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Mit Zungenimplantat gegen nächtliche Atemaussetzer

11.09.2008 - (idw) Universitätsklinikum Mannheim

Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Mannheim ermöglicht Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe Teilnahme an Studie Ein neues Operationsverfahren, das Atemaussetzer während des Nachtschlafs verhindern soll, erprobt die Hals-Nasen-Ohren-Klinik am Mannheimer Universitätsklinikum. Dabei wird ein Implantat in die Zunge eingebracht, das verhindert, dass die Zunge bei entspanntem Muskelzustand während des Schlafs zurück fällt und damit die Atemwege blockiert. Anfang September sind erste Patienten mit dieser Operationsmethode erfolgreichversprechend behandelt worden.

Das Implantat wird innerhalb einer medizinischen Studie zur Behandlung von Atemaussetzern erprobt - die Ärzte sprechen von einer obstruktiven Schlafapnoe. Das Ergebnis dieser Studie soll Aufschluss darüber geben, ob sich das Implantat als wirksam erweist. Gemessen werden kann dies beispielsweise mit Hilfe einer Aufzeichnung während einer Übernachtung im Schlaflabor der von Professor Dr. Karl Hörmann geleiteten Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik. Oberarzt Professor Dr. Boris Stuck zeigt sich mit den ersten Erfahrungen zufrieden: "Den Patienten geht es nach dem Eingriff schon bald recht gut. Die meisten von ihnen können bereits nach kurzer Zeit wieder normale Kost zu sich nehmen, was bei einer chirurgischen Behandlung der Schlafapnoe alles andere als selbstverständlich ist." Dies bedeute aber auch, dass die Ärzte hohe Erwartungen in die jetzt verwendete dritte Generation dieses Implantats setzten. Als besonders vorteilhaft erweise sich für die Patienten, dass Körperfunktionen wie beispielsweise essen oder sprechen nicht beeinträchtigt würden.

Hersteller des Implantats ist das amerikanische Medizintechnik-Unternehmen Aspire Medical, das die Durchführung der Studie unterstützt. Die Entwicklung minimal-invasiver Verfahren zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe gehört zu den Schwerpunkten des Unternehmens. Von nächtlichen Atemaussetzern sind in Deutschland rund vier Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung äußert sich durch häufiges Erwachen und entsprechende Tagesschläfrigkeit - außerdem ist das Schnarchen ist ein typisches Leitsymptom von derartigen Schlafstörungen. Setzt der Atem häufig und länger anhaltend aus, kann dies zu einer Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff, zu Kreislaufstörungen und in der Folge zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen - ganz abgesehen von einem erhöhten Unfallrisiko aufgrund der erlebten Müdigkeit tagsüber.

Zur Therapie dieser Erkrankungen gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Sie reichen von einer Behandlung mit Bissschienen bis hin zu einer Beatmungstherapie. Erweisen sich diese Vorgehensweisen als ungeeignet, bieten sich chirurgische Eingriffe an, zu denen auch die minimal-invasiv durchgeführte Implantat-Operation gehört.

Im international renommierten Schlafmedizinischen Zentrum an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik arbeiten Spezialisten für die Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen. Zu diesem Zentrum gehört ein Schlaflabor, in dem praktisch alle relevanten Schlafstörungen erfasst und diagnostiziert werden können. Die Schlafstörungen werden mit Hilfe eines EDV-Systems aufgezeichnet, dessen Daten in einem zentralen Überwachungsraum zusammenlaufen. Dort erfolgt die computerunterstützte Auswertung, so dass die Patienten direkt bei der Entlassung die Befunde in Form eines Arztbriefs zu ihrem einweisenden Arzt mitnehmen können.

Die Bedeutung eines guten Schlafes liegt auf der Hand: Er ist eine Ruhephase, die der Organismus benötigt, um sich geistig und körperlich zu regenerieren.

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Informationen zur Studie

Die Forscher der Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik können noch bis zu 15 weitere Patienten in die Studie aufnehmen. Zu den Kriterien, die dafür erfüllt sein müssen, gehören eine zuvor diagnostizierte obstruktive Schlafapnoe mit einem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) zwischen 15 und 50 und kein oder lediglich geringes Übergewicht (BMI<32). Eine fortgesetzte Behandlung mit einer Beatmungstherapie (CPAP) muss sich als unmöglich herausgestellt haben. Weitere Informationen zur Studie gibt die Ärztin Dr. Undine Berschin, Universitäts-HNO-Klinik, Telefon 0621-383-1600, erreichbar auch per E-Mail über undine.berschin@hno.ma.uni-heidelberg.de


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