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Schneller in die richtige Klinik: Schwerverletzte in Niedersachsen werden jetzt besser versorgt

18.06.2008 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

32 Kliniken am Traumanetzwerk Hannover beteiligt /MHH und Friederikenstift federführend Bereits 32 Kliniken aus ganz Niedersachsen haben sich zum "Traumanetzwerk Hannover" zusammengeschlossen. "Mit dem Traumanetzwerk Hannover wird die Versorgung schwerverletzter Patienten in Niedersachsen entscheidend verbessert", sagte der Sprecher des Netzwerkes, Professor Dr. Christian Krettek, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), am Mittwoch während der Vorstellung des neuen Konzeptes in Hannover. "Unser Ziel ist Strukturen zu schaffen, die eine zuverlässige Aufnahme schwerverletzter Patienten in eine für die Traumaversorgung zertifizierte Klinik gewährleisten", ergänzte Professor Dr. Helmut Lill, stellvertretender Sprecher des Traumanetzwerks und Direktor der Unfallchirurgischen Klinik des Diakonikrankenhauses Friederikenstift in Hannover.

Das Taumanetzwerk Hannover ist als einer der ersten Zusammenschlüsse auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie entstanden. Die Gesellschaft hat ein organisatorisches Konzept geschaffen, wie Netzwerke unfallchirurgischer Kliniken unterschiedlicher Versorgungsstufen geknüpft werden können. Auf diese Initiative hin entstehen derzeit bundesweit derartige Traumanetzwerke als eigenständige regionale Strukturen.


"Jeder Patient muss je nach Schweregrad der Verletzungen im Anschluss an die Erstversorung in die für ihn richtige Klinik überwiesen werden", betonte Professor Krettek. Problematische Verzögerungen bei der Versorgung von Unfallpatienten sollen damit vermeiden werden. "Wir wollen sicherstellen, dass jederzeit nach der Erstversorgung bei Bedarf eine Weiterverlegung in ein hoch spezialisiertes Traumazentrum gewährleistet ist", sagte Professor Lill. Die Unfallchirurgen der MHH als Klinik der Supramaximalversorgung und des Diakoniekrankenhauses Friederikenstift sind im Traumanetzwerk Hannover federführend.

Schwere Verletzungen nach Unfällen sind in Deutschland die häufigste Todesursache bei jungen Patienten unter 40 Jahren. In den oft hoch akuten Situationen direkt nach dem Unfallereignis hängt das Überleben der schwerverletzten Patienten von der prompten Einlieferung oder Verlegung in die richtig Klinik ab - entscheidend hierfür sind eine effiziente Kommunikation und schnelle, zuverlässige Aufnahme- und Verlegungsoptionen.

Dass diese Problematik selbst in einem medizinisch hoch entwickelten Land wie Deutschland noch nicht zufriedenstellend gelöst ist, zeigt das Beispiel eines jungen Patienten, der in ländlichen Bereich in Hessen einen Autounfall hatte, bei dem er schwer verletzt worden war. Der 24-Jährige war mit nicht durchblutetem Arm und Bein in das nächstgelegene Kreiskrankenhaus eingeliefert worden, wo schnell erkannt wurde, dass eine Verlegung in ein Traumazentrum nötig war. Zu diesem Zeitpunkt war aber eine Übernahme in eine Vielzahl großer Kliniken in der Nähe nicht möglich - erst sechs Stunden nach dem Unfall konnte der Patient in die mehrere hundert Kilometer entfernte MHH aufgenommen werden. Die Klinik für Unfallchirurgie der MHH hat sich trotz parallel vorliegender Notfälle sofort zu einer Übernahme bereit erklärt. Der Patient konnte gerettet werden. "Damit es in Zukunft nicht zu solchen Odysseen kommt, wollen wir mit dem Traumanetzwerk Hannover klare Strukturen schaffen", betonte Professor Krettek.

Weitere Fragen beantworten Ihnen gern Professor Dr. Christian Krettek, Sprecher des Traumanetzwerk Hannover, Telefon (0511) 532-2050 oder der stellvertretende Sprecher, Professor Dr. Helmut Lill, Telefon (0511) 1 29-23 30.

Medienvertreter können sich auch wenden and die Pressestellen der federführenden Kliniken:


Medizinische Hochschule Hannover
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Zorn, Leiter
Telefon: 0511 532-6772 bis -6774
Fax: 0511 532-3852
pressestelle@mh-hannover.de
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover

Diakonische Dienste Hannover gGmbH
Thomas Klein
Koordinator Öffentlichkeitsarbeit
Anna-von-Borries-Straße 1-7
30625 Hannover
Telefon: (0511) 53 54 - 115
Telefax: (0511) 53 54 - 610
mobil: 0172 - 80 434 62
www.diakonische-dienste-hannover.de

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