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Zweite Amtszeit für Rektor Prof. Dr. Liebig: Senat bestätigt Wahl des Universitätsrates mit großer Mehrheit

07.05.2008 - (idw) Universität Hohenheim

Wachstum, Vernetzung und ausgebaute Wirtschaftsbeziehungen als Schwerpunkte der kommenden Jahre / Prof. Dr. Liebig: "Chancen überwiegen"

Nun ist es amtlich: in öffentlicher Sitzung bestätigte der Senat der Universität Hohenheim den amtierenden Rektor, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Liebig, für eine weitere Amtszeit an der Spitze der Hochschul-Leitung. Damit stellten sich die Vertreter aller Statusgruppen endgültig hinter die Wahl des Universitätsrates, der Prof. Dr. Liebig bereits am 30. April 2008 als neuen Rektor erkoren hatte. Als Schwerpunkte der kommenden Amtszeit nannte der frisch bestätigte Rektor "Wachstum und Vernetzung um in Politik und Wirtschaft besser wahrgenommen zu werden". Bei der heutigen Wahlbestätigung entfielen 18 Ja-Stimmen bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen auf Prof. Dr. Liebig. Vergangene Woche hatte der Universitätsrat einmütig mit acht Ja-Stimmen und drei Enthaltungen für den amtierenden gestimmt. Es ist ein straffes Programm, mit dem sich Prof. Dr. Hans-Peter Liebig im Vorfeld der Wahl für eine zweite Amtszeit empfohlen hatte: "In den Agrarwissenschaften werden wir weltweit schon deutlich wahrgenommen, in den anderen Bereichen wollen wir international deutlich sichtbar werden. Das geht nur über Wachstum - und im Verbund mit Partnern, mit denen wir auf Spitzenniveau kommen."

Bei dieser Suche tritt Rektor Prof. Dr. Liebig selbstbewusst auf: "In der Region steht es außer Frage, dass Hohenheim im Verbund der Wirtschaftswissenschaften den Lead übernehmen soll." In diesem Bereich soll auch das stärkste Wachstum stattfinden: "Durch das Ausbauprogramm 2012 des Landes haben die Wirtschaftswissenschaften eine einzigartige Chance, neue Professuren zu gewinnen und die Basis für einen nachhaltigen Ausbau zu legen." In der Forschung will Prof. Dr. Liebig vor allem die Themen Financing und Unternehmertum stärken.

Premium-Angebote für den Weiterbildungsmarkt

Flankiert werden solle der Ausbau durch intensive Zusammenarbeit mit der Wirtschaft: "Gemeinsam mit Europas führender Business School, der HEC in Paris, besetzen wir eine Lücke im regionalen Weiterbildungssegment für gehobenes Management. Über eine Stiftung bekommt die regionale Wirtschaft erstmals die Chance, das neue Angebot gemäß ihren Bedürfnissen mitzugestalten."
Den neuen Stellenwert der Wirtschaftskontakte soll auch die künftige Zusammensetzung des Rektorates widerspiegeln: "Über Namen möchte ich mich heute noch nicht äußern. Fest steht jedenfalls, dass das neue Rektorat neben Prorektoren für Forschung und Lehre auch einen Prorektor speziell für Wirtschaftskontakte haben wird."

Stärkung der Life Sciences in den Naturwissenschaften

Wachstum soll es auch in den Naturwissenschaften geben - auch durch neue Studiengänge im Rahmen des Ausbauprogrammes 2012. In der Forschung wünscht sich Prof. Dr. Liebig eine weitere Stärkung der Kernbereiche wie Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaft. "Dazu gehört auch, die Kooperation mit Tübingen und Stuttgart weiter zu vertiefen." Ein weiterer Baustein sei, das Life Science Center als jüngstes wissenschaftliches Zentrum auszubauen.
Chancen sieht Hohenheims Rektor aber auch in Bereichen wie der Physik und Meteorologie: "Hier hat sich die Universität Hohenheim in jüngster Zeit mit international erfolgreichen Forschungsprogrammen etabliert."

