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"Schwiegermutterstuhl" ist Pflanze des Monats Mai

26.04.2003 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Der "Schwiegermutterstuhl",eine der bekanntesten Kakteen überhaupt, ist in den Botanischen Gärten der Universität Bonn die Pflanze des Monats Mai.


Goldkugelkakteen im Sukkulentenhaus des Botanischen Gartens am Poppelsdorfer Schloss. Foto & Copyright: Prof. Dr. W. Barthlott Der Goldkugelkaktus (Echinocactus grusonii), im Volksmund "Schwiegermutterstuhl" genannt, ist eine der bekanntesten Kakteen überhaupt. So verbreitet er in deutschen Wohnzimmern ist, so gefährdet ist die Art in der Natur. Sechs Exemplare des Goldkugelkaktus gibt es im Kakteenhaus der Botanischen Gärten der Universität Bonn zu sehen, darunter ein besonders großes, 70 Jahre altes Exemplar mit rund 60 Zentimetern Durchmesser. Der Kaktus wird im Mai als Pflanze des Monats geführt.

Die aus dem zentralen Hochland Mexikos stammende Kugelkaktee wurde um 1890 entdeckt. Der Artname erinnert an den Industriellen Hermann Gruson, der im letzten Jahrhundert in Magdeburg eine der größten Kakteensammlungen seiner Zeit besaß. Kakteen wurden zu Beginn 20. Jahrhunderts zu Modepflanzen, der Kreis der Liebhaber wuchs ständig. Die Nachfrage wurden durch den Import der Kakteen vom heimatlichen Standort gedeckt, weil die Anzucht aus Samen als zu langwierig und damit zu wenig gewinnbringend betrachtet wurde. Diese Praxis sollte dem Goldkugelkaktus zum Verhängnis werden: Schon 1892 tauchten große, vom Originalstandort stammende Exemplare in Europa auf, die als außergewöhnliche Prunkstücke auf Ausstellungen gezeigt wurden. Die mächtigsten Pflanzen wurden zu publikumswirksamen Attraktionen. In der Folge wurden praktisch alle größeren Pflanzen aus ihrer mexikanischen Heimat nach Europa, Japan und in die USA transportiert.

In der Natur wurde die Art bis auf winzige Restbestände ausgerottet und ist darum heute im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgeführt. Absurderweise wäre es kein Problem gewesen, diese Art in ausreichendem Maße im Gartenhandel anzubieten, ohne sie an den Rand des Aussterbens zu bringen, da die Anzucht aus Samen keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Nachdem die Nachfrage nicht mehr durch Pflanzen aus Mexiko gedeckt werden konnte, wurden in klimatisch geeigneten Gegenden (Kalifornien, Kanarische Inseln) regelrechte Kakteenfarmen aufgebaut. Heute stammen alle im Handel erhältlichen Exemplare von E. grusonii aus solchen Betrieben.
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