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Erweiterung des Graduiertenkollegs "Strukturbildung und Transport in komplexen Systemen"

14.07.2008 - (idw) Universität des Saarlandes

Seit 2006 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Graduiertenkolleg 1276 "Strukturbildung und Transport in komplexen Systemen" mit 1,2 Millionen Euro. Nun wurde die Bewilligung erweitert: Bis September 2010 fließen weitere 303.000 Euro in das Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftler. Die DFG hat diesen Antrag zum Anlass genommen, ihre Statuten zu ändern und Erweiterungsanträge jetzt auch für Graduiertenkollegs zuzulassen. "Damit hat die DFG auch bei Graduiertenkollegs die Möglichkeit geschaffen, auf größere personelle Veränderungen in den beteiligten Fächern zu reagieren", sagt Professor Dr. Ludger Santen, einer der beiden Sprecher des Kollegs. "Mit den zusätzlichen Mitteln können wir die von Physikern und Bioinformatikern gemeinsam betriebene Graduiertenausbildung thematisch erweitern und verbessern." Dies geschieht durch die Einbindung der drei jüngst in die Physik berufenen Professoren: Prof. Dr. Dr. Karsten Kruse, Prof. Dr. Albrecht Ott und Prof. Dr. Ralf Seemann sind als neue Arbeitsgruppenleiter in der Ausbildung der Doktoranden tätig. Dadurch kann die Zahl der betreuten Promotionsstudenten von derzeit 20 auf 28 erhöht werden.

Seit 1990 fördert die DFG in Graduiertenkollegs besonders qualifizierte Doktorandinnen und Doktoranden. Die Nachwuchswissenschaftler arbeiten in einem meist interdisziplinären Forschungs- und Studienprogramm unter der Anleitung von Professorinnen und Professoren, die in Forschung und Lehre besonders ausgewiesen sind.

Im Graduiertenkolleg 1276 befassen sich Physiker und Bioinformatiker mit dem Phänomen, dass sich komplexe Strukturen entwickeln können, wenn man Systeme durch äußere Einwirkung aus dem Gleichgewicht bringt. Außerdem werden Transportphänomene erforscht, die für biologische und medizinische Anwendungen von Interesse sind. Untersucht werden dabei Fragen wie: Warum verhalten sich flüssige Filme auf unterschiedlichen Oberflächen verschieden? Welche Prozesse bestimmen das Tumorwachstum, und wie wandelt sich gesundes Gewebe in krankes? Wie erfolgt der intrazelluläre Transport oder die Wechselwirkung von Proteinen mit Membranen? Einen gemeinsamen Nenner gibt es bei all diesen Fragestellungen: Bringt man ein System durch Zwang aus dem Gleichgewicht - zum Beispiel durch Energiezufuhr, Anlegen eines elektrischen Feldes oder andere Faktoren -, so setzt man Prozesse in Gang, deren grundlegende Mechanismen sich erstaunlich ähneln. So können Nichtgleichgewichtstrukturen spontan und ohne von außen vorgegebenen Bauplan gebildet werden. Diese Strukturen können ohne weiteres die Komplexität eines Tumors mit eigenem Gefäßnetzwerk erreichen.

Pressekontakt:
Sprecher des Graduiertenkollegs "Strukturbildung und Transport in komplexen Systemen":
Prof. Dr. Manfred Lücke,
Tel: (0681) 302-3402 (-2402); E-Mail: luecke@lusi.uni-sb.de
Prof. Dr. Ludger Santen,
Tel: (0681) 302-57411 (-57410); E-Mail: santen@lusi.uni-sb.de

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