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Die Sprache der Sozialpsychiatrie

17.04.2003 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Tagung in der Evangelischen Akademie Loccum vom 24. bis 26. April

Die Sprache transportiert wichtige Botschaften, ohne sie können sich Menschen nur sehr schwer austauschen. Was für das Gespräch auf der Straße gilt, gilt auch für die Sprache unter Fachleuten. Hier wie dort kann aber der gleiche Begriff für unterschiedliche Menschen verschiedene Bedeutungen haben. Solche Prozesse beeinflussen auch die Entwicklung und damit die Sprache eines Fachgebietes wie der Sozialpsychiatrie - auch hier werden Menschen, Gefühle, Messmethoden, Institutionen und Behandlungsansätze beschrieben. Doch was meinen diese Begriffe genau? Mit dieser Frage beschäftigten sich Wissenschaftler auf der internationalen Tagung "Semiotik und Sozialpsychiatrie - über Sinn und Zeichen einer Fachsprache", die vom 24. bis 26. April 2003 in der evangelischen Akademie Loccum stattfindet. Veranstalter ist Professor Dr. Wielant Machleidt, Direktor der Abteilung Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Erwartet werden rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die vor allem über fünf Aspekte der Fachsprache diskutieren wollen: Was meinen Sozialpsychiater genau, wenn sie

1. in der Alltagsforschung (zum Beispiel bei Psychoseseminaren) von "Personen" und "subjektiven Theorien" sprechen?

2. in der Emotionsforschung von "Gefühlen" sprechen?

3. in der Placeboforschung von der "Wirkung von Medikamenten als Zeichen" sprechen?

4. in der Organisationsforschung von "Handlungen" in Institutionen (zum Beispiel auf psychiatrischen Akutstationen) sprechen?

5. in der Gesundheitssystemforschung von "Versorgungssektoren" sprechen?


Die Tagungsziele: Neben der Begegnung von Semiotik und Sozialpsychiatrie möchten die Experten über die Grundlagen ihrer Fächer diskutieren. Gleichzeitig sollen semiotische Arbeitsmethoden vermittelt und neue übergreifende Forschungsprojekte geplant werden.

Semiotik ist eine Grundlagen-Wissenschaft der Natur- und Kulturwissenschaften. Sie beschäftigt sich vor allem mit Zeichen. "Ihr Gegenstand ist der Austausch jedweder Nachrichten und der Zeichensysteme, die ihnen zugrunde liegen", sagte 1979 Thomas A. Seboek, einer der prominenten Vertreter dieser Fachrichtung.

Weitere Informationen gibt gern Dr. Stephan Debus, MHH-Abteilung Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Telefon: (0511) 532-4981, E-Mail: Debus.Stephan@mh-hannover.de
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