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Führende Unternehmen fordern mehr MINT-Absolventen

20.06.2008 - (idw) Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Personalvorstände führender Unternehmen beklagen einen alarmierenden Engpass an MINT-Absolventen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) in ihren Unternehmen. Sie fordern deshalb eine konsequente Weiterentwicklung der gestuften Studienstruktur an den Hochschulen. In einer gemeinsamen Erklärung appellieren sie an Hochschulen, Lehrpläne zu verschlanken und berufsrelevante Schlüsselqualifikationen zu vermitteln. Bund und Länder fordern sie auf, dauerhaft mehr Mittel für zusätzliche MINT-Studienplätze und eine verbesserte Betreuungsrelation bereitzustellen. Der bisherige Hochschulpakt zwischen Bund und Ländern, der mit Durchschnittswerten von 5.500 Euro pro Jahr und Studienplatz kalkuliert, setze in keiner Weise Anreize, die zwar kostenintensiveren, aber dringend notwendigen MINT-Studienplätze (7.200 Euro pro Jahr und Studienplatz) zu schaffen.

Die Personalchefs hatten sich am 19./20. Juni 2008 auf Einladung von Stifterverband, BDA und BDI in Berlin getroffen. Das Ergebnis der Beratungen ist eine gemeinsame Erklärung mit Forderungen und Zusagen. Unter anderem verpflichten sich die Unternehmen, MINT-Bachelorabsolventen - ebenso wie den Absolventen anderer Bachelor-Studiengänge - attraktive Berufseinstiege und Karrierewege zu eröffnen. Akademiker mit MINT-Qualifikation sind als Technologieexperten in den Unternehmen äußerst gefragt.

Der Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker, mahnte insbesondere eine Verbesserung der Hochschullehre und der Studienbedingungen an, um die hohen Abbrecherquoten in den MINT-Fächern zu senken. "Die Vernachlässigung der Lehre und damit der Studierenden hat zu einem massiven Fachkräftemangel in unseren Unternehmen beigetragen. Schon im Jahr 2006 gab es 165.000 nicht besetzte Stellen für Hochqualifizierte. Bundesweit werden zurzeit rund 100.000 Ingenieure gesucht", so Oetker.

Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom AG und Vorsitzender des BDA/BDI/HRK-Arbeitskreises Hochschule/Wirtschaft betonte: "Insbesondere fordern wir die Länder und Hochschulen auf, endlich das Thema der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung anzugehen. Beruflich Qualifizierten muss auch ohne Abitur der Weg in die Hochschulen offen stehen."

Der komplette Wortlaut der Erklärung sowie die Liste der Unterzeichner ist unter http://www.bachelor.stifterverband.de abzurufen.

Mit der "Bachelor-Welcome-Initiative" des Stifterverbandes, der BDA und des BDI melden sich die Personalvorstände zum dritten Mal zu Wort. Bereits 2004 und 2006 hatten sich Personalvorstände führender Unternehmen in Deutschland mit den Erklärungen "Bachelor Welcome" und "More Bachelors and Masters Welcome" zur Umstellung auf die gestufte, international kompatible Studienstruktur in Deutschland bekannt.

Kontakt:
Dr. Mathias Winde
Telefon: 030/322982-501
E-Mail: mathias.winde@stifterverband.de
Weitere Informationen: http://www.bachelor.stifterverband.de
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