Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 30. Oktober 2014 

Hauptpreis der Körber-Stiftung im transatlantischen Ideenwettbewerb für die Kinderforscher an der TUHH

13.06.2008 - (idw) Technische Universität Hamburg-Harburg

Großer Preis für kleine Forscher: Das Kinderforscher-Projekt an der TUHH wird am 16. Juni in Berlin im transatlantischen Wettbewerb "USable" der Körber-Stiftung ausgezeichnet. Gesine Liese wird einen der Hauptpreise in Höhe von 10 000 Euro im Kaisersaal am Postdamer Platz entgegennehmen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Professor Andreas Liese von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH), hat die Chemie -und Mathematiklehrerin das inzwischen auch bundesweit beachtete Projekt entwickelt, das Grundschülern Spaß am entdeckenden Lernen und Zugang zur Welt des Forschens bietet. An der Preisverleihung werden auch TUHH-Prasident Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer sowie Prof. Dr. rer. nat. Andreas Liese teilnehmen. Die Stiftung zeichnet mit dem transatlantischen Ideenwettbewerb "USable" bundesweit innovative Projekte aus, die - inspiriert von amerikanischen Vorbildern - auch in Deutschland helfen, gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Das diesjährige Thema lautet: "Empowerment - Menschen stark machen." Die Jury prämierte das von Gesine Liese entwickelte Projekt aus einem Grund, der in deren transatlantischen Biographie liegt: An ihrer kalifornischen Schule zählte sie in der 6. Klasse zu den Schwächsten in Mathematik. Bis sie an einem Besuchsprogramm an der Stanford University teilnahm und dort einen Tag mit Studenten und Professoren mit Robotern experimentieren durfte.

"Danach hatte ich mein Ziel klar vor Augen, für das es lohnte, sich in der Schule anzustrengen: Ich war fasziniert von der Wissenschaft und Technik und wollte an der Stanford University studieren", sagt sie und fragt sich immer wieder, warum Kinder in Deutschland nicht stärker motiviert werden, während ihrer Schulzeit, berufliche Perspektiven zu entwickeln, in den USA ein selbstverständlicher Grundgedanke. "Mit den Besuchen an der TUHH möchten wir den Kindern sowohl Einblicke in die ingenieurwissenschaftliche Welt bieten, als auch dazu bewegen, nicht nur deshalb zur Schule zu gehen, um einen Schulabschluss zu machen, sondern um ein selbst gesetztes Ziel für die eigene Zukunft zu erreichen", sagt die Preisträgerin. "Man muss Heranwachsende bestärken, sich Perspektiven aufzubauen: Das ist für mich Empowerment, Kinder erleben lassen, wozu sie zur Schule gehen, ihnen zeigen, wie es nach dem Schulabschluss weitergehen könnte, damit sie aus eigener Motivation sich für ihre auch beruflichen Zukunftsträume engagieren."

Den USable-Preis über 10 000 Euro wird die Chemie- und Mathematiklehrerin verwenden, um die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern und auszubauen. Denn eine finanzielle Unterstützung zum weiteren Projektausbau seitens der Schulbehörde ist nur bis 2009 zugesagt. Gesine Lieses Vision sieht das Kinderforscher-Projekt an allen technischen Universitäten in Deutschland verankert. Mit den für das Projekt ausgearbeiteten Experimentier-Stunden möchte sie für alle Bildungsschichten finanzierbare Kurse nachmittags in den Schulen anbieten, um Kinder unabhängig von ihrem Elternhaus die Möglichkeit zu geben, ihre Interessen auszubauen. Schülern soll auch damit das "Empowerment" gegeben werden, sich selbst für ihre Zukunft zu engagieren, um vielleicht die Ingenieure von morgen zu werden.

In diesem und kommenden Jahr werden in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für besondere Begungen der Schulbehörde 15 Hamburger Schulen und insgesamt 375 Grundschüler am Kinderforscher-Projekt teilnehmen. Im Unterschied zu den bundesweit durchgeführten "Kinder-Unis" bei denen der Vortrag im Mittelpunkt steht, geht es hier um das entdeckende Lernen durch eigenständiges Experimentieren in Kleingruppen. Die Lehrer lernen dabei den experimentellen Unterricht in den Schulalltag einzubauen.

Die Hälfte der "Arbeit" findet in der Schule statt, die andere Hälfte an der TUHH: Alle vierzehn Tage machen die Schüler und Schülerinnen der dritten und vierten Klassen nachmittags eine Exkursion zur TUHH und treffen Professoren unterschiedlichster Fachrichtungen. Dort wird das Thema, zu dem sie zuvor an ihrer Schule experimentiert haben, vertieft. Sie entdecken, was Brücken zusammen hält, warum Flugzeuge fliegen, wie Hefeteig aufgeht, und wie es sich mit Säuren und Basen verhält. "Mit dem Projekt wollen wir die Kinder die Welt der Naturwissenschaft und Technik selbst erleben lassen und als für sie erstrebenswertes Ziel darstellen", sagen die Lieses über ihr grundschulbegleitendes Programm, das nicht zuletzt Kinder dazu anregen soll, in ihrer Freizeit zuhause weiter zu tüfteln.

Die Hamburger Wissenschaftsbehörde räumt dem Kinderforscher-Projekt im Rahmen ihrer "Talentstrategie" eine hohe Priorität ein. An der TUHH ist das Projekt inzwischen zu einem wichtigen Baustein in der Nachwuchsförderung avanciert.


Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Gesine Liese
Tel.: 040/ 764 29672

Pressekontakt:
Jutta Katharina Werner
Tel.: 040/ 42878-4321
Weitere Informationen: http://www.kinderforscher.de http://www.usable.de http://intranet.tu-harburg.de/aktuell/pressearchive.php3?ssi=1 - Pressearchiv der TUHH
uniprotokolle > Nachrichten > Hauptpreis der Körber-Stiftung im transatlantischen Ideenwettbewerb für die Kinderforscher an der TUHH
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/158411/">Hauptpreis der Körber-Stiftung im transatlantischen Ideenwettbewerb für die Kinderforscher an der TUHH </a>