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Von der Reeperbahn zur Hightech-Produktion - BIBB modernisiert Ausbildungsberuf Seiler/Seilerin

12.06.2008 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Fallschirmspringer vertrauen auf die Qualität von Stricken und Seilen, wenn sie sich in die Tiefe stürzen; Touristen, die per Seilbahn auf den Berggipfel fahren, liefern ihr Schicksal den Fähigkeiten dieses Berufsstandes aus; strapazierfähige Netze schützen unsere Fahrbahnen vor Steinschlägen oder kommen als Tor-Netze wie jetzt bei der Fußball-Europameisterschaft zum Einsatz. Ob als Mikrofaserseil, Abschlepp- oder Aufzugsseil oder als Schiffstau - Seile, Taue und Trossen spielen in unserem Alltag eine größere Rolle als man denkt. Oft genug hängen von ihrer Tragfähigkeit Menschenleben ab. Damit wir alle auf die verschlungenen und verknoteten Fasern und Drähte vertrauen können, verarbeiten Seiler und Seilerinnen diese zu Produkten, die allerhöchsten Sicherheitsstandards entsprechen müssen. Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Freizeit und Sport, Hebetechnik, Transport, Bauindustrie, Schifffahrt und Fischerei, Brückenbau oder Luft-, Raumfahrt- und Medizintechnik. Um den gestiegenen Anforderungen im Beruf und der technologischen Entwicklung bei neuen Materialien, Fertigungstechniken oder neuen Einsatzgebieten gerecht zu werden, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der Bundesregierung die seit 1984 geltende Ausbildungsordnung zum Seiler/zur Seilerin überarbeitet. An der Modernisierung der Ausbildungsinhalte wirkten Sachverständige sowie Vertreter und Vertreterinnen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen maßgeblich mit. Die neue Ausbildungsordnung tritt am 1. August 2008 in Kraft.

Seiler und Seilerinnen stellen während ihrer dreijährigen Ausbildung Seile und Netze aus Naturfasern, Chemiefasern und Draht her. Dabei sind höchste Haltbarkeit und äußerste Präzision gefragt. Dies geschieht heutzutage auf oder mit modernsten Produktionsanlagen.
Früher hingegen wurden Seile mit der Hand "geschlagen" - zum Beispiel auf der Reeperbahn, die ihren Namen (reep = Seil, Tau oder Trosse) hierher hat. Doch auch heute noch kommen handwerkliche Techniken wie das "Spleißen", d.h. Verbinden von Seilenden, zum Einsatz.

Ausbildungsinhalte des Seilers/der Seilerin sind unter anderem:

o die Anwendung verschiedener Seilverbindungstechniken,
o das Anfertigen und Einsetzen von Einrichtungen, die die Verbindung
zwischen einem Tragmittel und einer Last herstellen
(z. B. Seile, Ketten oder Hebebänder),
o das Montieren von Seilen und Netzen sowie
o die Prüfung der Produkte unter Einhaltung höchster Qualitäts- und
Sicherheitsvorschriften.

Neu ist nach der jetzigen Modernisierung des Berufes, dass die Auszubildenden aufgrund der unterschiedlichen Spezialisierungsbereiche der Betriebe und Unternehmen im dritten Ausbildungsjahr zwischen den Schwerpunkten Seilherstellung, Seilkonfektion und Netzkonfektion wählen können. Bei der "Konfektion" werden einzelne Seil- oder Netzelemente und Zubehörteile zu einem Gesamtprodukt zusammengeführt, z. B. bei der "Affenschaukel" für den Spielplatz oder bei Schleppnetzen für die Fischerei.


Die Steigerung der Ausbildungszahlen in den vergangenen Jahren zeigt, dass die Branche gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte dringend benötigt. Der Beruf Seiler/Seilerin bietet daher gute Zukunftsperspektiven.

Weitere Informationen im Internet unter
http://www.bibb.de/de/26171.htm
http://www.bv-seiler.de

Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilt:
Christiane Reuter, Tel.: 0228 / 107-2225; E-Mail: reuter@bibb.de

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