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Versorgungsengpass Nuklearmedizin: EU-Gesundheitsminister signalisieren Unterstützung

11.09.2008 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.

Aufgrund des weiterhin kritischen Engpasses in der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie haben die EU-Gesundheitsminister das EU Health Security Committee (HSC) einberufen. Das HSC ist ein Beratungsgremium der EU für Krisensituationen im Gesundheitsbereich. Ziel der heutigen Sitzung des HSC ist es, auf höchster Ebene Lösungsansätze zu ermitteln, mit denen die Versorgung mit Radionukliden kurzfristig gesichert werden kann. Zudem sollen auch langfristige Maßnahmen festgelegt werden, die einen erneuten Versorgungsengpass verhindern. Nach aktuellen Informationen wird sich der Versorgungsengpass noch bis Ende Oktober hinziehen. Dies ergab ein Gespräch zwischen Vertretern des Bundesministeriums für Gesundheit, der radiopharmazeutischen Industrie und der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. (DGN) am vergangenen Montag.

"Wir fordern die Politik auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, die es der Nuklearmedizin ermöglichen, alternative Präparate und Untersuchungsmethoden zu verwenden", so Prof. Dr. Frank Grünwald, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. Denkbar wäre hier, während des Versorgungsengpasses alternative Radiopharmaka als Ersatz für das derzeit nur begrenzt verfügbare Technetium-99m zuzulassen. "Zudem muss gewährleistet sein, dass die Reaktoren ohne zusätzliche Verzögerung wieder in Betrieb genommen werden können", so Grünwald. Um in der Zukunft Versorgungsengpässe zu vermeiden, sollte zudem ein Informations-Netzwerk geschaffen werden, an dem Reaktorbetreiber, Mitgliedsstaaten der EU, radiopharmazeutische Industrie und nicht zuletzt Vertreter der Nuklearmedizin beteiligt sind. Damit schließt sich Grünwald den Forderungen der European Association of Nuclear Medicine (EANM) an.

Seit über einer Woche bedroht der europaweite Ausfall mehrerer Reaktoren die Gesundheit tausender Patienten. Der Versorgungsausfall liegt aktuell bei 30 bis 40 Prozent. Das Isotop Molybdän-99 kann zurzeit nicht mehr in Europa hergestellt werden. Aus Molybdän-99 gewinnen Nuklearmediziner Technetium-99m, welches überwiegend bei Szintigraphien zum Einsatz kommt. Aber auch in der Therapie verwendete Nuklide sind betroffen. Ohne radioaktive Isotope können zahlreiche Untersuchungen nicht mehr durchgeführt werden. Viele Patienten stehen bereits auf Wartelisten.

Die Einberufung des EU-Gremiums ist das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit zwischen der EANM als Dachorganisation und den nuklearmedizinischen Fachgesellschaften der europäischen Staaten.

Aktuelle Informationen stehen auf der Homepage der DGN http://www.nuklearmedizin.de zur Verfügung.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Julia Schilling
Hospitalstraße 7, D-37073 Göttingen
Tel. 0551.48857-402, info@nuklearmedizin.de, http://www.nuklearmedizin.de

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