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Den Lebenslauf der Industrie erforscht

23.05.2008 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ökonomen der Universität Jena verleihen am 28. Mai an Prof. Dr. Steven Klepper Ehrendoktorwürde Jena (23.05.08) Die Entstehung einer neuen Industrie im Zuge der Gründung eines Unternehmens ist vergleichbar einer Geburt - so wie etwa Daimler und Benz 1886 die Automobilindustrie ins Leben riefen. Die Stabilisierung der Anzahl der Unternehmen auf dem Markt entspricht in gewisser Weise dem Erwachsenwerden. Was für die Biologen der Lebenszyklus der Lebewesen ist, ist für den Ökonomen der Industrielebenszyklus (ILC). Dem charakteristischen Verlauf von der Entstehung einer Industrie, über die Wachstumsphase bis hin zur Stabilisierung als feste Marktgröße widmet sich Professor Steven Klepper (PhD). Der Ökonom von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, USA hat dazu ein eigenes Modell entwickelt, den sog. ILC-Ansatz.

"Dieses Modell hat eine Grundlage geschaffen, auf der die heutige Industrie- und Innovationsökonomik fußt", weiß Prof. Dr. Holger Reinisch von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Dies ist ein wichtiges Forschungsfeld der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät", so ihr Dekan weiter. Daher wird diese Fakultät an Steven Klepper "für seine grundlegenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Industrie- und Innovationsökonomik, für die wegweisende Verbindung von theoretischer Modellierung und empirischer Überprüfung bei der Erforschung von Industrielebenszyklen sowie für sein herausragendes Engagement in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, insbesondere auch in Jena", die Ehrendoktorwürde verleihen. Der öffentliche Festakt findet am 28. Mai um 18.15 Uhr in der Aula des Universitäts-Hauptgebäudes (Fürstengraben 1) im Rahmen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultätswoche statt. Die Laudatio hält der Jenaer Innovationsökonom Prof. Dr. Uwe Cantner.

Vor allem die Forschung zur Industriedynamik wird durch Kleppers Arbeiten bedeutend vorangetrieben. Aber auch die regionale Clusterbildung und die Besonderheiten der Marktnischenbildung stehen im Mittelpunkt der aktuellen Forschungen des 59-jährigen Amerikaners. Dadurch will er nicht nur den ILC-Ansatz erweitern, sondern auch neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Industrie vor dem Hintergrund spezifischer Neugründungsmuster analysieren. Klepper will so der Frage auf den Grund gehen, wie sich Ausgründungen oder Spin-offs auf die Entwicklung von Industrie- und Dienstleistungsstandorten auswirken. "Wenn man vor der Frage steht, ob und wie etwa die Spin-offs aus Fairchild und Intel maßgeblich das Wachstum von Silicon Valley gesteuert haben, helfen Kleppers Forschungen bei der Beantwortung", nennt Prof. Cantner ein Beispiel.

"Hohe Kreativität, klare Analytik, hohes theoretisches Niveau und besondere empirische Relevanz prägen das wissenschaftliche Werk Kleppers", würdigt Dekan Reinisch Steven Kleppers Oeuvre. Dieser lehrt seit 2003 am Department of Social & Decision Sciences und der Trepper School of Business der Carnegie Mellon University. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde kröne die langjährige Zusammenarbeit mit der Fakultät und trage diese noch weiter nach außen, so Reinisch. "Die Ehrenpromotion stärkt die erfolgreiche Entwicklung der innovationsökonomischen Forschung in Jena."

Kontakt:
Prof. Dr. Holger Reinisch
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 943000
E-Mail: dekanat[at]wiwi.uni-jena.de

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