschland entgegen der ausdrücklichen Empfehlung des Wissenschaftsrats nicht ausgebaut. Der wachsende Bedarf an anwendungsbezogener Ausbildung hat daher zur Folge, dass die Universitäten in die Domäne der Fachhochschulen eindringen. Aber gerade die anwendungs- bzw. praxisbezogene Ausbildung, dazu ein hohes Maß an Berufsfähigkeit, kurze Studiengänge und ein rasanter Aufwuchs in anwendungsbezogener Forschung sind ausschlaggebend für das den Fachhochschulen zugewiesene Prädikat des Motors regionaler Innovation.

*) Der Wiesseer Kreis wurde 1970 gegründet als Freundeskreis der Hochschulen für angewandte Forschung. Seitdem veranstaltet dieser jährlich eine Fachtagung in Bad Wiessee, zu der Gäste aus Wissenschaft, Forschung und Politik eingeladen werden.

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