Stärkere Profilierung in Agrarwissenschaften

Auch in den Agrarwissenschaften soll sich Hohenheim fester als internationales Zentrum für Aus- und Weiterbildung etablieren: "In Osteuropa sind wir bereits gut unterwegs und durch die neuen Doppelabschlüsse mit China und Thailand haben wir die Tür nach Asien weit geöffnet. Insgesamt muss Hohenheim auf dem internationalen Bildungsmarkt aber noch erfolgreicher werden."
Forschungspolitisch empfiehlt der Rektor den Agrarwissenschaften, sich stärker in ausgewählten Schwerpunkten zu profilieren: "Im Bereich Tropenforschung ist das bereits sehr deutlich gelungen. Hier wollen wir regional einen neuen Schwerpunkt im südlichenöstlichen Afrika setzen. Weitere Themen-Schwerpunkte bleiben Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe in ganzer Breite des aktuellen Konfliktes und die Forschung entlang der Food Chain - von der Nahrungsmittelproduktion über die Verarbeitung bis zur ernährungsmedizinischen Begleitung." Auch im Bereich der molekularen Pflanzenernährung soll die Universität zu einem Zentrum mit internationaler Bedeutung aufsteigen.

Attraktive Studienbedingungen und Forschungsthemen als Pluspunkte

Als Pluspunkte für die Zukunftspläne nannte Prof. Dr. Liebig eine "offensichtlich attraktive Universität, bei der nahezu alle Studiengänge ausgebucht sind, sowie einen besonderen Fokus auf relevante Themen für Wissenschaft, Gesellschaft und Industrie." Außerdem stütze sich die Universität Hohenheim auf "motivierte Mitarbeiter, einzigartige Arbeitsmöglichkeiten in den Versuchsstationen, gebündelte Unterstützung durch die wissenschaftlichen Zentren und nicht zuletzt einen einmalig schönen Campus".
Gleichzeitig sparte er die Schwächen der Hochschule nicht aus: "Wir haben keine Beteiligung am Exzellenzprogramm und Einrichtungen, die am Rande der Reserven arbeiten". Verschärft werde das Problem durch die "landesweit chronische Unterfinanzierung, bei der es seit über 10 Jahren keine reale Steigerung gab und auch in absehbarer Zeit keine Steigerung zu erwarten ist".

"Die Chancen überwiegen"

In der Summe sieht Prof. Dr. Liebig die Chancen als überwiegend an: "Durch Wachstum, erfolgreiche Teilnahme am Ausbauprogramm 2012 und Vernetzung können wir es erreichen, in Politik und Wirtschaft besser wahrgenommen zu werden. Nur so können wir zusammen mit unseren attraktiven Forschungsthemen neue Unterstützung wie etwa neue Stiftungsprofessuren erhalten." Parallel müsse die Universität Qualität und Service im Inneren steigern - durch Personalentwicklung, Raummanagement und Qualitätsmanagement.
"Ich freue mich und bin von Ihrem großen Vertrauen geradezu überwältigt", so die erste Reaktion Prof. Dr. Liebigs nach der Wahl. "Ich habe Ihnen im Vorfeld vieles skizziert und bin nun sehr gern bereit, das meinige zu tun, damit es erfolgreich vorangeht."

Zur Person:

Als amtierender Rektor steht Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Liebig seit 1. Oktober 2002 an der Spitze der Hochschulleitung der Universität Hohenheim. Geboren wurde Hans-Peter Liebig am 23. Januar 1945 in Neuruppin (Brandenburg). Nach einer Gärtnerlehre folgten Studium, Promotion und Habilitation im Fach Gartenbau an der Universität in Berlin Dahlem, der TU Berlin und der Universität Hannover. Nach einem Studien- und Forschungsaufenthalt an der Agricultural University Wageningen erhielt Dr. Liebig 1991 den Ruf auf die C4-Professur für Gemüsebau der Universität Hohenheim. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Prodekan, Dekan und Mitglied des Senates und des Hochschulrates war Prof. Dr. Liebig 2001 zum Vizepräsidenten der Universität Hohenheim gewählt worden.


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