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Locker aufs Treppchen

24.06.2008 - (idw) Hochschule Bochum

Bochumer Professorin gewinnt WM-Medaille im Tischtennis Seniorenweltmeisterschaften im Tischtennis sind professionelle Großveranstaltungen. In diesem Jahr trafen sich 1316 Teilnehmer aus 53 Ländern in Rio de Janeiro, um in den unterschiedlichen Altersklassen die Besten auszuspielen. Im Starterfeld stand mit Margit Geiger auch eine Professorin der Hochschule Bochum.

"Eigentlich hat mich meine Freundin Marianne Blasberg zur Teilnahme überredet", erzählt die sportliche Dozentin. Blasberg, mehrfache Europameisterin und Vizeweltmeisterin bei den über 70jährigen, hatte die ehemalige Bundesligaspielerin überzeugt, dass sie trotz mangelnder Trainingseinheiten mit nach Brasilien reisen sollte.
"Am Anfang war ich skeptisch", sagt Geiger, "immerhin sind dort etliche Spieler, die immer noch mit dem Sport ihren Lebensunterhalt verdienen." Doch Freundin Marianne blieb hartnäckig, Sohn Marcel wurde für eine Woche von der Schule abgemeldet, die Tickets nach Brasilien gebucht.

Die Zielsetzung lautete: Spaß haben und einen Satz gewinnen. Dann kam alles ganz anders. Im Einzel spielte sich die 42jährige bis ins Achtelfinale. Dort unterlag sie der Ukrainerin Galyna Yenenko, die später auch Doppelweltmeisterin wurde. Schon vor Spielbeginn hatte es Probleme gegeben. "Wir hatten beide rote Shirts", erzählt Geiger, "das gefiel dem Schiedsrichter nicht und so wurde durch Münzwurf entschieden, dass ich ein anderes Trikot überstreifen sollte." Leider hatte die Bochumer Professorin kein andersfarbiges dabei. So musste kurzerhand ein viel zu großes Herrenshirt des Reiseveranstalters herhalten. "Das reichte mir bis zu den Knien", lacht Geiger.

Es blieb die Doppelkonkurrenz. Dort wurde mit Partnerin Claudia Piccu ein Paar nach dem anderen besiegt. "Wir hatten vorher noch nie zusammen gespielt und auf einmal standen wir im WM-Halbfinale", zeigt sich Geiger noch immer überrascht. Dort wartete ein bärenstarkes japanisches Doppel. "Wir hatten einen tollen Start und lagen vorne. Dann wurde es plötzlich dunkel." Stromausfall wegen starken Regens. In Rio normal, so die Veranstalter, kein Grund zur Sorge. "Als endlich wieder Strom da war, hatten wir den Faden verloren", erzählt die zierliche Dozentin. Das deutsche Duo unterlag knapp mit 2:3.

Dennoch blieb die Bronzemedaille. "Mehr als ich mir jemals erhofft hatte", freut sich Margit Geiger. Und mehr als eingeplant war. Der Rückflug nach Deutschland musste kurzfristig verschoben werden. "Ich hatte einfach nicht damit gerechnet, bis zum Ende dabei zu sein." Auch ihre Studierenden daheim mussten umdisponieren "Das haben die super organisiert", lobt die Spezialistin für Personalmanagement, "und der Stoff wurde umgehend nachgeholt."

Einziger Wermutstropfen der erfolgreichen Reise war die Tatsache, dass durch die überraschenden Erfolge keine Zeit für eine ausgiebige Stadtbesichtigung blieb. "Einmal kurz zum Zuckerhut, mehr war nicht drin." Nach dem Frühstück musste der 6jährige Marcel Hausaufgaben machen, dann ging es in die Sporthalle. "Marcel war da Maskottchen, Wasserträger und gefragtes Fotomodel gleichzeitig", erzählt die stolze Mutter. Nicht nur die asiatischen Spielerinnen wollten sich mit dem dunkelblonden Nachwuchsspieler ablichten lassen. Zur Belohnung gab es jede Menge japanische Kekse und kleine Geschenke. "Für Marcel waren die Weltmeisterschaften ein tolles Erlebnis", freut sich die Bochumer Dozentin, um nach kurzer Pause zu ergänzen: "Und für mich auch."

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