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"Zappelphilipp-Kinder": Fließen die Gehirnströme anders?

20.05.2008 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Studie des Universitätsklinikums Heidelberg zu Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) sucht noch Teilnehmer Was führt bei Kindern zur "Zappelphilipp-Krankheit"? Im Rahmen einer Studie wollen Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg den Ursachen und Zusammenhängen des so genannten Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) auf den Grund gehen.

Rund drei bis fünf Prozent der Kinder in Deutschland leiden an ADHS, Jungen sind drei- bis neunmal häufiger betroffen als Mädchen. Die Kinder haben Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, sind unruhig und lassen sich leicht ablenken. Seelische, soziale und schulisch-berufliche Probleme sowie Folgeerkrankungen wie Depressionen können für die betroffenen Kinder und Familien die Folge sein. Wie die Krankheit entsteht, ist bislang noch nicht vollständig erforscht.

Defizit im motorischen System könnte Bewegungsdrang erhöhen

Aktuelle Ergebnisse internationaler Studien liefern erste Hinweise darauf, dass das motorische System der Kinder, also die Steuerung von Bewegungen und Muskelaktivität durch das Nervensystem, betroffen ist. Die Folge ist ein erhöhter Bewegungsdrang. Mit Hilfe von EEG-Untersuchungen möchten die Heidelberger Forscher unter Leitung von Professor Dr. Franz Resch, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, nun untersuchen, ob es Unterschiede in den Gehirnströmen von hyperaktiven und gesunden Kindern gibt. "Dies könnte bedeuten, dass bei hyperaktiven Kindern eine geringere Erregung ausreicht, um eine Bewegung auszulösen", erklärt Professor Dr. Franz Resch.

EEG-Untersuchung: eine rein passive, schmerzlose Messung

Die EEG-Untersuchung, bei der über Sensoren am Kopf der Kinder die Hirnströme gemessen werden, ist schmerzlos und wird von den Kindern als neutral bis interessant empfunden. Es handelt sich um eine rein passive Messung, bei der das Kind nicht beeinflusst wird. Es werden keine Medikamente gegeben und die Untersuchung beinhaltet keine Röntgenstrahlen oder Blutentnahmen. Risiken sind nicht bekannt.

Die Untersuchung setzt sich aus einem Test (IQ-Test, ADHS-Ausschluss etc.) und der eigentlichen EEG-Messung zusammen, die mehrere Hirnstrom-Aufzeichnungen beinhaltet und mit Pausen insgesamt ungefähr drei bis vier Stunden dauert.

"Wenn wir die Mechanismen von ADHS genauer verstehen, können wir auch effizientere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten entwickeln", erklärt Professor Dr. Resch.

Für die Studie werden als Teilnehmer rechtshändige Kinder mit einer diagnostizierten ADHS im Alter von 8-14 Jahren, die mit Methylphenidat (Ritalin) behandelt werden, gesucht.
Es sollte keine weitere neurologische Erkrankung (z.B. Migräne, Epilepsie) vorliegen.
Jeder Proband und die Eltern werden umfassend aufgeklärt. Es gibt eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 Euro.

Kontakt für Interessenten:

Tel.: 06221 / 56 38047
(Anrufbeantworter, bitte hinterlassen Sie ihre Kontaktdaten, wir melden uns umgehend zurück)


E-Mail: janina.werner@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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