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Wenn das kindliche Gehirn überlastet ist

24.04.2003 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Teilnehmer für Studie zur Erforschung der Migräne gesucht / Ist die Erregbarkeit des Gehirns der wichtigste Auslöser?

Für eine Studie, die sich mit den Ursachen der Migräne beschäftigt, sucht die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Franz Resch) Teilnehmer. Die Kinder sollen sieben bis neun Jahre alt sein und regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden.

In der Erforschung der Migräne hat in den letzten Jahren ein Umdenken stattgefunden: Hat man früher die Fehlregulation der Hirngefäße für die entscheidende Grundlage der Kopfschmerzen gehalten, so wird heute vermutet, dass eine Überempfindlichkeit des Gehirnes zugrunde liegt: Bei einer Überlastung des Gehirnes treten quasi als Schutzreflex Schmerzen auf. Sollte sich diese Theorie bestätigen, könnten neue Therapien zum Einsatz kommen.

Die Heidelberger Wissenschaftler untersuchen die Erregbarkeit des Gehirns mit Hilfe der Stimulation durch einen Magneten (transkranielle Magnetstimulation). Dadurch wird festgestellt, ob das Gehirn eines jungen Migränepatienten besonders empfindlich reagiert, wenn Aufgaben gestellt werden, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Während der Stimulation werden die Gehirnströme des Kindes (EEG) durch Sensoren am Kopf registriert. Würde eine starke Empfindlichkeit des Gehirns festgestellt, so könnte in einem nächsten Schritt dem Kind beigebracht werden, wie es seine Gehirnströme selbst kontrolliert (Biofeedback). Dadurch würde es die Erregbarkeit des Gehirns steuern und könnte die Kopfschmerzen in den Griff bekommen. Ob sich dieser Ansatz bestätigt, soll nun die Heidelberger Studie zeigen.

Die Untersuchung ist ungefährlich und schmerzfrei und umfasst keine Anwendung von Röntgenstrahlen oder Blutentnahmen. Risiken sind nicht bekannt, allerdings eignet sich nicht jeder Proband für die Untersuchung. So sind Kinder mit Krampfanfällen oder einem Herzschrittmacher von einer Teilnahme an der Studie ausgeschlossen. Eltern und Kinder erhalten ein Beratungsgespräch über die Kopfschmerzerkrankung sowie eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro.

Weitere Information und Anmeldung in der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg unter 06221/56 39088.
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