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Ausbildung auf höchstem internationalen Niveau

15.07.2008 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Friedrich-Schiller-Universität Jena gründet "Abbe School of Photonics" Jena (15.07.08) Die gute Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft hat Jena seit langem den Ruf eingetragen, ein exzellentes Optik-Zentrum zu sein. Um dieses hohe Niveau zu halten und auszubauen, ist heute (15. Juli) offiziell die "Abbe School of Photonics" an der Friedrich-Schiller-Universität Jena gegründet worden. Unter Federführung der Physikalisch-Astronomischen Fakultät wird die gesamte Graduiertenausbildung (Masterprogramm, Promotion) auf dem Gebiet der Optik/Photonik in Jena durch die Abbe School inhaltlich neu konzipiert, koordiniert und gestaltet. "Durch die Gründung der Abbe School wollen wir das exzellente Niveau, das in Jena in den Bereichen Optik und Photonik in Wissenschaft und Wirtschaft herrscht, weiter steigern und uns zum führenden Optik-Zentrum in Europa entwickeln", nennt Prof. Dr. Falk Lederer das anspruchsvolle Ziel des neuen Ausbildungs-Netzwerkes. "Außerdem wird mit der Abbe School of Photonics der seit einigen Jahren eingeschlagene Weg, Jena als ein europäisches Zentrum der Aus- und Weiterbildung zu etablieren, fortgesetzt", so der Photonik-Koordinator der Universität Jena weiter.

Benannt ist die neue Ausbildungseinrichtung nach Ernst Abbe (1840-1905), dem Physik-Professor der Universität Jena und Begründer des wissenschaftlichen Mikroskopbaus, der die Firma Carl Zeiss zum Weltunternehmen formte. Er steht als Vorbild für die Ausgestaltung und die Ansprüche der Abbe School: Höchste wissenschaftliche Exzellenz, interdisziplinäres Arbeiten sowie Kompetenzen in angewandter als auch Grundlagenforschung sollen hier vermittelt werden. Dies wird dadurch sichergestellt, dass international anerkannte und erfolgreiche Wissenschaftler das Konzept der Schule ausgearbeitet haben und gemeinsam mit Gastwissenschaftlern die Ausbildung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau garantieren. Ein hochrangig besetztes Kuratorium aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik wird die Einhaltung der Qualitätsstandards überprüfen und dem Direktorium mit Rat und Tat zur Seite stehen.

"Zwei generelle gesellschaftliche Trends unterstreichen die Notwendigkeit, warum wir bei aller bisherigen Qualität die Lehre auf diesem Gebiet umstrukturiert und modernisiert haben", verdeutlicht Prof. Lederer: "Erstens wird das 21. Jahrhundert ganz im Zeichen des Lichts stehen, optische Lösungen werden unser Leben in ähnlicher Weise revolutionieren, wie die Mikroelektronik das 20. Jahrhundert bestimmt hat, da sie genau wie diese über eine enorme Breitenwirkung verfügt. Und zweitens ist die optische Industrie einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren in Deutschland". Am Standort Deutschland wurden im vergangenen Jahr Produkte der Optischen Technologien im Wert von ca. 20 Mrd. Euro hergestellt. Da etwa jeder dritte Mitarbeiter der optischen Industrie einen Hochschulabschluss besitzt, ist es wichtig, die hochwertige und moderne Ausbildung sicherzustellen. Bereits heute werde das Wachstum der Unternehmen in einzelnen Bereichen durch einen Fachkräftemangel behindert, insbesondere fehlten Physiker und Ingenieure, klagt die Industrie. Die "Abbe School of Photonics" will diesem Mangel entgegenwirken und aktiv Nachwuchskräfte für die optische Industrie in Deutschland ausbilden. Außerdem ist sie im Rahmen des Spitzenclusterwettbewerbs des Bundesforschungsministeriums (BMBF) akademischer Bestandteil des Ausbildungskonzepts der Clusterinitiative "CoOPTICS - Cooperate in Optics". Hier haben sich mehr als 100 Partner aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammengeschlossen, wobei die Friedrich-Schiller-Universität Jena der Leitpartner für die Ausbildung ist.

Unter dem Dach der Abbe School of Photonics bietet die Friedrich-Schiller-Universität Jena ab dem Wintersemester 2008/09 ein strukturiertes Ausbildungsprogramm auf dem Gebiet der Optik/Photonik an. Dazu gehören eine englischsprachige Master-Ausbildung sowie ein Graduiertenstudium. Das Studienprogramm umfasst alle modernen Gebiete der Optik/Photonik und dies in einer ausgewogenen Mischung von theoretischer und experimenteller Grundlagenausbildung bis hin zu den modernsten optischen Technologien. So werden Gebiete wie Nanooptik, Nanotechnologie, Ultrakurzpuls-Optik, Computational Photonics und modernes Optik-Design, Laserphysik und Quantenelektronik, Biophysik, aber auch nichtlineare und relativistische Optik Gegenstand der Ausbildung sein. Im Master-Programm gibt es eine von der EU geförderte Zusammenarbeit mit zwei weiteren anerkannten Zentren der Optikausbildung in Europa: dem Imperial College in London und dem Instituté de Optique in Paris-Orsay.

In Public-Private-Partnership zwischen Universität, Wirtschaft, Europäischer Union, Bund (BMBF) und Freistaat Thüringen ist ein attraktives Stipendienprogramm entwickelt worden. In den kommenden drei Jahren werden ca. 150 Stipendien an ausländische Studierende im Masterprogramm vergeben. Die Ausschreibung der ersten Stipendien erfolgt Anfang August. Weitere Stipendien des Landes und der optischen Industrie wird es für Promotionsstudenten geben.


Kontakt:
Prof. Dr. Falk Lederer
Physikalisch-Astronomische Fakultät der Universität Jena
Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947170
E-Mail: falk.lederer[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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