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Ehrung für einen "Angewandten Theoretiker"

15.05.2008 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Nobelpreisträger Herbert Kroemer erhält am 20. Mai (18 Uhr) die Ehrendoktorwürde der Physikalisch-Astronomischen Fakultät der Universität Jena Jena (14.05.08) Er gilt als einer der "Väter" der modernen Informationstechnologie: der Physiker Prof. Dr. Herbert Kroemer. Bereits in den 1950er Jahren - Jahrzehnte bevor an eine technische Umsetzung seiner Ideen zu denken war - hat er das physikalische Konzept der sogenannten Halbleiterheterostrukturen entwickelt, das heute in Handys, CD-Spielern oder dem Internet technischer Standard ist. "Eine bahnbrechende Pionierleistung", nennt Prof. Dr. Friedhelm Bechstedt, Direktor des Instituts für Festkörpertheorie und -optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Arbeit seines Fachkollegen. Weitere sollten folgen: In den 1960er Jahren erfanden Herbert Kroemer und der russische Physiker Schores Alfjorow unabhängig voneinander den Halbleiterheterostruktur-Laser, die Grundlage für die gesamte heutige Glasfaser-Kommunikation, wofür beide im Jahr 2000 mit dem Physik-Nobelpreis geehrt wurden.

"Für seine fundamentalen Beiträge auf dem Gebiet der Halbleiterheterostrukturen" würdigt die Physikalisch-Astronomische Fakultät der Jenaer Universität den Ausnahmewissenschaftler Herbert Kroemer am 20. Mai mit der Ehrenpromotion. Der öffentliche Festakt findet um 18 Uhr in der Aula im Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1) als einer der Höhepunkte der "Woche der Physikalisch-Astronomischen Fakultät" statt. Im Anschluss an die Laudatio des Prodekans Prof. Bechstedt wird Prof. Kroemer einen Vortrag mit dem Titel "Von der Forschung zu den Anwendungen: Determinismus oder Opportunismus?" halten.

Seine wissenschaftlichen wie familiären Wurzeln hat der heute 79-jährige Kroemer in Thüringen: 1928 in Weimar geboren, nahm er 1947 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sein Physik-Studium auf, was er ein Jahr später an der Universität Göttingen fortsetzte. Dort wurde Kroemer 1952 promoviert. Anschließend arbeitete er als "angewandter Theoretiker" - wie er sich selbst gerne nennt - im Forschungszentrum der Deutschen Bundespost in Darmstadt, bevor ihn seine Karriere Mitte der 1950er Jahre in die USA führte. Nach Stationen in Princeton, Palo Alto und Boulder ging er 1976 an die University of California (Santa Barbara), wo er bis heute wissenschaftlich aktiv ist. Sein Oeuvre aus beinahe 60 Jahren Forscherkarriere umfasst mittlerweile knapp 300 Publikationen.

"In all seinen Veröffentlichungen blickt Kroemer auch auf die möglichen praktischen Anwendungen seiner theoretisch-physikalischen Ideen", macht Prof. Bechstedt deutlich. Damit habe der Nobelpreisträger die wissenschaftliche Arbeit und die junge Generation von Physikern, auch an der Friedrich-Schiller-Universität, nachhaltig beeinflusst. "Hier hat er nicht nur den ersten Vortrag nach seiner Nobelpreis-Verleihung gehalten", so Bechstedt weiter. "Hier sind auch viele seiner Ideen aufgegriffen und weiterentwickelt worden."

Die Jenaer Öffentlichkeit hat dann am Mittwoch (21. Mai) Gelegenheit, mit Prof. Kroemer ins Gespräch zu kommen. Ab 15 Uhr stellt sich der Physiker im Volksbad (Knebelstraße 10) den Fragen von Studierenden und Professoren während einer Podiumsdiskussion. Bereits am Montag (19. Mai) hält Prof. Kroemer um 14.15 Uhr einen wissenschaftlichen Vortrag zu seinem Spezialgebiet. Der Vortrag mit dem Titel "Heterostrukturen: Schlüsseltechnologie der Halbleiterphysik" findet im Helmholtzweg 2 (Hörsaal 2, Haus 2) statt.


Kontakt:
Prof. Dr. Friedhelm Bechstedt
Physikalisch-Astronomische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947150
E-Mail: bech[at]ifto.physik.uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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