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Gemeinsame Presseerklärung zum Paulinum

06.08.2008 - (idw) Universität Leipzig

In den langwierigen und vielfältigen öffentlichen Diskussionen, die anlässlich des 40. Jahrestages der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli ihren vorläufigen Höhenpunkt fanden, ergab sich immer ein Austausch von verschiedenen Standpunkten. Allerdings wurde diese Diskussion auch immer wieder als Plattform genutzt, um Forderungen und Vorwürfe gegen die Universität und ihre Leitung zu artikulieren. Aus diesem Grunde geben wir, Rektor Prof. Dr. Franz Häuser und die Sprecher des StudentInnenRates Christin Melcher, Johanna Völker und Thomas Dudzak, folgende Erklärung ab. Die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli war ein barbarischer Akt eines diktatorischen Regimes, gerichtet nicht nur gegen die eigene Kultur und Geschichte, sondern im besonderen Maße auch gegen die eigene Bevölkerung. Zutiefst bedauern wir daher, dass sich damals, im Mai 1968, nur wenige Mitglieder der Universität dem Druck dieses Regimes entgegengestellt haben. Diejenigen, die es trotzdem taten, Studierende wie Lehrende, mussten dafür große Opfer erbringen. Ihre Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen und bleibt unvergessen.

Mit Zuversicht sehen wir der Vollendung des Neubaus am Campus Augustusplatz im Jahre 2009 entgegen, der nicht nur universitäre Aula und gottesdienstlich zu nutzendem Teil unter einem Dach vereint. Vielmehr ist dieses Gebäude in seiner inneren und äußeren Gestaltung, durch gotisierende Elemente, Säulen, einem Netzgewölbe und bewussten architektonischen Brüchen, ein bleibender Stolperstein, der die notwendige Erinnerung an die gesprengte Universitätskirche angemessen und nachhaltig wach hält. Gleichzeitig muss dieses Gebäude auch den Herausforderungen eines modernen Universitätsbetriebes und den Bedürfnissen von Lernenden und Lehrenden, nicht nur für die heutige, sondern auch für zukünftige Generationen, gerecht werden. Die Aufgabe einer modernen Universität ist die Schaffung eines Raumes des breiten wissenschaftlichen Austausches, des Lehrens und Lernens. Wir sind davon überzeugt, dass dies durch die bauliche Neugestaltung am Augustusplatz gelingen kann.

Mit Befremden nehmen wir daher die Versuche wahr, die darauf abzielen, im Widerspruch zu den Beschlüssen der Gremien der Universität und dem erklärten Willen ihrer Gruppen Einfluss auf die Gestaltung des Neubaus, dessen Nutzung und Namensgebung als Paulinum zu nehmen. Solche mit Absolutheitsanspruch vorgetragenen Forderungen weisen wir entschieden zurück.

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Weitere Informationen:
Rektor
Prof. Dr. Franz Häuser
Telefon: 0341 97-30000
E-Mail: rektor@uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/rektorat/rektor.html

StudentInnenRat der Universität Leipzig
Referat für Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0341 97-37858
E-Mail: roef@stura.uni-leipzig.de
www.stura.uni-leipzig.de

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