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Neues Fachzentrum für Rechtswissenschaft: Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam

08.09.2008 - (idw) Universität Bayreuth

An der Juristischen Fakultät der Universität Dar es Salaam in Tansania wurde am 4. September 2008 das "Tansanisch-Deutsche Fachzentrum für Rechtswissenschaft" feierlich eröffnet. Das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Fachzentrum beruht auf einer engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit der Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam. Es bietet einen rechtswissenschaftlichen Masterstudiengang und ein rechtswissenschaftliches Promotionsprogramm an. An der Juristischen Fakultät der Universität Dar es Salaam in Tansania wurde am 4. September 2008 das "Tansanisch-Deutsche Fachzentrum für Rechtswissenschaft" feierlich eröffnet. Das Fachzentrum beruht auf einer engen partnerschaftlichen Zusammenarbeit der Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam. Es bietet einen rechtswissenschaftlichen Masterstudiengang mit dem Abschluss LL.M. (Master of Laws) an, der 18 Monate umfasst und bereits im September 2008 startet; im kommenden Jahr folgt ein dreijähriges rechtswissenschaftliches Promotionsprogramm (Ph.D.). Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert das Zentrum im Rahmen seines neuen Programms "Einrichtung von universitären Fachzentren zur Ausbildung von Führungseliten in Afrika".

Das von den Universitäten Bayreuth und Dar es Salaam entwickelte Ausbildungsprogramm wendet sich an Studieninteressierte aus Tansania und den anderen Mitgliedsstaaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft Burundi, Kenia, Ruanda und Uganda. Es bietet hervorragend begabten Studierenden die Möglichkeit, sich für herausgehobene berufliche Positionen zu qualifizieren. Im Vordergrund steht dabei neben der Ausbildung für klassische juristische Berufe auch die Nachwuchsförderung für Führungspositionen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und internationalen Organisationen.

Dieser Zielsetzung entsprechend bezieht die juristische Ausbildung am neuen Fachzentrum Aspekte der Rechts- und Verwaltungspraxis ein. Praktikerinnen und Praktiker aus verschiedenen juristischen Berufsfeldern werden ihre Erfahrungen in das Studienprogramm einbringen. Schwerpunkte des Programms liegen in den Bereichen Verfassungsrecht, Menschenrechte und Rechtsvergleichung. Besonders hervorzuheben ist die regionale Ausrichtung, die sowohl die rechtlichen Strukturen der Ostafrikanischen Gemeinschaft als auch die Rechtsordnungen ihrer Mitgliedsstaaten umfasst. Spezielle Fachkurse bieten die Möglichkeit, sich mit Grundzügen des deutschen und europäischen Rechts vertraut zu machen. Grundlagen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie ein intensives englisches Sprachtraining für Juristinnen und Juristen sind weitere Ausbildungsinhalte. Zudem werden Grundkenntnisse der deutschen Sprache vermittelt.

Das zunächst auf die Dauer von fünf Jahren angelegte Programm bietet insgesamt 40 LL.M.-Studierenden und zehn Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, mittels Vollstipendien ihre Studienabschlüsse zu erreichen.

Die Koordination des tansanisch-deutschen Fachzentrums liegt in den Händen eines gemeinsamen Leitungsgremiums. Mitglieder dieses "Academic Committee" sind der Dekan der juristischen Fakultät der Universität Dar es Salaam, Prof. Dr. Sifuni E. Mchome, sowie sein Mitarbeiter Dr. Kennedy Gastorn, der in Bayreuth promoviert hat; und die Bayreuther Rechtswissenschaftler PD Dr. Harald Sippel und Prof. Dr. Ulrike Wanitzek, die seit vielen Jahren in der Afrikaforschung tätig sind. "Wir werden uns gemeinsam mit unseren tansanischen Kolleginnen und Kollegen für ein umfassendes Qualitätsmanagement der neuen Ausbildungsangebote einsetzen", betont Prof. Wanitzek, die die Projektleitung des Fachzentrums übernommen hat. "Darüber hinaus wollen wir ein gemeinsames Alumni-Netzwerk aufbauen, das die enge Kooperation der Universitäten Dar es Salaam und Bayreuth weiter vertiefen wird."

Bei der wissenschaftlichen Planung und Begleitung des neuen Studienprogramms kann die Universität Bayreuth auf eine nahezu 30jährige Erfahrung mit Forschungsprojekten zum Thema "Recht in Afrika" zurückblicken. Eine interdisziplinäre Einbindung besteht durch das Institut für Afrikastudien (IAS). Diese zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität bündelt afrikabezogene Forschungskompetenzen aus den Kulturwissenschaften, den Sprach- und Literaturwissenschaften, den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie den Geo- und Umweltwissenschaften. Am IAS ist auch die durch die Exzellenzinitiative geförderte Bayreuth Graduate School of African Studies (BIGSAS) angesiedelt. Das IAS unterhält ein stetig wachsendes Netz von Partnerschaften mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Afrika. "Forschung über Afrika in und mit Afrika" ist dabei das Leitmotiv aller Projekte. Besonders qualifizierte Studierende des tansanisch-deutschen Fachzentrums werden die Gelegenheit erhalten, eine mehrwöchige Sommerakademie an der Universität Bayreuth zu besuchen und hier die vielfältigen Forschungsaktivitäten des IAS und der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kennen zu lernen.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Ulrike Wanitzek
Institut für Afrikastudien
Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Universität Bayreuth
D-95440 Bayreuth
Telefon: +49 (0) 921 55-2809
Telefax: +49 (0) 9 21 55-2933
E-Mail: ulrike.wanitzek@uni-bayreuth.de
Web: www.wanitzek.uni-bayreuth.de
Weitere Informationen: http://www.ias.uni-bayreuth.de - Homepage des Instituts für Afrikastudien (IAS) der Universität Bayreuth, mit Informationen zum "Tansanisch-Deutschen Fachzentrum für Rechtswissenschaft"
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