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Wie aus Punkten eine Struktur wird

13.06.2008 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Dr. Joachim Giesen ist neuer Lehrstuhlinhaber für Theoretische Informatik II der Universität Jena Jena (13.06.08) "Eine Wissenschaft, die ihre Bedeutung insbesondere auch in der Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen findet" - das ist die Informatik für Prof. Dr. Joachim Giesen. Der 40-Jährige ist gerade zum Lehrstuhlinhaber für Theoretische Informatik II der Friedrich-Schiller-Universität Jena ernannt worden. Doch Giesens Grundeinstellung lässt Theorie nicht langweilig werden, da er seine Forschung im weiten Feld der Geometrie sehr an der Praxis orientiert.

Marktforschung, Kernspintomographie und Molekülstruktur scheinen zwar auf den ersten Blick wenig mit der Raumlehre zu tun zu haben, beim näheren Hinschauen werden allerdings interessante Zusammenhänge deutlich. "Alle Objekte haben bestimmte Strukturen. Diese zu finden und zu visualisieren ist mein Hauptanliegen", beschreibt der sportliche Informatiker den Kern seiner Forschung. Er entwickelt dafür mathematische Algorithmen, mit deren Hilfe unterschiedliche Strukturen erkannt werden können. "Bei Molekülen beispielsweise interessiert Biologen, ob Tunnel oder Kavitäten vorhanden und wie diese aufgebaut sind. Dafür haben wir die entsprechenden Algorithmen entwickelt", erläutert der Jenaer Wissenschaftler. Weniger offensichtlich und dennoch sehr wichtig ist die Geometrie auch in der Präferenzanalyse, die sowohl in der Psychologie als auch in der Betriebswirtschaftslehre eine Rolle spielt. "In der Marktforschung werden verschiedene Produkte durch bestimmte Parameter beschrieben, das ist im visuellen Bereich ähnlich", erläutert Giesen, der mit diesem Ansatz auch die Farbwiedergabe im Fotodruck optimieren will. Ein Verfahren, das den Ansprüchen einer Mehrheit der Benutzer entspricht, steht dabei im Fokus der Arbeit. "Wir wollen gute Bilder erzeugen", bringt Giesen das Ziel auf den Punkt.

Seine vielen Ideen und Entwicklungen setzt der studierte Physiker nun mit einer eigenen Firma, die ihren Hauptsitz in Hannover hat, in die wirtschaftliche Praxis um. Die Einrichtung einer Zweigstelle in Jena schließt Giesen nicht aus, den es nach dem Studium in Göttingen, der Promotion (2000) und der Habilitation (2006) an der ETH Zürich und Stationen in den USA sowie am Max-Planck Center for Visual Computing and Communication in Saarbrücken nach Jena gezogen hat. Hier sieht er für seine Forschung optimale Vorraussetzungen.

Dafür hat er den parallelen Ruf an die Universität Bonn zugunsten der Lichtstadt ausgeschlagen. "Vielleicht liegt das auch an meiner Familiengeschichte", verrät er und verweist darauf, dass sowohl sein Großvater als auch sein Urgroßvater in Jena studiert und promoviert haben.

Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Giesen
Institut für Informatik der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946310
E-Mail: giesen[at]minet.uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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