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Leibniz-Förderempfehlung für das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP)

10.07.2008 - (idw) Astrophysikalisches Institut Potsdam

Leibniz-Förderempfehlung für das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP)

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat in seiner Sitzung am 9. Juli die weitere gemeinsame Förderung des AIP durch Bund und Länder als eines von 13 begutachteten Leibniz-Einrichtungen empfohlen. Allen begutachteten Instituten bescheinigt der Senat überregionale Bedeutung und stellt fest, dass Bund und Länder ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse an der Arbeit der Einrichtungen haben. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft evaluiert in einem Zeitraum von maximal sieben Jahren die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft.

Bestnoten für das AIP. Das Astrophysikalische Institut Potsdam (AIP) beschäftigt sich erfolgreich mit grundlagenorientierten Forschungsfragen auf dem Gebiet der Astrophysik und entwickelt ebenso erfolgreich ein entsprechendes Forschungsinstrumentarium. Die wissenschaftlichen Leistungen werden vom Senat als überwiegend sehr gut bis exzellent und als weltweit führend beurteilt. Es gelinge dem AIP, ein breites thematisches Spektrum zur stellaren und interstellaren Plasmaphysik sowie zur kosmologischen Evolution umfassend zu bearbeiten. In physikalischer, mathematischer und numerischer Methodik wird dem Institut eine sich perfekt ergänzende Forschungsstruktur bescheinigt. Die Leistungen des AIP spiegelten sich in der sehr guten Qualität der Publikationen und einer sehr hohen Drittmitteleinwerbung des Instituts wider. Das AIP pflege sehr gute Kooperationsbeziehungen. Dabei verdiene in den Augen des Senats auch der vom Institut initiierte Wissens- und Technologietransfer mit verschiedenen Industriepartnern in der Region Berlin-Brandenburg besondere Anerkennung. Der Senat begrüßt den geplanten Bau eines zusätzlichen Institutsgebäudes für Technologieentwicklung und -transfer und sieht es als dringlich an, dass die Zuwendungsgeber möglichst bald die Flexibilisierung in der Haushaltsbewirtschaftung umsetzen.

Die Stärken stärken. Die wissenschaftlichen Direktoren der beiden Forschungsbereiche des AIP "Kosmische Magnetfelder" und "Extragalaktische Astrophysik" Prof. Klaus G. Strassmeier und Prof. Matthias Steinmetz begrüßen das äußerst positive Ergebnis. Die künftige Institutsstrategie stehe unter dem Motto "Die Stärken stärken". Man verfolge als wissenschaftliche Zielsetzung weiterhin die Erforschung des Verhältnisses zwischen der Sonne und anderen Sternen - ein Forschungsansatz, den der Bewertungsbericht als in Deutschland einmaliges Konzept würdigt - mit der Vision, auch an der Suche nach Sternen mit extrasolaren Planeten und extraterrestrischem Leben teilzunehmen. Mit der einhergehenden Entwicklung von robotischen Teleskopen und höchstauflösender Spektroskopie sei das AIP, auch auf internationaler Ebene, bereits führend. Die Extragalaktische Astrophysik wird sich weiter der Untersuchung der Entstehung der Milchstraße und anderer Galaxien widmen durch eine Verbindung von Durchmusterungen des Himmels mit detaillierten Computersimulationen. Der Bewertungsbericht lobt die auf diesem Gebiet arbeitenden AIP-Wissenschaftler als eine der weltweit dominierenden Gruppen. Auch die Erforschung der mysteriösen "Dunklen Energie" des Weltalls soll vertiefend verfolgt werden, unter Ausnutzung des am AIP entwickelten, richtungweisenden Forschungsinstrumentariums.

Für die nahe Zukunft hat das AIP jetzt schon allen Grund zu Optimismus: Das in Arizona (USA) errichtete und derzeit weltgrößte "Large Binocular Telescope" (LBT), zu dem das AIP mit technologischen Entwicklungen in Steuerung und Instrumentierung beiträgt, hat seine wissenschaftliche Nutzung aufgenommen. Erste wissenschaftliche Arbeiten auf Basis von mit dem LBT gewonnenen Daten sind bereits publiziert. Das Institut freue sich daher besonders über die Würdigung der Bewertungskommission seiner wichtigen Rolle für die nationale "Scientific Community", insbesondere auch im Hinblick auf die Schaffung des Zugangs zu Großteleskopen wie dem LBT.

Ebenfalls noch in diesem Jahr startet ein besonders zukunftsträchtiges Projekt zum Technologietransfer: die Etablierung eines gemeinsam von AIP und der Universität Potsdam getragenen Zentrums für faseroptische Spektroskopie und Sensorik (innoFSPEC Potsdam). Diese ehrgeizige Initiative wurde im April 2008 innerhalb des BMBF-Wettbewerbs "Zentrum für Innovationskompetenz" zur 5-jährigen Bundesförderung ausgewählt. innoFSPEC Potsdam wird wesentliche Grundlagenforschungs-Themen aus den Gebieten der dreidimensionalen Spektroskopie und der Sensorik aufnehmen, deren Ergebnisse bereits jetzt absehbare Auswirkungen auf die zukünftigen Märkte für optische Technologien zeigen.

Das AIP beschäftigt sich vorrangig mit kosmischen Magnetfeldern und extragalaktischer Astrophysik. Daneben wirkt das Institut als Kompetenzzentrum bei der Entwicklung von Forschungstechnologie in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Das AIP ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete.
Das AIP ist eine Stiftung privaten Rechts und ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören derzeit 82 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die wissenschaftliche Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung bearbeiten. Sie stellen Infrastruktur für Wissenschaft und Forschung bereit und erbringen forschungsbasierte Dienstleistungen - Vermittlung, Beratung, Transfer - für Öffentlichkeit, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.

Kontakt:

Prof. Matthias Steinmetz
Wissenschaftlicher Vorstand
0331 7499-383
msteinmetz@aip.de

Pressestelle: Madleen Köppen 0331 7499-469
Weitere Informationen: http://Institut: http://www.aip.de http://Pressemitteilung AIP: http://www.aip.de/pr/presse.html http://Leibniz-Gemeinschaft: http://www.leibniz-gemeinschaft.de http://Pressemitteilung Leibniz-Gemeinschaft: http://www.wgl.de/?nid=pmakt&nidap=

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