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"Zittauer Erklärung" der Hochschule Zittau/Görlitz zur Gründung eines Bildungs- und Forschungsnetzwerkes Klim

22.05.2008 - (idw) Hochschule Zittau/Görlitz (FH)

Während des letzten "Tages der Umwelt" im November 2007 wurde die sogenannte "Zittauer Erklärung" zur Gründung eines Bildungs- und Forschungsnetzwerks Klimaschutz und Energie ins Leben gerufen. Dieser Verbund, dem mittlerweile große Unternehmen angehören, bündelt die Kompetenz und Erfahrung verschiedener Disziplinen aus Wissenschaft, Verwaltung und Industrie, um als Plattform für gemeinsame Forschungsprojekte zu fungieren. Die Hochschule Zittau/Görlitz beschäftigt sich mit dem Themenfeld globaler Klimaänderungen und möglicher Anpassungen im regionalen Bereich seit mehr als 10 Jahren.

Bereits 2001, 2005 und zuletzt 2007 haben hierzu renommierte Wissenschaftler und Klimaforscher sowie Akteure aus Politik und Wirtschaft im Rahmen der jährlichen, stark frequentierten "Tage der Umwelt" an der Hochschule referiert (u. a. Prof. Stefan Rahmsdorf vom Potsdam Institut für Klimafolgeforschung, PIK).

Moderiert von der Hochschule Zittau/Görlitz wurde während des letzten "Tages der Umwelt" im November 2007 die so genannte "Zittauer Erklärung" zur Gründung eines Bildungs- und Forschungsnetzwerks Klimaschutz und Energie ins Leben gerufen. Dieser Verbund, dem große Unternehmen wie Vattenfall Europe Generation AG & Co. KG (Bereich: Mining & Generation), Siemens AG Energy, aber auch die Stadtwerke Zittau sowie das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal und SAXUTEC Sächsischer Verein für internationalen Umweltschutz und Umwelttechnik angehören, bündelt die Kompetenz und Erfahrung verschiedener Disziplinen aus Wissenschaft, Verwaltung und Industrie, um als Plattform für gemeinsame Forschungsprojekte zu fungieren. Das Ziel ist, handlungsorientierte Ergebnisse aus der Klima- und Energieforschung für die Bereiche Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu entwickeln.

Kürzlich fand hierzu in der Hochschule eine Auftaktveranstaltung statt, wo die Inhalte, Ziele und die weiteren Schritte des neuen Bildungs- und Forschungsnetzwerks Klimaschutz und Energie vereinbart wurden:

1. Ausbau und Erweiterung der Kontakte und Netzwerkaktivitäten auf den Gebieten Energie- und Klimaschutzforschung, insbesondere mit Mittel- und Osteuropa, um dem erwarteten Fachkräftemängel zu begegnen.
2. Formulierung der Bedeutung von ganzheitlichen Betrachtungen bzw. Bilanzierungen in Zusammenhang mit umweltpolitischen Entwicklungen, zum Beispiel im Rahmen der aktuell diskutierten Agrar-Treibstoffe sowie der häufig pauschal geforderten Nutzung von erneuerbaren Energieträgern ohne Berücksichtigung technischer Randbedingungen wie zum Beispiel Absicherung von Grundlasten, technische Machbarkeit, Energiebilanzen, usw.
3. Teilnahme und Präsentation des Netzwerks im Rahmen der Wissenschaftlichen Konferenz (WiKo) der Hochschule Zittau/Görlitz Mitte September diesen Jahres.

Der Wortlaut der "Zittauer Erklärung" ist nachfolgend wiedergegeben:

Zittauer Erklärung zur Gründung eines
Bildungs- und Forschungsnetzwerkes Klimaschutz und Energie

Der wissenschaftliche Konsens über die Trends globaler Klimaänderungen ist groß. Neben natürlichen Ursachen findet ein vom Menschen verursachter Klimawandel statt. Die Ergebnisse jüngst vorgelegter Studien, insbesondere des Vierten Sachstandsberichtes des am 12. Oktober 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderung (Klimarat der Vereinten Nationen, IPCC, 2007) bestätigen, dass die globalen Klimaänderungen überwiegend auf das wirtschaftliche Handeln und den Konsum einer kontinuierlich wachsenden Weltbevölkerung und der damit zusammenhängenden anthropogenen Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts zurückzuführen sind. Die Aussage der weltweit verfügbaren Studien ist eindeutig: Es gibt einen signifikanten Trend der Erwärmung rund um den Globus mit regional unterschiedlichen Auswirkungen.
Vor diesem Hintergrund werden durch die Unterzeichner der "Zittauer Erklärung" die Kapazitäten und Erfahrungen außeruniversitärer Institutionen der Verwaltung und Industrie mit den Ausbildungs- und Forschungspotenzialen der Hochschule Zittau/Görlitz zusammengeführt, um gemeinsam Beiträge zum Klimaschutz und zum verantwortlichen Umgang verfügbarer Energieressourcen zu leisten. Die Gründung des Bildungs- und "Forschungsnetzwerkes Klimaschutz und Energie" verfolgt unter anderem folgende Ziele:

o Aufklärung und Versachlichung der Diskussion zum globalen Klimawan-del auf der Grundlage des Standes von Wissenschaft und Technik

o Mitwirkung bei der Entwicklung und Gestaltung klimapolitischer Optionen und Instrumente

o Mitwirkung bei der Verbesserung der anwendungsorientierten Forschung, insbesondere auf dem Gebiet der (regionalen) sozio-ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels

o Mitwirkung bei der Erforschung und Entwicklung regionaler Anpassungsstrategien

o Mitwirkung bei der Erforschung und Entwicklung von Strategien zur rationellen Energienutzung (Energiemanagement)

o Erforschung und Entwicklung von Strategien zur Steigerung der Nutzungseffizienz fossiler Energieträger und zum sparsamen Einsatz sonstiger Ressourcen

o Erforschung, Entwicklung und Bilanzierung von Technologien zur Minde-rung klimaschädigender Emissionen bei der Energieerzeugung (zum Beispiel CO2-Sequestrierung in geologischen Formationen bei der Energieerzeugung durch Braunkohle)


o Mitwirkung bei der Entwicklung von Technologien zur CO2-armen Nutzung fossiler Energien bei der Stromerzeugung

o Mitwirkung bei der Erforschung und Entwicklung von Technologien zur regenerativen Energiegewinnung

o Erhalt und Ausbau der Kompetenz der Hochschule Zittau/Görlitz bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie als Beitrag zum Klimaschutz.

Kontakt für weitere Informationen:

Hochschule Zittau/Görlitz (FH)
Prof. Dr. rer. nat. Bernd Delakowitz
Tel.: 03583 / 61 1751
Email: b.delakowitz@hs-zigr.de

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