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Professor Bernd Jastorff wird Ehrendoktor der Universität Gdansk

26.04.2003 - (idw) Universität Bremen


Professor Bernd Jastorff erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Gdansk Am 24. April 2003 wurde Prof. Dr. Bernd Jastorff von der Universität Bremen in einem feierlichen Festakt die Ehrendoktorwürde der Universität Gdansk verliehen. Die chemische Fakultät und der Senat der Universität Gdansk möchten mit diesem Titel ihren Respekt und ihre Bewunderung für seine außergewöhnlichen Leistungen auf dem Gebiet der bioorganischen Chemie und der Entwicklung der polnisch-deutschen Wissenschaftskooperation ausdrücken. Der Bremer Chemiker befindet sich in bester Gesellschaft: zu den Ehrendoktoren der polnischen Universität gehören u.a. Günter Grass, Richard von Weizsäcker, Lech Walesa und Francois Mitterrand. Für Bernd Jastorff ist es bereits die zweite Ehrendoktorwürde, 1996 erhielt er diesen Titel von der Universität Timisoara/Temesvar in Rumänien.

Professor Jastorff lehrt und forscht seit 1973 im Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Bremen. Seit 1994 ist er Umweltbeauftragter des Kanzlers und Leiter des Umweltausschusses der Bremer Hochschule, der u.a. für die Erstellung des Umweltberichtes der Universität verantwortlich ist. Im gleichen Jahr wurde er Gründungsdirektor des Zentrums für Umweltforschung und Umwelttechnik (UFT), einem multidisziplinären Forschungszentrum, in dem von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus fünf Fachbereichen der Universität Fragestellungen zur Lösung und Vermeidung von Umweltproblemen bearbeitet werden. Viele seiner Kenntnisse, die Bernd Jastorff im Rahmen seiner Umweltforschung umsetzt, sind aus seiner systematischen Untersuchung der Struktur-Wirkungs-Beziehungen von Naturstoff-Analogien gewonnen, ein Thema, dessen Bearbeitung er gemeinsam mit Biochemikern, Biologen, Pharmakologen und Physiologen auch auf das Gebiet der Umweltchemikalien ausgeweitet hat.

Seit 1980 hat der Wissenschaftler der Zusammenarbeit mit ost- und mitteleuropäischen Ländern einen besonderen Stellenwert eingeräumt, um dort seinen wissenschaftlichen Ansatz der interdisziplinären Lehre und Forschung vor- und zur Diskusssion zu stellen, Forschungskooperationen aufzubauen und den Gedanken des Umweltschutzes und Arbeitsschutzes zu vermitteln. Aus dieser Zeit stammen
die ersten Kontakte zur Universität Gdansk, wo er 1992 eine Gastprofessur wahrnahm; seit 1992 hat er ebenfalls enge Kooperationen zur Universität Timisoara/Rumänien aufgebaut, 2002 war er dort Gastprofessor. Zu seinen internationalen Aktivitäten gehören u.a. der Transfer des an der Bremer Universität entwickelten Umwelt- und Abfallmanagements in die drei Universitäten in Gdansk, die jährlichen Einladungen der besten Studierenden aus Gdansk und Timisoara an die Universität Bremen und der Austausch von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In Planung ist der Aufbau eines vernetzten Graduate/Postgraduate Ausbildungsgang "Umweltwissenschaften" an den Universitäten in Gdansk, Timisoara und Bremen.

Der im September 2002 neugewählte Rektor der Universität Bremen, Prof. Dr. Wilfried Müller, nahm die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Professor Jastorff zum Anlass, um auf Einladung des dortigen Rektors Prof. Dr. Andrzej Ceynowa, die Universität Gdansk zu besuchen. Der Bremer Rektor ist davon überzeugt, "dass der Wissenschaft und insbesondere den Universitäten im Vorgriff auf die neue, erweiterte Europäische Union die Aufgabe zukommt, die wechselseitige Wertschätzung und Achtung zu fördern und durch eine lebendige Kooperation beider Universitäten die Grundpfeiler eines leistungsstarken europäischen Hochschulraums mit zu gestalten." Er hält die Beziehungen zwischen Bremen und Gdansk für ein Vorbild von Kooperationsbeziehungen zwischen Universitäten der "alten" und der "neuen" Europäischen Union.

In Gesprächen mit Rektor und Dekanen möchte Professor Müller die Voraussetzungen schaffen, um die fast 25 Jahre alten Kooperationsbeziehungen zwischen beiden Universitäten auszubauen und zu vertiefen. Eingebettet in den Rahmenvertrag der beider Städte Bremen und Gdansk, der 1976 vom Bürgermeister a.D. der Freien Hansestadt Bremen Hans Koschnick und dem damaligen Stadtpräsidenten Gdansk Andrzej Kaznowski unterschrieben wurde, haben die Universitäten Bremen und Gdansk schon zu Zeiten des ?kalten Krieges? im Jahre 1979 einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag ist in den darauf folgenden Jahren - trotz der vorübergehenden politischen Probleme während der Zeit des Kriegsrechts in Polen - in vielen Fachbereichen beider Universitäten mit Leben gefüllt worden. Für das gemeinsame Arbeitsprogramm 2004 bis 2006 sind Lehr- und Forschungskooperationen in den Bereichen Sprach- und Literaturwissenschaften, Physik, Kulturgeschichte Ost- und Mitteleuropa, Polonistik, Chemie und Umweltwissenschaften geplant.

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