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Jülich kooperiert auf mehreren Forschungsgebieten mit Frankreichs größter Forschungseinrichtung

18.07.2008 - (idw) Forschungszentrum Jülich

Eine besonders enge und vorbildhafte Kooperation haben das Forschungszentrum Jülich, vertreten durch das Vorstandsmitglied Dr. Sebastian Schmidt, und das französische Commissariat à l'Energie Atomique (CEA), vertreten durch den Direktor für Lebenswissenschaften, Dr. Pierre Legrain, in Grenoble vereinbart. Im Rahmen dieser Kooperation erfolgt erstmalig der Aufbau neuer Arbeitsgruppen am Ort des jeweiligen Partners. "Durch den Abschluss dieser Kooperation intensivieren wir die bestehende Zusammenarbeit mit unserem Partner CEA", so Dr. Schmidt. "Mit dem Aufbau der Arbeitsgruppen in Grenoble und Jülich beschreiten wir dabei einen neuen Weg im Rahmen unserer Internationalisierungsstrategie und stellen den gegenseitigen Zugang zum Know-how und der exzellenten wissenschaftlichen Infrastruktur von CEA und Forschungszentrum sicher."

Bereits im Februar hatten das Forschungszentrum Jülich und das CEA im Beisein der Forschungsministerinnen beider Länder einen Rahmenvertrag sowie die ersten Umsetzungsvereinbarungen zur Simulation naturwissenschaftlich-technischer Prozesse auf Supercomputern abgeschlossen. Weitere Vereinbarungen zur Kooperation im Bereich der Brennstoffzellenforschung sowie in der Mikro- und Nanoelektronik sollen folgen.

Das Forschungszentrum Jülich und das CEA werden gemeinsam an der Bestimmung von dreidimensionalen Strukturen von Proteinen sowie deren Dynamiken und deren verschiedensten Wechselwirkungen mit anderen Molekülen forschen. Dabei werden sowohl medizinisch relevante Proteine, insbesondere in Multikomponenten-Komplexen, sowie die besonders schwer zugänglichen Membranproteine untersucht, um daraus Informationen über deren Funktionen im gesunden, kranken und alternden Organismus zu erhalten.

Die Kooperation ermöglicht beiden Partnern die Verfügbarkeit sowie den Zugang zu Großgeräten, wie beispielsweise Synchrotonstrahlungs- und Neutronenquellen sowie NMR-Spektrometern und anderen Technologieplattformen, die insbesondere in der Strukturbiologie einen wichtigen Beitrag zum Erfolg eines Projekts leisten. Des Weiteren kann durch diese Kooperation ein Austausch von personengebundenen "Know-how" erfolgen, der aufgrund des schnellen technologischen und methodischen Fortschritts auch entscheidend zum Erfolg eines Projekts beiträgt.

Die Aktivitäten des CEA werden durch den Aufbau einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Valentin Gordeli (IBS, Grenoble) in das Institut für Neurowissenschaften und Biophysik (INB2) des Forschungszentrums Jülich integriert. Das IBS (Institut de Biologie Structurale Jean-Pierre-Ebel (IBS) wird von Prof. Dr. Eva Pebay-Peyroula geleitet und ist eines von sieben Instituten des lebenswissenschaftlichen Bereiches des CEA. Eine Einbindung der Aktivitäten des Forschungszentrums Jülich in das IBS erfolgt durch das Einrichten einer Arbeitsgruppe am IBS in Grenoble, die von Prof. Dr. Dieter Willbold geleitet werden wird. Prof. Willbold ist Direktor am Institut für Neurowissenschaften und Biophysik (INB-2/Molekulare Biophysik) des Forschungszentrums Jülich und leitet zusätzlich das Institut für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Diese beiden neuen wechselseitig eingerichteten Arbeitsgruppen sollen die Anstrengungen von CEA und Jülich im Bereich der Strukturbiologie stärken.

Mit diesen Aktivitäten gehört Jülich zu den ersten Zentren, die das am 3. Dezember 2007 von der Helmholtz-Gemeinschaft und CEA unterzeichnete "Memorandum of Understanding" für eine Kooperation im Bereich der Energie- und Klimaforschung umsetzen.

Die Strukturbiologie ist ein wichtiger Forschungsbereich der modernen Biologie, die die dem Leben zugrunde liegenden Mechanismen auf den verschiedenen Ebenen Organismus, Organ, Gewebe, Zelle und subzelluläre Kompartimente erforscht. Das Ziel der Strukturbiologie ist es, präzise Informationen über Geometrie und Dynamik von biologisch und medizinisch interessanten Molekülen als Basis für das Verständnis ihrer Funktion und der damit zusammenhängenden zellulären Prozesse zu erhalten. Weitere physikalische Methoden liefern qualitative und quantitative Informationen über die Stabilität von biologischen Makromolekülen und ihre Wechselwirkung mit Substraten, Liganden und anderen biologischen Makromolekülen.

Das 1945 gegründete CEA ist eine staatliche französische Einrichtung. Seine Aufgaben gehen heute weit über die Kernenergie hinaus. Sie umfassen unter anderem die zukünftige Energieversorgung, Technologieforschung und Grundlagenforschung im Bereich der Lebens- und Werkstoffwissenschaften. Daran arbeiten im CEA etwa 11 000 Menschen.

Das Forschungszentrum Jülich betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Kombiniert mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing werden in Jülich sowohl langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaften und Technik erarbeitet als auch konkrete technologische Anwendungen. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

Weitere Informationen: http://www.fz-juelich.de
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