Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 21. Oktober 2019 

Bildungsforschung zwischen Politik und Medien: Suche nach dem konstruktiven Dialog

23.05.2008 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

"Die (Un)Abhängigkeit von Wissenschaft - Politik - Medien": Festveranstaltung zum 100. Jahrgang der Zeitschrift "Die Deutsche Schule" in Mainz (Mainz, 23. Mai 2008, lei) Nur wenige Themen haben in den letzten Jahren eine breite Öffentlichkeit so aufgeschreckt, wie die immer wieder neuen Berichte und Befunde über die Qualität des deutschen Bildungswesens. Schulleistungsuntersuchungen wie PISA, IGLU oder TIMSS geben immer wieder Anlass zu kontroversen Diskussionen über die Konsequenzen. Die Medien berichten ausführlich darüber, Politiker fordern in der Folge mehr oder weniger tief greifende Veränderungen im Bildungswesen, während die Öffentlichkeit angesichts der Kontroversen oft eher verunsichert die Debatten verfolgt. Das Spannungsfeld zwischen der Bildungsforschung und ihren Ergebnissen sowie dem politischen Handeln und der medialen Berichterstattung thematisiert nun eine Tagung, die aus Anlass des 100. Jahrgangs der Zeitschrift "DDS - Die Deutsche Schule" in Mainz stattfindet. Die Festveranstaltung zum Thema "Die (Un)Abhängigkeit von Wissenschaft - Politik - Medien" wird von der DDS, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Max-Traeger-Stiftung in Kooperation mit dem Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ausgerichtet und findet am 30. Mai 2008 von 14 bis 18 Uhr im Erbacher Hof in Mainz statt. Die Öffentlichkeit ist hierzu herzlich eingeladen.

"Politik geht häufig selektiv mit wissenschaftlichen Ergebnissen um", stellt Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren vom Pädagogischen Institut der Universität Mainz fest. Aber nicht nur die Politik beurteilt und nutzt die Befunde der Bildungsforschung nach eigenen Maßstäben, auch innerhalb der Wissenschaft gibt es Differenzen über die Einordnung von Ergebnissen und die Bereitschaft, sich aktiv auf Veränderungsprozesse einzulassen. Die Medien spielen in dieser Vermittlung nicht mehr nur die Kommunikatorrolle, sondern bewerten zunehmend auch Daten der Bildungsforschung, beispielsweise um die umstrittenen Schul-Rankings zu erstellen. "Mit dieser Tagung möchten wir in einen konstruktiven Dialog einsteigen und überlegen, wie das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Medien und Politik positiv gestaltet werden kann", erklärt van Ackeren zur Zielsetzung der Veranstaltung. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Redaktionsmitglied der DDS und Mitglied des Mainzer Zentrums für Bildungs- und Hochschulforschung, das die Tagung koordiniert.

Hat sich seit der Publikation der Ergebnisse von Studien wie PISA und IGLU die Bildungspolitik verändert und welche Wirkung hatte die Berichterstattung in den Medien? Hat sich die erziehungswissenschaftliche Forschung verändert und hatten Bildungspolitik und Medien darauf einen Einfluss? Wie ist die Berichterstattung der Medien zu den Leistungsstudien und zu den Problemen des Schulsystems zu bewerten und hat dies eine Wirkung auf die Bildungspolitik und Wissenschaft? Diese und andere Fragen stehen im Fokus der Festveranstaltung, die das Spannungsfeld der drei Bereiche zunächst am Beispiel von 100 Jahrgängen der DDS in historischer und daran anknüpfend in aktueller Perspektive reflektiert. Zur Frage, was die Akteure in Wissenschaft, Politik und Medien an wechselseitiger Beeinflussung erleben, diskutieren Staatssekretär a.D. Wolf-Michael Catenhusen, Deutschlandfunk-Redakteurin Kate Maleike und Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann, einer der Autoren der PISA-Studie 2000. Die Veranstaltung schließt mit einem Beitrag von Prof. Dr. Christina Holtz-Bacha, die die Kommunikation in Wissenschaft, Politik und Medien von der Perspektive der Kommunikationswissenschaften aus beleuchtet.

Die Zeitschrift "DDS - Die Deutsche Schule" will zur wissenschaftlichen Fundierung und Orientierung aktueller Diskussionen und Entwicklungen im Bildungswesen beitragen. Die Publikation richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen, die sich theoretisch und konzeptionell sowie in der Forschung und Ausbildung mit dem Bildungswesen befassen und an jene, die in der Praxis der Bildungsinstitutionen insbesondere auf Leitungsebene verantwortlich sind.


Kontakt und Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Isabell van Ackeren
Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung
c/o Pädagogisches Institut
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-20423
Fax 06131 39-23893
E-Mail: vanackeren@uni-mainz.de
Weitere Informationen: http://www.zbh.uni-mainz.de/veranst http://www.dds-home.de
uniprotokolle > Nachrichten > Bildungsforschung zwischen Politik und Medien: Suche nach dem konstruktiven Dialog
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/157013/">Bildungsforschung zwischen Politik und Medien: Suche nach dem konstruktiven Dialog </a>