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Universitäre Forschung in Niedersachsen vollständig evaluiert

21.05.2008 - (idw) Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen HANNOVER. Die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen (WKN) hat die Forschung an niedersächsischen Universitäten vollständig evaluiert. Damit ist Niedersachsen das erste und bislang einzige Bundesland, das über eine flächendeckende Stärken-Schwächen-Analyse seiner Hochschulforschung verfügt.

"Die Evaluationsberichte der WKN sind für uns wesentliche Entscheidungshilfen in der Landeshochschulplanung und ein wichtiges Instrument des modernen Politikmanagements", sagte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann. In insgesamt 33 landesweiten Verfahren haben unabhängige Gutachter die Forschung in allen Fächern unter die Lupe genommen. Für jedes Fach wurden spezielle Kommissionen zusammengestellt, für die angesehene Experten gewonnen werden konnten, die bewusst nicht aus Niedersachsen stammen, sondern aus ganz Deutschland oder dem Ausland.

Anders als in Ranking-Verfahren, die sich ausschließlich auf Zahlenmaterial stützen, haben in den WKN-Verfahren die Gutacher die Hochschulen persönlich besucht, die wichtigsten Publikationen der Wissenschaftler gelesen und persönliche Gespräche mit allen Professorinnen und Professoren sowie dem akademischen Mittelbau und Nachwuchs geführt.
"Wir haben die universitäre Forschung in Niedersachsen kartiert", kommentierte Generalsekretär Dr. Mathias Pätzold, Leiter der WKN-Geschäftsstelle in Hannover.

Dabei hat beispielsweise die Forschungsevaluation der beiden großen niedersächsischen Medizinstandorte Göttingen (Universitätsmedizin Göttingen) und Hannover (MHH) gezeigt, dass beide ausgezeichnete Forschungsleistungen erbringen und damit zu den herausragenden Einrichtungen der Hochschulmedizin in Deutschland gehören. Die Gutachter konnten feststellen, dass sich die besonders leistungsstarken Abteilungen in Göttingen vor allem im Bereich der Vorklinik (z.B. Neurowissenschaften), in Hannover eher im klinischen Bereich (z.B. Transplantationsmedizin und Infektionsforschung) befinden. Die Ergebnisse in der Exzellenzinitiative haben diese generelle Einschätzung inzwischen eindrucksvoll bestätigt. Die MHH war sowohl mit ihrer Graduiertenschule "Hannover Biomedical Research School" als auch ihrem Cluster (zusammen mit der Leibniz Universität Hannover) "From Regenerative Biology to Reconstructive Therapy" erfolgreich. Göttingen konnte mit dem Cluster "Microscopy at the Nanometer Range" und der Graduiertenschule "Göttingen Graduate School for Neuro- and Molecular Biosciences" punkten.

Die WKN arbeitet - nach dem Modell des Wissenschaftsrates auf Bundesebene - als eine Institution für kontinuierliche, unabhängige und wissenschaftsgestützte Politikberatung. Die elf stimmberechtigten Mitglieder der Kommission sind namhafte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus anderen Bundesländern, die das Spektrum der Wissenschaftsbereiche von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Natur- und Lebenswissenschaften bis hin zu den Ingenieurwissenschaften abdecken. Den Vorsitz führt Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz Gemeinschaft und ehemaliger Präsident der Humboldt Universität Berlin.

Die WKN hat bundesweit die erste Forschungs- und Strukturevaluation der sogenannten "kleinen" geisteswissenschaftlichen Fächer am Beispiel der Universität Göttingen durchgeführt. In Göttingen haben viele dieser Disziplinen ihren Ursprung. Die interdisziplinär zusammengesetzte Gutachterkommission kam zu der Einschätzung, dass diese Fächer in Göttingen durch überwiegend sehr gute Forschungsleistungen und in jüngster Zeit durch vielversprechende Kooperationen maßgeblich zum Profil nicht nur der Philosophischen Fakultät, sondern auch zur Universität insgesamt beitragen.

Mit der Wissenschaftlichen Kommission und der Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur (ZEvA), die für die Begutachtung von Studiengängen und der Qualität der Lehre zuständig ist, verfügt Niedersachsen als einziges Bundesland über ein umfassendes System der Qualitätssicherung an seinen Hochschulen. Die Evaluationsergebnisse wurden in Berichten festgehalten und veröffentlicht. Sie sind über die Webseite der WKN (http://www.wk.niedersachsen.de) abrufbar.

Weitere Informationen: http://www.wk.niedersachsen.de
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