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Der Eckenflitzer der FernUniversität: Teilnahme am Roboterrennen in Bratislava

18.04.2003 - (idw) FernUniversität in Hagen

Vier lenkbare Räder, davon zwei elektrisch angetrieben, keine Lampen und kein Lenkrad. Und dennoch: Mit ihrem neuen Fahrzeug haben die Elektro- und Informationstechniker des Lehrgebiets Prozesssteuerung und Regelungstechnik der FernUniversität viel vor: Es soll am 23. April in Bratislava (Slowakei) beim Roboter-Wettbewerb ISTROBOT - dem größten dieser Art im ehemaligen Ostblock - gegen starke internationale Konkurrenz antreten.

Der gerade einmal eine Hand lange mobile Roboter wird zunächst mit bis zu 60 Zentimetern pro Sekunde eine mehrere Meter lange, 15 Zentimeter schmale Linie abfahren, auf der sich mehrere Hindernisse befinden. Im zweiten Durchgang wird er sich den kürzesten Weg durch ein Labyrinth suchen. Selbstständig, denn das Minimal-Fahrzeug ist ein autonomes System, das vor der Fahrt programmiert wird und dann von außen keine Unterstützung mehr erhält. Und die Programmierung wird sich im Grunde darauf beschränken, dem Prozessor den Befehl zu erteilen, sich den Weg zu einem unbekannten Ziel zu suchen und allen Hindernissen auszuweichen. Steuern muss der Roboter sich also selbst.

Hierfür wurde das Minimobil entsprechend ausgestattet: Es erhielt Infrarotsensoren für Distanzmessungen und ein Kameramodul. Der Prozessor für digitale Signalverarbeitung (DSP) sammelt bei seiner Fahrt durchs Labyrinth nicht nur die Wegedaten und erstellt eine "Karte" für den kürzesten Weg, sondern speichert auch Daten über Lenkeinstellung und Radgeschwindigkeit - er muss also auch über die "Intelligenz" zur Auswertung der Sensorik verfügen. So kann das autonome System selbst "entscheiden", wo es her fährt. Die ermittelte Strecke wird dann in einem zweiten Durchgang schnellstmöglich abgefahren (japanische Top-Roboter schaffen so etwas in einigen Sekunden!). Insgesamt bleiben dem Hagener "Renner" 15 Minuten Zeit.

Doch auch die erste Disziplin, das Befahren einer schwarzen Linie auf weißem Grund, hat es in sich: Die Strecke wird 6 bis 8 Meter lang sein, die Linie nur 15 Zentimeter breit. Und es gilt, einige Hindernisse zu bewältigen: Linienunterbrechungen, Tunnel, quer liegende Ziegel... Projektleiter Dr.-Ing. Michael Gerke: "Mal sehen, was die Veranstalter sich so einfallen lassen!"

Eingesetzt wird die Entwicklung des Lehrgebiets Prozesssteuerung und Regelungstechnik (Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer) am 23. April beim Roboter-Wettbewerk in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Dr.-Ing. Michael Gerke und Dipl.-Ing. Ivan Masár sind optimistisch, dass ihr eine Hand langer mobiler Roboter gegen die internationale Konkurrenz gute Chancen hat. Nicht beteiligen werden sich die FernUni-Entwickler an der dritten Disziplin, dem "Free Run", wo Spezialanfertigen wie Gehmaschinen antreten.

Nun hat die Entwicklung eines solchen Gefährts höchst ernsthafte Hintergründe: Ivan Masár aus Bratislava - der bereits 1999 mit Förderung durch das TEMPUS-Bildungsprogramm der EU an der FernUniversität seine Diplomarbeit durchführte - hat im Rahmen seiner schriftlichen Doktorarbeit seit Juli 2001 Algorithmen für Bewegungssysteme in Hagen entwickelt, die nun mit dem Mini-Roboter getestet werden. Die praktische Demonstration und die Leistungsüberprüfung bei dem Wettbewerb in seiner Heimat bot sich geradezu an. Denn schließlich sollen seine Entwicklungen ja auch in die Praxis einfließen, z. B. in sehr viel größere Serviceroboter, die Lasten transportieren oder in Haushalten und Sicherheitsbereichen Menschen entlasten.

Wer wissen möchte, wie das Rennen verläuft, kann sich am Mittwoch, 23. April, im Internet unter der Adresse http://www.kar.elf.stuba.sk/sutaz/ eine "Live-Übertragung" anschauen: Das Rennen startet gegen 14 Uhr, um 9 Uhr beginnt das "Training".

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