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Zwei Sonderforschungsbereiche mit hallescher Beteiligung werden weiter gefördert

22.05.2008 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Sehr gute Nachrichten für die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU): Gleich zwei Sonderforschungsbereiche, an denen die MLU beteiligt ist, werden für weitere vier Jahre in Millionenhöhe von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Damit können die erfolgreichen Projekte zu den Themen "Gesellschaftliche Entwicklung nach dem Systemumbruch" und "Differenz und Integration" zusammen mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena bzw. der Universität Leipzig weitergeführt werden. Der SFB 580 "Gesellschaftliche Entwicklung nach dem Systemumbruch - Diskontinuität, Tradition und Strukturbildung" (Friedrich-Schiller-Universität Jena und MLU) untersucht die genannten Entwicklung in Ostdeutschland und anderen ehemals sozialistischen Gesellschaften. Der Forschungsverbund geht bei der Erklärung des Wandels in den nachsozialistischen Gesellschaften neue Wege. "Wir gehen nicht von einer einfachen Angleichung an westliche Verhältnisse aus, sondern sehen in Ostdeutschland die Entwicklung eigener Lösungen für die Herausforderungen des Vereinigungsprozesses und des weltweiten Wandels", sagt der hallesche Politikwissenschaftler Prof. Dr. Everhard Holtmann, Sprecher des SFB 580.

Die Förderzusage der Deutschen Forschungsgemeinschaft über insgesamt neun Millionen Euro führt Holtmann auf die positive wissenschaftliche Evaluation des Sonderforschungsbereichs zurück. "Bewertet wurden dabei unsere Forschungsarbeit der vergangenen acht Jahre, aber auch die von uns aufgezeigten Forschungsperspektiven." In der neuen Förderperiode gehe es vor allem darum, die "Herausforderungen zweiter Ordnung" zu erforschen, die inzwischen nachgewachsen seien. "Schließlich generieren manche Instrumente zur Bewältigung der Transformation Folgeprobleme." Beim SFB 580 handele es sich im Übrigen um den "weltweit einzigen Großforschungsverbund, der sich in transnational vergleichender Perspektive mit der Transformation beschäftigt".

Ab Freitag, 23. Mai 2008 (Eröffnung um 10 Uhr), zeigen die Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs (Juristen, Politologen, Soziologen, Psychologen, Historiker) ihre Forschungsergebnisse in einer Ausstellung mit dem Titel "Gesellschaftliche Entwicklung nach dem Systemumbruch" an der Martin-Luther-Universität in Halle (Juridium, Universitätsplatz). Die Schau läuft bis zum 11. Juli 2008.

Der an der MLU angesiedelte Sonderforschungsbereich 586 mit dem Titel "Differenz und Integration - Wechselwirkungen zwischen nomadischen und sesshaften Lebensformen in Zivilisationen der Alten Welt" (Kooperation mit der Universität Leipzig) erhält für die kommenden vier Jahre rund fünf Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. "Dass diese beiden Sonderforschungsbereiche weiterhin gefördert werden, ist ein schöner Erfolg für die Geistes- und Sozialwissenschaften der Martin-Luther-Universität", konstatiert Prof. Dr. Jürgen Paul, stellvertretender Sprecher des SFB 586. "Wir stellen damit eindrucksvoll unsere 'Drittmittelfähigkeit' unter Beweis. Das macht Mut für weitere Unternehmungen."

Der SFB 586 befasst sich mit den Beziehungen zwischen Nomaden und Sesshaften in Geschichte und Gegenwart. Untersuchungsraum ist der Altweltliche Trockengürtel von Marokko bis China. Handel und Austausch, Abgrenzung und Konflikt, Versuche der Beherrschung und Prozesse der Durchdringung haben dort das Verhältnis von festen, oft urbanen Siedlungsformen und nomadischen Bevölkerungen bestimmt. Diese wechselvolle Koexistenz hat die Zivilisationen in weiten Teilen der Welt und über lange Zeiträume geprägt und ist noch heute, unter anderen Bedingungen, wirksam.

Das Forscherteam umfasst Geographen und Historiker, Ethnologen und Orientwissenschaftler sowie Archäologen der Universitäten Halle-Wittenberg und Leipzig. Die Wissenschaftler erfassen Interaktionstypen in den wichtigsten Lebensbereichen. Dabei werden Formen und Entwicklungen der wirtschaftlichen Organisation, politischer Institutionen, religiöser und ethischer Vorstellungen sowie sozialer und ästhetischer Werthaltungen berücksichtigt. Die Ergebnisse können auch für die Zukunft wichtig werden, etwa weil die zunehmende Verknappung von Wasser mobile Weidewirtschaft begünstigt oder weil sich in den Ballungsräumen neue Formen nomadisierender Lebensweisen herauszubilden scheinen.

Insgesamt sind derzeit vier Sonderforschungsbereiche an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedelt. An weiteren fünf Sonderforschungsbereichen ist die MLU beteiligt.


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Everhard Holtmann
Sprecher des SFB 580
Tel.: 0345 55 24212
E-Mail: everhard.holtmann@politik.uni-halle.de

Prof. Dr. Jürgen Paul
Stellv. Sprecher des SFB 586
Tel.: 0345 55 24074
E-Mail: juergen.paul@orientphil.uni-halle.de
Weitere Informationen: http://www.nomadsed.de http://www.sfb580.uni-jena.de
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