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Leipzig empfängt Arabisten und Islamwissenschaftler

11.09.2008 - (idw) Universität Leipzig

Namhafte Arabisten und Islamwissenschaftler aus der ganzen Welt sind beim 24. Kongress der Union Europèenne des Arabisants et Islamisants (UEAI) in Leipzig zu Gast. Begleitet wird die Fachtagung vom 3. Internationalen Symposium zur Geschichte von Druck und Publizistik in den Sprachen und Ländern des Mittleren Ostens und der Ausstellung "Ein Garten im Ärmel - Islamische Buchkultur" in der Universitätsbibliothek. "Aus den verschiedensten Perspektiven wird das literarische und wissenschaftliche Schrifttum der islamischen Welt in Geschichte und Gegenwart in den Fokus genommen", so Prof. Dr. Verena Klemm vom Orientalischen Institut der Universität Leipzig. Das integrierende Thema der drei Veranstaltungen kommt nach ihren Angaben auch im Eröffnungsvortrag von Dr. Geoffrey Roper zum Ausdruck, der das Thema "From Manuscripts to Printed Texts in Arab and Muslim Societies" behandelt. Insgesamt werden mehr als 160 Gäste aus ganz Europa, der Türkei, der arabischen Welt, Israel, den USA und Australien erwartet. Zeit: 24. September 2008 bis 28. September 2008
Ort: Kongress im Gebäude der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften, Schillerstraße 6

Druckkultur-Symposium und Handschriften-Ausstellung in der Bibliotheca Albertina,
Beethovenstraße 6

Die thematische Bandbreite der in Leipzig gehaltenen Vorträge ist außerordentlich groß. Sie beschäftigen sich unter anderem mit dem arabischen Schrifttum, der islamischen Religion in Geschichte und Gegenwart, klassischer und moderner arabischer Literatur sowie Reiseberichten. Ebenfalls angesprochen werden Themen aus der Handschriftenkunde und der Papyrologie sowie der Wissenschaftsgeschichte. Die Vorträge werden zu thematischen Panels zusammengefasst, die unter anderem Trends in der modernen arabischen Literatur, Religiöse Strömungen im Islam und Beziehungen zwischen dem Nahen Osten und Europa betrachten.

Die 1962 gegründete UEAI ist laut Prof. Klemm das renommierteste und älteste gesamteuropäische Netzwerk von Arabisten und Islamwissenschaftlern. Der Vereinigung gehören Professoren und Hochschuldozenten aus fast allen europäischen Ländern an, sie hat derzeit rund 350 Mitglieder. Das bevorstehende Jubiläum zum 600-jährigen Bestehen der Universität Leipzig im kommenden Jahr war Anlass für die UEAI, ihren Kongress hier abzuhalten. Die Kongresse der wissenschaftlichen Vereinigung finden alle zwei Jahre an alten und renommierten Universitäten Europas statt. Leipzig reiht sich nun ein in eine Liste mit so illustren Namen wie Sassari, Krakau, Palermo, Granada und St. Petersburg.

In enger inhaltlicher und organisatorischer Beziehung zum Kongress findet zeitgleich in der Universitätsbibliothek das Third International Symposium of the History of Printing and Publishing in the Languages and Countries of the Middle East statt. Die wissenschaftliche Verantwortung tragen, in Kooperation mit dem Orientalischen Institut, Dr. Geoffrey Roper (Cambridge University Library), Prof. Dr. Ulrich Marzolph (Universität Göttingen) und Sara Yontan (Bibliothèque Nationale, Paris). Das Symposium steht in der Folge von zwei vorangegangenen, gleichnamigen Veranstaltungen am Gutenberg Museum in Mainz (2002) und der Bibliothèque Nationale de France in Paris (2005). In Leipzig werden sich die Teilnehmer der Geschichte von Druck und Publizistik in der frühmodernen arabischen Welt und in weiteren Sprachen und Ländern des Vorderen Orients widmen. Lokalen Bezug hat das Symposium durch die lange Geschichte orientalischen Drucks in Leipzig. Hier wurden Publikationen in Arabisch, Türkisch, Persisch, Armenisch und Koptisch realisiert sowie wissenschaftlich bedeutende Quelleneditionen publiziert. Die Ausstellung "Ein Garten im Ärmel - Islamische Buchkultur" in der Universitätsbibliothek wurde von einer Arbeitsgruppe am Orientalischen Institut in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek gestaltet.

"Dem Kongress, dem Symposium und der Handschriftenausstellung wurde mit dem übergreifenden Thema 'Buch und Schrifttum im klassischen sowie vor- und frühmodernen Vorderen Orient' ein gemeinsamer inhaltlicher Schwerpunkt und ein gemeinsames wissenschaftliches Profil gegeben", erklärt Prof. Klemm. Dieses Thema solle in Leipzig interdisziplinär vertieft und im Lichte neuer sozial- und kulturwissenschaftlicher Ansätze reflektiert und diskutiert werden. "Ein weiteres Ziel unserer Veranstaltung ist, ein internationales und wissenschaftliches Publikum auf die lange in Magazinen verborgenen Leipziger Handschriften aufmerksam zu machen und Informationen dazu zu vermitteln", erläutert die Wissenschaftlerin. Dies sei Voraussetzung dafür, die wissenschaftlich lange vernachlässigten Leipziger Handschriften wieder der Forschung zugänglich zu machen.


weitere Informationen:

Prof. Dr. Verena Klemm
Telefon: 0341 97-37201
E-Mail: vklemm@rz.uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/~orient

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