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Nächste Ausfahrt: Mammutknochen - Interaktive Karte der bundesweiten "Geo-Highlights"

16.05.2002 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Auf der Internetseite "www.geohighlights.de", die vom Fachgebiet Geowissenschaften der Universität Bonn konzipiert wurde, lassen sich Informationen zu zahlreichen Höhepunkten der Geowissenschaften recherchieren - sei es zu Fossilstätten, zu interessanten geologischen Geländepunkten oder geowissenschaftlichen Museen. Das bundesweite Angebot wird ständig ausgebaut.

An der Autobahn A48 von Koblenz nach Trier befindet sich bald hinter dem Kreuz Koblenz der Rastplatz "Mammutgrube". Hier wurden im Jahre 1936 bei Wegebauarbeiten im Löss Teile eines Mammutskeletts gefunden - eine Sensation: Lediglich sechs mehr oder weniger vollständig erhaltene Skelette der zottigen Eiszeit-Elefanten wurden in Deutschland im 20. Jahrhundert entdeckt.

Auf der Internetseite "www.geohighlights.de", die vom Fachgebiet Geowissenschaften der Universität Bonn konzipiert wurde, lassen sich Informationen zu zahlreichen Höhepunkten der Geowissenschaften recherchieren. Ein Klick in die interaktive Landkarte der Webseite verrät: Das "Mammut von Polch" war ein kräftiger Bulle mit einer Schulterhöhe von 3,20 Metern - weniger, als ein afrikanischer Elefantenbulle erreicht, denn die Mammute der letzten Eiszeit waren keineswegs so riesig, wie heute oft behauptet wird. Und es starb wahrscheinlich an Altersschwäche: Die Mammutjagd mit vergifteten Speeren oder ausgeklügelten Fallgruben zählte wohl nicht zur Lieblingsbeschäftigung unserer Vorfahren. Die Knochen des Mammuts von Polch werden übrigens in der Sammlung des Instituts für Paläontologie der Universität Bonn aufbewahrt.

Die Karte im Internet ist ein Beitrag der Deutschen Geowissenschaftler zum Jahr der Geowissenschaften. Per Mausklick kann sich der Besucher Informationen zu geologischen Aufschlüssen, Museen oder besonderen Landschaftsformationen in Bild und Text anzeigen lassen. Die Karte ist in doppelter Hinsicht interaktiv: Der Betrachter kann Detailausschnitte vergrößern, in ihnen "navigieren" und so nach interessanten Geohighlights suchen. Außerdem können Fachleuten aus den Geowissenschaften per Internet Informationen in das System einstellen - beispielsweise Texte und Bilder zu einem Fossilfundort. Nach Eingabe der geographischen Koordinaten markiert ein Kreuz in der Karte die Fundstätte.

Die Idee stammt von dem Bonner Paläontologen Professor Dr. Wighart von Koenigswald, der die interaktive Karte auch redaktionell betreut; die technisch-methodische Entwicklung liegt bei dem Geographen und Professor für Geographische Informationssysteme (GIS) Klaus Greve. Ziel: Der Nutzer soll sich in spielerischer Weise spannende Informationen rund um die Geowissenschaften erschließen können - und zwar weit mehr, als eine traditionelle Buchproduktion bereit stellen kann. Getragen wird das Projekt durch die Mitarbeit von Geowissenschaftlern in ganz Deutschland, die ständig mit weiteren Highlights die Karte bereichern. Professor Greve versteht das Projekt aber zugleich als ein Technologieexperiment. "Wir möchten an einem attraktiven Modell zeigen, was heute technologisch durch die Verbindung von GIS und Internet möglich ist. Zugleich möchten wir lernen, wie man die mächtigen Instrumente zur Informationsverarbeitung wirklich nutzerfreundlich gestalten kann."

"www.geohighlights.de" basiert auf JaGO, einem Baukasten zur Erstellung von WebGIS-Lösungen, der von der Arbeitsgruppe GIS an der Universität Bonn mitentwickelt wurde. JaGO erlaubt es, WebGIS-Anwendungen nicht nur auf einem Internet-Server zu betreiben, sondern in einem weit verteilten kooperativen Netz von Servern, von denen jeder einen speziellen Aspekt zum Informationsmanagement beisteuert. In der nächsten Ausbaustufe der Geohighlights wollen die Wissenschaftler ein solches Servernetzwerk aufbauen. Professor Greve: "Wir hoffen, dass sich weitere Kooperationspartner und Sponsoren an dem Experiment beteiligen. Und natürlich viele geowissenschaftliche Experten, die das System mit interessanten Inhalten füllen."


Ansprechpartner für die Medien: Professor Dr. Klaus Greve, Geographisches Institut der Universität Bonn, Tel.: 0228/73-5596 oder -2098, Fax: 0228/73-9658, E-Mail: klaus.greve@uni-bonn.de, oder Professor Dr. Wighart von Koenigswald, Institut für Paläontologie der Universität Bonn, Tel.: 0228/73-3104, Fax: 0228/73-3509, E-Mail: koenigswald@uni-bonn.de
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